veranstaltungen im april 2018

veranstaltungen im april 2018

Donnerstag
01.02.18
20.00 Uhr
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"1968, ou tout s’est joué en 1966" – War das wahre 68 eigentlich schon 66?

Antoine Compagnon

Vortrag, Übersetzung: Jürgen Stähle


Im Frühjahr 2018 jährt sich der französische „Mai 68“, Anlass genug, die "68er-Revolution" und die damaligen Ereignisse aus heutiger Sicht noch einmal genauer anzuschauen: Der Vortrag von Antoine Compagnon geht der Frage nach, ob das wahre "68" nicht eigentlich auf das Jahr 1966 rückdatiert werden müsste. Denn für Compagnon ist das Jahr 1966 ein „annus mirabilis“ - so der Titel seiner am Pariser Collège de France gehaltenen Vorlesungsreihe -, ein bemerkenswertes und richtungsweisendes Jahr, in dem sowohl kulturell also auch politisch und gesellschaftlich viele Weichen für die "revolutionären" Prozesse von 1968 gestellt wurden. Im Frankreich des ökonomischen Aufschwungs, der allgemeinen Modernisierung und der Konsumgesellschaft erreichen die Babyboomer der Nachkriegszeit zum ersten Mal die Universität. Während im Film mit Godard, Bresson, Rivette , in der Literatur mit Genet und Perec neue Meilensteine gesetzt werden, ernten Denker wie Roland Barthes, Michel Foucault, Jacques Lacan, oder auch Louis Althusser überraschende Publikumserfolge. In dem Vortrag werden soziologische, politische, philosophische Aspekte mit Phänomenen der Hoch- und Populärkultur miteinander in Beziehung gesetzt und mit dem Geist von 1968 konfrontiert. Antoine Compagnon war bis Herbst 2017 Professor an der Columbia University, New York. Seit 2006 hat er den Lehrstuhl für Litterature francaise et contemporaine am Collège de France inne, unter dessen Dach sich 54 renommierte französische - und einige internationale - Professor*innen aller wissenschaftlichen Disziplinen versammeln. Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Frankreich Schwerpunktes des IZKT der Universität Stuttgart und des Institut francais Stuttgart. In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Stuttgart Die Veranstaltung wird von der Robert Bosch Stiftung mit Mitteln der DVA-Stiftung gefördert.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
02.02.18
20.00 Uhr
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Stadt der Feen und Wünsche

Leander Steinkopf

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch


In der Reihe "zwischen/miete" werden Stuttgarter WGs auch im neuen Jahr wieder zur Lesebühne für Autor*innen aus der jüngsten Schriftstellergeneration. Gelesen wird direkt in der Wohngemeinschaft auf dem Sofa, im Sessel oder am Küchentisch. Der erste Autor im neuen Jahr ist Leander Steinkopf, der in seiner sprachlich virtuosen Erzählung "Stadt der Feen und Wünsche" seinen Protagonisten mit romantischem Pessimismus durch Berlin streifen lässt. Mit abgeklärtem und dennoch zärtlichem Gespür für ihre Schwächen betrachtet er seine Mitmenschen, ohne sich in Hybris zu verlieren, denn auch vor dem eigenen Ich macht die Erkenntnis nicht Halt: "Die Menschen, die mich mögen, verachte ich vor allem für die Gründe, aus denen sie mich mögen. Für ihre Achtung vor dem, was ich an mir längst durchschaut habe." Er läuft durch die Stadt, vorbei am durchoptimierten Leben in Berlin Mitte bis an ihre Ränder, wo zwischen Spielkasinos und Heroinkügelchen kleine grüne Rasenflecken die Überbleibsel einer hoffnungsvolleren Vergangenheit bilden. Leander Steinkopf, geboren 1985, studierte in Mannheim, Berlin und Sarajevo. Er arbeitete als freier Journalist u.a. für die FAZ und die FAS und lebt in München. Die Reihe wird programmiert von Friederike Ehwald, Charline Medernach und Nina Wittmann. zwischenmiete.literaturhaus-stuttgart.de, www.facebook.com/ZwischenmieteStuttgart Ort: Nobelstraße 13B, 70569 Stuttgart

Eintritt: Euro 5,- (inkl. Bier & Brezel)

 

Montag
05.02.18
19.00 Uhr
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Über Der Goldene Handschuh von Heinz Strunk

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Phantastisch düster, grell komisch und unendlich traurig: In seinem 2016 erschienen Roman erzählt Heinz Strunk die Geschichte von Fritz Honka, einem Frauenmörder aus der untersten Unterschicht, der 1976 in einem spektakulären Prozess schaurige Berühmtheit erlangte. Honka, der selbst durch eine grausame Jugend voller Missbrauch und Gewalt geistig und körperlich gezeichnet ist, suchte sich seine Opfer in der Hamburger Absturzkneipe „Zum Goldenen Handschuh“. Und damit ist man mittendrin in der infernalischen Nachtwelt von Kiez, Kneipe, Schnaps und Elend. Dabei achtet der Autor auf historische Genauigkeit, zeigt Mitgefühl mit seinem ungeheuerlichen Protagonisten und lässt Arm und Reich zwischen Alkohol, Sex, und Verbrechen aufeinanderprallen. Bei einem Bier diskutieren wir über Fritz Honka und andere literarische Serienmörder. Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Dienstag
06.02.18
20.00 Uhr
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Der Boxer

Szczepan Twardoch

Lesung und Gespräch, Moderation: Olaf Kühl
Deutsche Lesung: Wolfgang Michalek


Schon Szczepan Twardochs beiden letzten Romane "Morphin" und "Drach" sorgten für Aufsehen in der Literaturwelt. Nun kommt der Autor, ein enfant terrible und Dandy der polnischen Literatur, Boxer und Rotweintrinker, mit seinem neuen Roman "Der Boxer" zusammen mit seinem preisgekrönten Übersetzer Olaf Kühl ins Literaturhaus, mit einer Geschichte des Untergrunds aus den 1930er Jahren: Jakub Shapiro, hoffnungsvoller junger Boxer, wird der Vertraute des mächtigen Warschauer Unterweltpaten Kaplica. Doch rechte Putschpläne gegen die polnische Regierung bringen das Imperium Kaplicas in Bedrängnis; er kommt in Haft, als ihm ein politischer Mord angehängt wird. Im Schatten dieser Ereignisse bricht ein regelrechter Krieg der Unterwelt los. Shapiro nimmt die Dinge in die Hand und dabei immer mehr die Rolle des Paten ein - ein Aufstieg eines Verbrecherhelden zwischen Gewalt, Eleganz, Laster und Verletzlichkeit in einer von Konflikten zerrissenen Gesellschaft als Jude im Vorkriegs-Warschau. Szczepan Twardoch, geboren 1979, ist einer der herausragenden Autoren der polnischen Gegenwartsliteratur. Mit "Morphin" (2012) gelang ihm der Durchbruch. Für den ebenfalls hochgelobten Roman "Drach" wurden Szczepan Twardoch und sein Übersetzer Olaf Kühl 2016 mit dem Brücke Berlin Preis geehrt. Twardoch lebt mit seiner Familie im polnischen Pilchowice.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
07.02.18
20.00 Uhr
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Die Hauptstadt

Robert Menasse

Lesung und Gespräch, Moderation: Bernd Isele


Schon 2013 publizierte er gemeinsam mit der Politologin Ulrike Guerot ein "Manifest für die Begründung einer Europäischen Republik", und den Strukturen der Europäischen Union ist er auch in seinem Essay "Der Europäische Landbote" nachgegangen. Und nun wurde ihm 2017 der deutsche Buchpreis zugesprochen für seinen Europa-Roman mit dem Titel "Die Hauptstadt": Der Schriftsteller und Essayist Robert Menasse hält den Prozess der europäischen Einigung für "den entscheidenden in unserer Lebenszeit". In seinem neuen Roman spannt er nun einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen: In Brüssel laufen die Fäden zusammen! Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren, studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft, lehrte anschließend als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie an der Universität São Paulo. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist überwiegend in Wien. In Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
10.02.18
19.00 Uhr
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Kneipentour durch Stuttgart

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


„Man kann auch schlechter abstürzen, aber nicht in Stuttgart!“ (Vincent Klink). Geleitet vom alkoholischen Reiseführer des Stuttgarter Lift-Magazins ziehen wir los, um Stuttgarts rauchigste und finsterste Ecken zu erkunden: Die Pinten und Kaschemmen, in denen das Herrengedeck ganz oben auf der Getränkekarte steht. Der erste Stopp sei hier schon verraten: Arigato, Kolbstraße 2, Stuttgart. Treffpunkt: Marienplatz, Ausgang U-Bahn Kosten: Je nach Pegel

 

Donnerstag
15.02.18
20.00 Uhr
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Unmögliche Liebe – Die Kunst des Minnesangs in neuen Übertragungen

Tristan Marquardt, Durs Grünbein, Kerstin Preiwuß

Lesung und Gespräch


"Dû bist mîn, ih bin dîn. | des solt du gewis sîn" (anonym): Die Kunst des Minnesangs wird zum Liebesbekenntnis von über 60 Dichter*innen der Gegenwart zu ihren großen Vorfahren im Mittelalter: Lyriker*innen wie Joachim Sartorius, Monika Rinck, Durs Grünbein, Nora Gomringer oder Marcel Beyer haben Minnelieder aus dem Mittelhochdeutschen ins Heute übertragen, eingeladen von den beiden Herausgebern Jan Wagner und Tristan Marquardt und gedruckt unter dem Titel "Unmögliche Liebe", erschienen im Hanser Verlag. In diesen Gedichten betreten wir nicht nur ein über achthundert Jahre altes Neuland, eine Welt, deren Begehren uns nah und fremd zugleich erscheint. Die wunderbar unterschiedlichen Übersetzungsweisen zeigen darüber hinaus beeindruckend, wie Gegenwartslyrik sich den Gesängen der Minne nähert. In Stuttgart zu Gast ist der Lyriker und Übersetzer Durs Grünbein, geb. 1962 in Dresden, die Prosaautorin und Lyrikerin Kerstin Preiwuß, geb. 1980 in Lübz (Mecklenburg) sowie der Herausgeber, Lyriker und Spezialist im Mittelhochdeutschen Tristan Marquart, geb. 1987 in Göttingen. In Zusammenarbeit mit LiedKunst KunstLied

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
16.02.18
19.00 Uhr
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Entlang den Gräben - Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan

Navid Kermani

Lesung und Gespräch, Moderation: Denis Scheck


Im Auftrag des SPIEGEL ist Navid Kermani entlang den Gräben gereist, die sich gegenwärtig in Europa neu auftun: von seiner Heimatstadt Köln nach Osten bis ins Baltikum und von dort südlich über den Kaukasus nach Isfahan, die Heimat seiner Eltern. Ein immer noch fremd anmutendes, von Kriegen und Katastrophen zerklüftetes Gebiet beginnt östlich von Deutschland und erstreckt sich über Russland bis zum Orient. Mit untrüglichem Gespür für sprechende Details erzählt er in seinem Reisetagebuch von vergessenen Regionen, in denen auch heute Geschichte gemacht wird, und von Menschen, deren Geschichten wahr sind und sich doch widersprechen. Seine Reise führte ihn mitten durch den jüdischen „Ansiedlungsrayon“ der Zarenzeit, die „Bloodlands“ des Zweiten Weltkriegs, entlang dem Riss zwischen Ost und West, wo der Kalte Krieg längst nicht zu Ende ist und im Donbass zum heißen Krieg wird. Er hat die Trümmer zerstörter Kulturen und die Spuren alter wie neuer Verwüstungen gesehen. Vor allem hat er Menschen getroffen, die innerlich zerrissen sind, weil sie sich auf der Suche nach Heimat und Wohlstand auf eine Seite schlagen müssen. Mit wenigen Strichen lässt er das Nachtleben der Großstädte lebendig werden, Geschäfte wie zu Sowjetzeiten, hippe Cafes, die Gelassenheit in Frontnähe und die Angst vor den anderen, wer immer das ist. Nachdem 2016 ein Teil der Reportagen in Auszügen bereits im SPIEGEL veröffentlicht wurden, erscheint nun Ende Januar 2018 das gesamte Tagebuch im C.H. Beck-Verlag Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Dienstag
20.02.18
20.00 Uhr
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Der Zerfall der Demokratie – Wie der Populismus den Rechtsstaat bedroht

Yascha Mounk

Lesung und Gespräch, Moderation: Knut Krohn


Politikverweigerung und rechtspopulistische Parteien untergraben stabile Regierungen. Der Harvard-Politologe Yascha Mounk legt Gründe und Mechanismen offen, die westliche liberale Rechtsstaaten - so auch die USA unter Donald Trump - allmählich erodieren lassen. Zwei Muster treten dabei zu Tage: Entweder werden wie in den USA, Ungarn, Polen und der Türkei Demagogen ins Amt gewählt, die die Rechte von Minderheiten missachten, oder eine Regierung verschanzt sich, freiheitliche Rechte garantierend, hinter technokratischen Entscheidungen - und verliert wie in Deutschland, Großbritannien und Frankreich zunehmend an Volksnähe. Brillant und aufrüttelnd erklärt Yascha Mounk die komplexen Gründe und Mechanismen, die Demokratien zu Fall bringen können und benennt Maßnahmen, um bedrohte soziale und politische Werte für die Zukunft zu retten. Dafür braucht es eine breite Koalition gegen Populisten, die fraglose Unabhängigkeit von Justiz und Presse, die stärkere Teilhabe der Menschen an politischen Prozessen, den Kampf gegen soziale Ungleichheit - und vor allem politisches Engagement im allgemeinen. Yascha Mounk, 1982 in München geboren, in Freiburg, Kassel, Maulbronn und Karlsruhe aufgewachsen, unterrichtet politische Theorie an der Harvard University und schreibt als freier Publizist regelmäßig für Zeitungen wie "The New York Times", "The Wall Street Journal" und "Die ZEIT". Er lebt in New York. In Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof und der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
21.02.18
20.00 Uhr
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Unter der Drachenwand

Arno Geiger

Lesung und Gespräch, Moderation: Wolfgang Niess


"Dass mit mir etwas nicht stimmte, erkannte man auch daran, dass an den Wänden der Wohnung, in fast jedem Zimmer, Bilder von mir hingen, Erinnerungsbilder. Die Bilder hatten am Familienleben teilgenommen, ich am Krieg." Arno Geiger Für seinen Roman "Es geht uns gut" wurde ihm 2005 der erste Deutsche Buchpreis zugesprochen, in diesem Jahr erscheint - nach seinen letzten Romanen "Der alte König in seinem Exil" und "Selbstportrait mit Flusspferd" - sein neuer Roman "Unter der Drachenwand", angesiedelt im Jahr 1944. Der Krieg ist verloren doch dauert er noch an; Veit Kolbe verbringt ein paar Monate am Mondsee, unter der Drachenwand, eine über 1100 m Meter hohe Felswand im Salzkammergut. Veit ist Soldat auf Urlaub, wurde in Russland verwundet, und trifft hier in dörflicher Umgebung auf zwei junge Frauen, mit denen er die Hoffnung teilt, dass irgendwann wieder so etwas wie ein normales Leben beginnt. Arno Geiger erzählt von Veits Alpträumen in einer seltsamen Normalität in diesem Dorf in Österreich - und von der Liebe, vom einzelnen Menschen und seinen Erfahrungen auf dem Tableau der großen Geschichte.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
22.02.18
20.00 Uhr
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Paris, links der Seine

Hanns-Josef Ortheil

Lesung und Gespräch


Seit Jahrhunderten haben die Straßen von Saint-Germain-des-Pres sowie die Terrains rund um das Quartier Latin Künstler*innen, Musiker*innen und Schriftsteller*innen aus aller Welt in ihren Bann gezogen. Auf kleinem Raum entstand eine einzigartige Atmosphäre, die vom intellektuellen Milieu der Pariser Universität ebenso lebte wie von den Salons, Ateliers, Bistros und Cafes der künstlerischen Moderne. Sie ließ jenes für Paris typische, Zitat gewordene Lebensgefühl eines melancholischen Glücks entstehen, das in den Pariser Chansons besungen wurde und das Ernest Hemingway in seinen Skizzen "Paris - ein Fest fürs Leben" beschrieben hat. Hanns-Josef Ortheil, Erkunder und Kenner der schillernden Stadt, leuchtet in seinem neuen Buch in die verführerischen Winkel des alten "Paris, links der Seine", abseits seiner touristischen Ecken. Er selbst ist seit vielen Jahren glücklich in Stuttgart zu Hause und widmet dieser Stadt und ihrer Geschichte in seinem "Stuttgarter Journal" eine eigene multimediale Reihe im Literaturhaus. Von Zeit zu Zeit allerdings macht sich der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller auf, die Scheinwerfer der Literatur- und Geistesgeschichte auf andere europäische Sehnsuchtsorte wie Rom und Paris neu auszurichten. Folgen wir ihm! In Zusammenarbeit mit dem Institut francais

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
23.02.18
17.00 Uhr
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Ortseingang!

Andreas Langen, Tilman Rau, Afroditi Festa, Carola Krawczyk

Fotografien und Texte


"Wenn Sie auf die Frage 'Dativ oder Akkusativ' treffen, seien Sie ohne Furcht. Es geht hierbei nur um die ökonomische Klärung von Besitz und Angebot. Versuchen Sie Ihr Glück in den Artikeln. Aber bringen Sie einen Deutschen als Glücksbringer mit." Afroditi Festa Über 600.000 Menschen leben in Stuttgart, viele wohnen schon lange hier, andere sind erst vor einiger Zeit hierhergekommen. Wir hören diese Herkünfte in den Sprachen der Stadt, aber wir kennen meist nicht die Geschichten über das Ankommen oder Hiersein in Stuttgart: Ortseingang! Unter diesem Titel haben alte und neue Stuttgarter*innen über ein Jahr lang im Literaturhaus fotografiert und geschrieben, um ihre Geschichten für Leser*innen und Zuschauer*innen erlebbar zu machen. Das Deutsch musste dafür nicht perfekt sein. Wir laden ein auf einen Kaffee im Foyer, um die Arbeiten und die Teilnehmer*innen kennenzulernen. Durch die Werkstatt geführt haben Andreas Langen, freier Fotograf aus Stuttgart, und Tilman Rau, Journalist, Dozent und Autor, ebenfalls aus Stuttgart. Gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, in Zusammenarbeit mit dem Hospitalhof | Evangelisches Bildungszentrum

Eintritt frei

 

Dienstag
27.02.18
20.00 Uhr
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Annette Kolb: Werke

Günter Häntzschel, Hiltrud Häntzschel, Albert von Schirnding

Vortrag, Lesung, Lesung: Barbara Auer


Das Werk der Schriftstellerin Annette Kolb (1870- 1967) ist eigensinnig. Von den ersten Prosaskizzen 1899 bis zu den letzten Einmischungen in zeitbezogene Debatten als 95-Jährige zeigt sich die Autorin stets als kritische Beobachterin ihrer Zeit, als Pazifistin und Gegnerin jeglichen Nationalismus. Vor allem hatte sie sich für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich eingesetzt. Zu ihrem 50. Todestag liegt nun erstmals eine sorgfältig kommentierte Ausgabe ihrer Werke vor, die ihre besondere literarische und politische Rolle zeigt. Neben den drei Romanen "Das Exemplar" (1913), "Daphne Herbst" (1928) und "Die Schaukel" (1934) versammelt die Ausgabe zahlreiche Erzählungen, Essays und biographische Porträts. Die Herausgeber Hiltrud und Günter Häntzschel stellen zusammen mit dem Autor und Kritiker Albert von Schirnding die außergewöhnliche Schriftstellerin und ihr Werk vor. Die Texte Annette Kolbs werden von der renommierten Schauspielerin Barbara Auer gelesen. "Annette Kolb: Werke" ist eine Edition der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Wüstenrot Stiftung, veröffentlicht im Wallstein Verlag.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
28.02.18
20.00 Uhr
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Das Leben nehmen

Thomas Macho, Terézia Mora

Lesung und Gespräch, Moderation: Daniela Strigl


"Während der Suizid noch in der Antike mit Ehre assoziiert werden konnte, erschien er spätestens seit Beginn der Herrschaft der christlichen Religion als Schande und finales Versagen", stellt Thomas Macho in seiner Geschichte des Suizids fest. Doch seit dem 20. Jahrhundert vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel, der zur Entstehung einer neuen Sterbekultur beigetragen hat. Der Selbstmord - um es mit den Worten von Walter Benjamin zu sagen - erscheint „als die Quintessenz der Moderne“. Der eigene Tod gilt immer häufiger als „Projekt“, das vom Individuum selbst zu gestalten und zu verantworten ist. Thomas Macho zeichnet die Umwertung des Suizids in den verschiedensten kulturellen Feldern nach: in der Politik - Suizid als Protest und Attentat -, im Recht - Entkriminalisierung des Suizids-, in der Medizin - Sterbehilfe - sowie in der Philosophie, der Kunst, den Medien und in der Literatur. Mit ihm ins Gespräch kommt die Schriftstellerin Terezia Mora, die für ihren Roman "Das Ungeheuer" 2013 den deutschen Buchpreis erhielt. Im Zentrum ihres Romans steht ein Suizid: Flora, die Frau des IT-Spezialisten Darius Kopp hat sich das Leben genommen und ihn erschüttert und gebrochen zurückgelassen. Über die Lektüre ihres Tagebuchs, das er nach ihrem Tod gefunden hat, erfährt er, wie ungeheuer gefährdet Floras Leben immer war, und dass er von alldem nichts wusste. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de