Freitag 04.12.15 19.00 Uhr

Die Pariser Abende des Roland Barthes

Lesung und Vortrag, Film
"Pariser Abende" ist der Titel eines Tagebuchs, das Roland Barthes vom 24. August bis zum 17. September 1979 führte. Knapp zwei Jahre nach dem Tod seiner Mutter erzählt er darin von seinen einsamen Gängen durch jene Pariser Zonen, zu denen er eine besondere, intime Nähe empfindet. Diese Wege folgen dabei einem bestimmten Ritual: dem einsamen Aufbruch, der Suche nach Kontakten, einer wenn auch nur flüchtigen Gemeinschaft, einem möglichst gelungenen Essen im Kreis von Freunden und der sexuellen Annäherung an einen Partner. Hanns Josef Ortheil bewegt sich in seinem autobiografischen Text und Fotografien aus dem Jahr 2015 in genau denselben Pariser Zonen und Stadtlandschaften. Daneben erzählt er in seinem passionierten Tagebuchtext aber auch von seiner eigenen Faszination der Abendgänge des Roland Barthes. Er schlägt Seitenwege ein, entwirft Rückwege, verrennt sich in neue Wege und sucht zu verstehen, welche kulturellen Zusammenhänge und Tiefenschichten sich hinter Barthes' Ritualen der Nacht verbergen. Der Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim Hanns-Josef Ortheil gehört seit vielen Jahren zu den bekanntesten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet. Lotta Ortheil wurde in Stuttgart geboren und studiert nach einer fotografischen Ausbildung Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Sie hat den Band um aktuelle Fotografien ergänzt.

Im Anschluss kurze Pause

20.30 Uhr Film: Roland Barthes – Ein Meister der Dechiffrierkunst
Dokumentation von Chantal Thomas und Thierry Thomas
ARTE France/Les Films d'Ici 2015, 54 Min.

Roland Barthes war alles zusammen: Soziologe, Linguist und leidenschaftlicher Entzifferer von Zeichen. Seine „Mythen des Alltags“ machten ihn im Frankreich der 1950er Jahre berühmt und haben nichts an Aktualität eingebüßt. Für den Meister der Dechiffrierkunst ist das Schreiben ein Vergnügen und die Sprache ein Theater, das es ihm ermöglichte, eine kollektive Vorstellung der Moderne zu erkunden. Er war Vordenker und Außenseiter zugleich. Mithilfe von Archivaufnahmen und ausdrucksstarken Bildern beleuchtet diese Dokumentation sein Leben und Wirken. Roland Barthes spricht über seinen Charakter, seine Kindheit als Halbwaise, seine Liebe zum Südwesten Frankreichs und zu seinem Viertel in Paris, das auch Hanns-Josef Ortheil in seinen Bann gezogen hat.

In Zusammenarbeit mit ARTE
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