veranstaltungen im februar 2018

veranstaltungen im februar 2018

Freitag
01.12.17
20.00 Uhr
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verwurzelt in stein – Literatur und Übersetzung

Ilija Trojanow, José F. A. Oliver

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Lesung und Gespräch


"Ein poetischer Reiseführer des Schreckens" übertitelte Andre Hatting seinen Beitrag auf Deutschlandfunk über Ilija Trojanows lyrisches Debüt "verwurzelt in stein". Kapstadt, Angkor Wat, Phnom Pen oder Mina in Saudi Arabien: Trojanows Gedichte, veröffentlicht im Heidelberger Wunderhorn Verlag, entführen uns an Orte, deren Blüte- und Schreckenszeit verwurzelt in Stein vor dem Besucher liege. Dass Ilija Trojanow - bekannt für seine großen Romane wie "Der Weltensammler" und "Macht und Widerstand" oder seinen autobiographischen Essay "Nach der Flucht" - auch lyrische Texte schreibt, ist neu. Im Gespräch mit Jose F.A. Oliver, der Trojanows auf Englisch verfassten Gedichte ins Deutsche übersetzt hat, werden Fragen nach Literatur und Übersetzung verhandelt. Am 25.11.17 erhält Trojanow den Heinrich Böll Preis der Stadt Köln; in der Begründung der Jury heißt es: "Kaum ein anderer hiesiger Schriftsteller setzt das politische Engagement von Heinrich Böll so konsequent und literarisch ambitioniert fort wie Ilija Trojanow: in seinen Büchern, aber auch mit seinem gesellschaftlichen Wirken." Mit Trojanow spricht der Lyriker, Essayist und Übersetzer Jose F. A. Oliver. Unter dem Titel "Kent Ozani" (Der Stadtschreiber) kommt Anfang 2018 ein poetischer Dokumentarfilm über Jose F. A. Oliver in die Kinos. Grundlage des Films ist Olivers Tagebuch über seine Zeit als Stipendiat an der Akademie Tarabya und sein daraus entstandenes Buch "21 Gedichte aus Istanbul 4 Briefe & 10 Fotow:orte", 2016 im Verlag Matthes & Seitz erschienen. Gefördert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
04.12.17
19.00 Uhr
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Wer wir waren - Roger Willemsen

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


„Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten.“ Roger Willemsens letztes Buch sollte „Wer wir waren“ heißen. Es sollte die Versäumnisse der Gegenwart aus der Perspektive derjenigen erzählen, die nach uns leben werden. Dieses Buch werden wir nie lesen können. Umso stärker wirkt eine Rede, die der Publizist, Fernsehmoderator und Intellektuelle noch im Juli 2015 gehalten hat, sein letzter öffentlicher Auftritt: Ein melancholisches Resümee und zugleich die scharfe Analyse eines außergewöhnlichen Zeitgenossen. Sie ist ein Aufruf an die nächste Generation, dagegen zu halten und sich nicht einverstanden zu erklären. Wir lesen Roger Willemsens Buch und sprechen bei Glühwein und Plätzchen über seine Ansichten und Thesen. Eintritt: Euro 3,-/Mitglieder frei

 

Montag
04.12.17
20.00 Uhr
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Zauberkreide!

Christine Knödler, Alex Rühle, Ole Könnecke

Gespräch


Kinder- und Jugendliteratur ist längst, was der Name verspricht: Literatur. Das Spektrum reicht dabei vom künstlerischen Bilderbuch bis zum grenzüberschreitenden All-Age-Roman. Ob poetisch, politisch relevant, spannend oder sperrig, ob Perle oder Mainstream: Aktuelle Kinder- und Jugendliteratur ist der Rede wert! Darum laden führende Expert*innen und leidenschaftliche Fürsprecher*innen zur Podiumsdiskussion ein: Christine Knödler, Autorin, Herausgeberin und Kritikerin für die Süddeutsche Zeitung und den Deutschlandfunk, und Alex Rühle, Redakteur der Süddeutschen Zeitung und Buchautor haben aus den Neuerscheinungen fünf Titel ausgewählt, die zeigen, was in der Luft liegt. Und: Sie bitten einen Gast dazu, um Bücher und Bilder zu diskutieren, gelegentlich zu zerreißen, gern zu feiern. Gast des Abends ist einer der erfolgreichsten Illustratoren Deutschlands: Ole Könnecke. Der Wahlhamburger, 1961 geboren, begeistert mit seinem pointierten, comicartigen Zeichenstil und seinem reduzierten Witz in Wort und Bild. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Über folgende Bücher kommen die drei Gäste ins Gespräch: Katarina von der Gathens und Anke Kuhls "Das Liebesleben der Tiere" (Klett Kinderbuch), Alina Bronskys "Und du kommst auch drin vor" (dtv), John Greens "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" (Hanser Verlag) und Clementine Beauvais' "Die Königinnen der Würstchen" (Carlsen Verlag). Unser Gast Ole Könnecke hat sich zudem folgenden Bilderbuch-Klassiker ausgesucht: Crockett Johnsons "Harold und die Zauberkreide" (Hanser Verlag). Gefördert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
06.12.17
20.00 Uhr
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Durch den Wind

Josef Schovanec

Lesung und Gespräch, Moderation: Gerhard Protschka


"Man kann Nobelpreisträger sein und nicht wissen, wie man auf angemessene Weise grüßt. Das sind zwei völlig unterschiedliche Fähigkeiten." Josef Schovanec Josef Schovanec ist Autist. In Momenten der Niedergeschlagenheit fühlt er sich staatenlos und existenziell einsam, in guten Phasen als Reisender und Weltbürger. Am liebsten ist er rund um den Globus unterwegs, denn in der Fremde werde er weniger stigmatisiert als zuhause in Frankreich. Der diplomierte Politikwissenschaftler und Doktor der Philosophie ist Absolvent einer der renommiertesten Universitäten Frankreichs - Sciences Po, Paris - und beherrscht etwa zehn Sprachen, hat als Kleinkind jedoch mehrere Jahre lang nicht gesprochen. Mit acht konnte er einen Vortrag über Astronomie halten, war aber kaum in der Lage, ein zwischenmenschliches Gespräch zu führen. "Durch den Wind" ist ein Bericht, der unseren Blick auf den Autismus nachhaltig verändert. "Mit beißendem Humor, atemberaubender Aufrichtigkeit und aufs Genaueste beobachtet Josef Schovanec unsere Art zu leben - und die seine", schreibt Le Monde. Der Sohn politischer Flüchtlinge aus Tschechien wuchs in der Nähe von Paris auf und reist um die Welt, um uns nicht nur den Autismus näher zu bringen, sondern uns dazu auffordern, einen neuen Blick auf unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben zu werfen.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
08.12.17
20.00 Uhr
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Der halbe Mond

Hasan Çobanlı, Stephan Reichenberger

Veranstaltungsreihe: Literatür

Lesung und Gespräch, Moderation: Manfred Heinfeldner


In der Reihe LITERATÜR des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart und des Literaturhauses lesen in diesem Jahr die Autoren Hasan Çobanlı und Stephan Reichenberger aus „Der halbe Mond“. Der Roman erzählt eine große Familiengeschichte aus der Welt türkischer und deutscher Aristokraten über drei Generationen hinweg von der Dardanellenschlacht 1915 bis zu den Gezi-Park-Demonstrationen 2013. Ein stolzes Herrenhaus in Mecklenburg, ein Pascha-Palais am Bosporus, das Kaiserliche Kadettenkorps in Berlin: In diesen unterschiedlichen Welten wächst Feridun, Sohn des Dardanellen-Helden Cevat Pasa, heran. Gedrillt zum Gardejäger und perfekt in Auftritt und Manieren, protegiert vom Revolutionär und Staatsgründer Atatürk, erlebt er als Diplomat, Frauenheld und charmanter Exot zwischen 1920 und 1960 Weltgeschichte aus ungewöhnlichen Perspektiven. Hasan, Feriduns Sohn und wie der Vater weder in der Türkei noch in Deutschland wirklich zu Hause, macht 2013 während der Gezi-Park-Aktionen in Istanbul die Bekanntschaft einer jungen Demonstrantin, die sich ihm als nahe Verwandte vorstellt. Hasan Cevat Çobanlı, geboren 1952 in Istanbul, schrieb u. a. für Stern, Wirtschaftswoche und Capital. Als TV-Reporter, Moderator und Produzent drehte er zum Teil preisgekrönte Reisedokumentationen. Im Herbst 2017 erschien sein Sachbuch „Erdoğanistan: Der Absturz der Türkei und die Folgen für Deutschland“. Stephan Reichenberger, geboren 1957 in Bayreuth, ist Drehbuchautor und Ghostwriter. Ausgezeichnet mit dem Adolf-Grimme-Preis entwickelte er TV-Sendungen wie "Frontal" und "Leute heute" und drehte zahlreiche TV-Dokumentationen für ARD und ZDF. Çobanlı und Reichenberger leben in München. In Zusammenarbeit mit dem deutsch-türkischen Forum, gefördert von der Robert Bosch Stiftung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Sonntag
10.12.17
11.00 Uhr
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Martin Roth – WiderRede!

Roland Grätz, Ottilie Bälz, Armin Petras, Andre Wilkens

Lesung und Gespräch


Martin Roth starb Anfang August. Er war renommierter Kulturwissenschaftler, Kulturmanager, Kurator und zuletzt Leiter des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) in Stuttgart. Er war ein Ausnahme-Handelnder, ein Wirkender, ein Schaffender. Er war überzeugter Europäer, Weltbürger. Und er war Familienvater. Gemeinsam mit seinen Kindern Mascha, Clara und Roman Roth hat er in der letzten Phase seines Lebens einen Appell für demokratische Werte und die Zukunft Europas formuliert - im Rahmen eines familiären Diskurses. In ihrem Gespräch geben sie Anstöße für die Notwendigkeit der Widerrede - gegen die Aushöhlung von Freiheit, Toleranz und Demokratie, für den Erhalt dieser Werte und Errungenschaften. Die dokumentierten Gespräche sind kurz nach dem Tod Martin Roths in dem Buch "WiderRede! Eine Familie diskutiert über Populismus, Werte und politisches Engagement" erschienen. Auszüge aus dem Buch, die seine Tochter Mascha Roth, die für die Initiative Die Offene Gesellschaft arbeitet, ausgewählt hat, werden von Mitgliedern des Schauspielensembles gelesen. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Andre Wilkens, Roland Grätz (ifa), Ottilie Bälz (Robert Bosch Stiftung) und Armin Petras (Intendant Schauspiel) statt. Hinweis: Am Nachmittag findet um 14.30 Uhr ein Freundestreffen der Initiative Offene Gesellschaft statt, wozu alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Treffpunkt: An der Pforte zwischen den Eingängen zum Schauspielhaus und der Oper. Weitere Infos: In Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), der Robert Bosch Stiftung, dem Literaturhaus Stuttgart und der Initiative "Die Offene Gesellschaft" Eintritt: Euro 6,- (Vorverkauf im Kartenbüro der Staatstheater Stuttgart oder online kaufen >>>>)

 

Sonntag
10.12.17
17.00 Uhr
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Benefizkonzert des Stuttgarter Kammerorchesters

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Auch in diesem Jahr kooperiert das Stuttgarter Kammerorchester wieder mit Brot für die Welt für einen guten Zweck. Beide Institutionen können inzwischen auf eine jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit zurückblicken. Beim Benefizkonzert in der beeindruckenden Stuttgarter Johanneskirche soll auf die immer größer werdende Not in der Welt aufmerksam gemacht werden. Um die Welt geht es auch musikalisch mit Telemanns Suite in B-Dur „Les Nations“, die die Zuhörer durch die Schweiz und Portugal bis nach Moskau führt. Und das Jahr mit Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ Revue passieren lässt. Ein Abend stimmungsvoller Barockmusik, der die Vorweihnachtszeit ein wenig besinnlicher machen wird und den wir gerne unterstützen möchten. So kommet doch all'! Eintritt: Spende zugunsten Brot für die Welt

 

Dienstag
12.12.17
20.00 Uhr
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Bistro | Café

Marc Augé, Ulrich Raulff

Veranstaltungsreihe: Karambolagen

Lesung und Diskussion, Moderation: Elisabeth Edl


Karambolagen - so der Titel der neuen Veranstaltungsreihe des Literaturhauses und des Instituts francais - erzeugen Reibung: Das Aufeinanderprallen von Meinungen, Sichtweisen, Weltverständnissen ist im besten Wortsinne zwingender Bestandteil beweglicher Gesellschaften. Nach dem Auftakt im September zum Begriff "etranger/fremd" folgt nun der zweite Abend zum französischen Bistro und deutschen Cafe. Das Pariser Bistro ist ein Ort des Übergangs zwischen Distanz und Vertrautheit, ein Ort der sozialen Distinktion und zugleich kollektiver Identität. Das deutsche Cafe - (k)ein Pendant? Darüber kommen der französische Anthropologe Marc Auge und der Direktor des Literaturarchivs Marbach, Ulrich Raulff, auf der Basis ihrer jeweils exklusiv für den Abend verfassten Essays miteinander ins Gespräch. Marc Auge, geboren 1935, lehrt Anthropologie an der Pariser École des Hautes Études en Sciences Sociales, deren Präsident er lange Jahre war. Weit über die Fachgrenzen bekannt wurde er mit seinem Essay "Nicht-Orte". In diesem Jahr erschien sein Essay "Das Pariser Bistro". Ulrich Raulff war vor der Übernahme der Leitung des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar u.a. Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie Leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Sein Buch "Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben" wurde 2010 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Zuletzt erschien "Das letzte Jahrhundert der Pferde. Geschichte einer Trennung." Eine Gemeinschaftsproduktion des Literaturhaus Stuttgart und des Institut francais, in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert von der Dr. Karl & Elisabeth Eisele-Stiftung.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
13.12.17
20.00 Uhr
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Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke


Nach Annette von Droste-Hülshoffs Novelle "Die Judenbuche" steht nun Heinrich Bölls wohl bekannteste Erzählung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" aus dem Jahr 1974 auf dem Programm unserer Reihe "Klassiker der Literaturgeschichte". Am 21. Dezember wäre Heinrich Böll hundert Jahre alt geworden - Anlass genug, an den Literaturnobelpreisträger zu erinnern. In seiner Erzählung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" beschreibt er, wie eine Frau wegen ihrer Freundschaft zu einem Straftäter zum Opfer der Boulevardmedien und deren menschenverachtender Berichterstattung wird. Böll spielte dabei auf Medienkampagnen an, denen er selbst wegen missverstandener Publikationen im Zusammenhang mit dem Linksterrorismus der 1970er Jahre ausgesetzt war. In einer Vorbemerkung schreibt er: „Personen und Handlung dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.“ In Gespräch und Lesung werden sich die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel mit der Erzählung auseinandersetzen - und natürlich mit der Person Heinrich Bölls als kritischem Begleiter der bundesrepublikanischen Geschichte. Sendung zum Thema in SWR2 Wissen: Donnerstag, 7.12.2017, 8:30 Uhr „Heinrich Bölls Frühwerk - Das Gewissen der Sprache“ von Michael Reitz. Ganze Sendung: www.swr2.de/schullektuere Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
15.12.17
20.00 Uhr
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Notizen zum Schreiben

Ulrike Wörner, Joachim Zelter

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Lesung und Gespräch


Auf seiner Autorenwebsite schreibt Joachim Zelter: "Es gibt zwei Arten von Schriftstellern. Diejenigen, die erst anfangen zu schreiben und, wenn sie Erfolg damit haben, dann hauptberuflich Schriftsteller werden. Diejenigen, die erst die Entscheidung treffen, Schriftsteller zu werden, und dann anfangen zu schreiben." Zelter gehört zur zweiten Kategorie. Nach seiner Promotion in Neuerer Englischer Literatur und Lehraufträgen an den Universitäten Yale und Tübingen, entschied er sich 1997 Schriftsteller zu werden. Ein Jahr später erschien sein erster Roman "Briefe aus Amerika", 2016 im Verlag Klöpfer & Meyer neu aufgelegt. In seinen Werken, die mit zeitloser und spitzer Feder geschrieben sind, erzählt er Heinrichs Manns "Der Untertan" als „untertan“ neu, lässt Hypochonder durch Krankenhausflure schlurfen oder Lügner lügen, bis sich die Balken biegen. Zelter, dessen Bücher vom humoristisch-ironischen Ton leben, überzeichnet seine Figuren gnadenlos, so als würde ein Karikaturist lediglich einen groben Bleistift zur Verfügung haben, dabei aber durchaus seinen eleganten Stil bewahren, so Ulrich Rüdenauer in der Süddeutschen Zeitung. Ulrike Wörner, Geschäftsführerin des Friedrich-Bödecker-Kreises Baden-Württemberg und Dozentin für 'Erzählendes Schreiben' am Literaturhaus Stuttgart, wird mit Joachim Zelter an ausgewählten Beispielen über seine Schreib- und Überarbeitungsprozesse sprechen. Gefördert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
19.12.17
19.00 Uhr
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Peter Handke und kein Ende

Peter Hamm

Film, Buchvorstellung, Moderation: Julia Schröder


Noch 1968 wies der junge Lyriker und Kritiker Peter Hamm im aufgeheizten politischen Klima von 1968 den Aufsatz "Totgeborene Sätze" des damals gerade 26-jährigen Peter Handkes als "peinlich" und "bestürzend" zurück. Dass ein Kritiker das Werk eines Schriftstellers über fast 50 Jahre begleitet, ist bemerkenswert, aber dass so eine Geschichte aus Kritik und Ablehnung über eine langsame Annäherung schließlich zu einer Lebensfreundschaft wird - das dürfte indes einzigartig sein. 2002 gelang es Peter Hamm, zudem Autor zahlreicher Dokumentarfilme, den medienscheuen Schriftsteller Peter Handke für ein großes Filmportrait zu gewinnen. In seinem Haus bei Paris und an den Orten seines politischen Engagements spricht Handke mit Hamm in einer schonungslosen Selbstanalyse über sein Leben und Schreiben, seine Überzeugungen. So nahe konnte man Peter Handke, der im Dezember seinen 75. Geburtstag feiert, bisher nie kommen, so hatte sich der Autor bisher nie geöffnet, bemerkt Peter Hamm. In seinem soeben erschienen Buch "Peter Handke und kein Ende. Stationen einer Annäherung" legt er verborgene Bezüge und Motive in Handkes Werk offen und beteiligt die Leser*innen an diesem Entdeckungsprozess. Im Anschluss an den Film "Der Schwermütige Spieler. Peter Handke" (SWR/ARTE 2002, 90 Min.) spricht Julia Schröder mit Peter Hamm über sein neues Buch. 19.00 - 20.30 Uhr: Filmvorführung "Peter Handke und kein Ende" - Kurze Pause - 20.45 - 21.30 Uhr: Buchvorstellung " Peter Handke und kein Ende" und Gespräch

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
20.12.17
19.30 Uhr
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Wanted: Wendelin Niedlich!

Hannelore Schlaffer, Friedrich Schirmer, Jan Peter Tripp

Ausstellungseröffnung, Film, Gespräch, Moderation: Heike Gfrereis


Sibylle Lewitscharoff und Friedrich Meckseper mussten leider absagen. Dafür kommen Hannelore Schlaffer und Jan Peter Tripp. Untergrund, Computerkunst und Halbhöhenlage. Provokation und Proust. Informationsästhetik und Robert Walser. Deutsche Klassik und Bense. Bauhaus und Kafka. Grimmige Türhüter und die technische Entzauberung des Überbaus. Minimalismus und den abgrundtiefen Charme von Reihe drei. Sympathisanten, Vorbestrafte und Radieschen. Adorno und ein Waschkorb unbezahlter Rechnungen. Dieter Roth, linke Politik und konkrete Literatur. 68 vor 68. Das gab es in Stuttgart tatsächlich alles einmal zusammen an einem Ort - in Wendelin Niedlichs Buchladen in der Schmalen Straße, 1960 bis 1998. Nun ist Niedlich 90 geworden und 1968 kehrt zum 50. Mal wieder. Doch: Wie fängt man Legenden, Gespenster und gar Buchhändler, die alles sein wollen - nur keine Händler (denn "Wenn man einen Laden hat, sagt der Chinese, muss man lächeln")? Die Ausstellung "Wanted: Wendelin Niedlich!" zeigt Fotoalben, Bücher, Kunst und Anderes aus Niedlichs Buchladen. Kuratiert wurde sie von Heike Gfrereis, die langjährige, derzeit auf eigenen Wunsch freigestellte Leiterin der Marbacher Literaturmuseen, und gestaltet von Diethard Keppler. Die gebürtige Stuttgarter Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff, der Intendant der Esslinger Landesbühne, Friedrich Schirmer, und der Künstler Friedrich Meckseper sprechen über die beharrliche Kraft dieser kleinen Buchhandlung und ihres Inhabers und dessen Überzeugung: Literatur ist gefährlich! 19.30-20.15 Uhr: Filmvorführung Niedlich, Wendelin - Buchhändler - Kurze Pause - 20.30-21.30 Uhr: Gespräch mit Hannelore Schlaffer, Friedrich Schirmer und Jan Peter Tripp In Zusammenarbeit mit dem SWR2

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
08.01.18
19.00 Uhr
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Über Tyll von Daniel Kehlmann

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


"Sprachtrunken, bildersatt und verzaubert habe ich den neuen Roman von Daniel Kehlmann zugeklappt: So ein Wunderbuch begegnet einem nichts jedes Jahr!", urteilt Denis Scheck in der Sendung Druckfrisch. Einmal mehr spielt Daniel Kehlmann gekonnt mit Fiktion und historisch Beglaubigtem, denn auch wenn Tyll Ulenspiegel nicht in das 17. Jahrhundert gehört, ist die Rückkehr dieses Spötters nirgends angebrachter als angesichts dieser in krassem Elend versunkenen und fromme Lügen verstrickten Zeit, in der ein Leben keinen Gegenwert hat. Also schreibt euch den neuen Kehlmann auf den Wunschzettel und diskutiert mit uns ins neue Jahr hinein. Eintritt: Mitglieder frei; Gäste 3,-

 

Mittwoch
10.01.18
20.00 Uhr
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Weine nicht, wenn der Regen fällt... - Eine Schlagerreise von Rudi Schuricke bis Helene Fischer

Rainer Moritz

Lesung und Gespräch, Gesang: Wolfgang Seljé


Als Literaturkritiker, Autor, Übersetzer und Leiter des Literaturhauses Hamburg ist er auf den Bühnen der Sprache zu Hause. Dass er seit Kindesbeinen bekennender und textsicherer Schlagerfan ist, wissen bislang nur wenige. Im Reclam Verlag erschien jüngst sein Band "Schlager. 100 Seiten." Anlass genung, mit Rainer Moritz im Literaturhaus die Geheimnisse des deutschen Schlagers zu erkunden. Rainer Moritz erzählt vom ersten deutschen Nachkriegshit, Rudi Schurickes "Capri-Fischern", illustriert die Italien- und Hawaii-Sehnsucht der Adenauer-Ära, erläutert die erotische Botschaften von Howard Carpendale und Peter Alexander, zeigt, was geschieht, wenn Schlagersänger plötzlich von Modeerscheinungen wie Strand-Bikinis singen oder Fußballer ans Mikrofon eilen. Und zuletzt erklärt er ein für alle mal, was es mit dem Phänomen Helene Fischer auf sich hat. Freuen Sie sich auf Lieder, die Sie nie wieder hören wollten. Freuen Sie sich auf eine Reise in Ihre Vergangenheit und in die bundesrepublikanische Kulturgeschichte. Und singen Sie mit.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
11.01.18
20.00 Uhr
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Irmgard Keun: Das Werk

Heinrich Detering, Ursula Krechel

Lesung und Gespräch, Begrüßung: Joachim E. Schielke
Lesung: Nina Kunzendorf


Irmgrad Keun (1905-1982) ist vor allem für ihre Romane "Das kunstseidene Mädchen" und "Nach Mitternacht" bekannt, dabei hat sie noch eine Vielzahl weiterer Prosatexte geschrieben - voll literarischer Kraft und satirischer Schärfe. Ihr Gesamtwerk liegt nun erstmals in einer dreibändigen Edition vor. Versammelt sind alle erhaltenen Texte Keuns von der Weimarer Republik bis in die 1960er Jahre, darunter auch einige Neuentdeckungen. Es ist ein bemerkenswert facettenreiches Werk, das die Autorin als kritische und sensible Beobachterin der deutschen Zeitgeschichte und ebenso als außerordentliche Sprachkünstlerin zeigt. In einem umfassenden Kommentar erschließen die Herausgeber*innen Heinrich Detering und Beate Kennedy die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte, politische Kontexte und erzählerische Verfahren der Werke. An diesem Abend stellen Heinrich Detering und die Schriftstellerin Ursula Krechel, die den einleitenden Essay für die Ausgabe geschrieben hat, das Werk Keuns vor. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Wüstenrot Stiftung und dem Wallstein Verlag

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
16.01.18
17.00 Uhr
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Über Albrecht Fabri

Ulrich Keicher

Veranstaltungsreihen: Literatur Schaufenster, auf einen Kaffee

Gespräch


Albrecht Fabri (1911-1998) war kein Prosaautor, kein Lyriker, er war in erster Linie Essayist, dazu auch bedeutenden als Kunstkritiker und Übersetzer aus dem Französischem. Ohne ein sehr umfangreiches Werk hinterlassen zu haben, nannte ihn Alfred Gomringer in seiner Bedeutung den "Nestor des schreibenden Neubeginns nach 1945". Gleichwohl blieb Fabri trotz seinen funkelnden Schreibstils und als Stilist von hohem Rang, im Literaturbetrieb seiner Zeit eine Art Fremdkörper. Dennoch wurde er gerade von Kollegen hoch geschätzt und Jörg Drews nannte dies: "Die Zeit arbeitet für ihn". Und auch aus diesem Grunde wollen wir anlässlich seines 20. Todestages am 20. Februar besonders auf diesen Autor hinweisen.

Eintritt frei

 

Mittwoch
17.01.18
20.00 Uhr
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William Shakespeare: Macbeth

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke


In der mittlerweilen vierten Auflage unserer Reihe "Klassiker der Literaturgeschichte" steht abschließend William Shakespeares Drama "Macbeth" auf dem Programm. Der englische Dramatiker Ben Johnson sagte einmal über seinen Zeitgennossen: "Shakespeare gehört nicht einem Zeitalter, sondern allen Zeiten!" Das gilt auch für die großen Shakespeare-Tragödien, darunter mit Sicherheit "Macbeth". Auf der Basis eines historischen Stoffes aus dem 11. Jahrhundert formuliert Shakespeare in "Macbeth" nichts Geringeres als eine zeitlose Urfabel über Machtgier, Mord und der sich draus fortzeugenden Gewalt: Der anfangs zögerliche Königsmörder Macbeth wird, nachdem er mit blutigen Händen den Thron bestiegen hat, zum Serienkiller, die Anstifterin Lady Macbeth verfällt dem Wahnsinn. Tatsächlich wurde "Macbeth" in Inszenierungen oft genug als abschreckendes Beispiel für politische Verbrechen und Tyrannei interpretiert. Doch so naheliegend dieser moralische Appell auch erscheint: Die Faszination durch den Schrecken, die das Stück kunstreich ausspielt, wird dadurch kaum gebrochen. Oder ist das Stück gar keine Warnung vor dem Fluch der bösen Tat? Sondern ein Blick in die Abgründe des Menschen, des Nihilismus, der Sinnlosigkeit? In Gespräch und Lesung werden sich die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel mit diesen und anderen Fragen auseinandersetzen - und mit der Person William Shakespeare, der auch 2016 wieder mit 150 Inszenierungen der meistgespielte Autor auf deutschen Bühnen war. Der Stuttgarter Performance-Poet Timo Brunke umrahmt den Abend mit poetischen Interventionen. Parallel spürt SWR2 Wissen in der Sendereihe "Klassiker der Schullektüre" der Aktualität von "Macbeth" für den schulischen Kontext nach. Sendung zum Thema in SWR2 Wissen: Donnerstag, 11.01.2018, 8:30 Uhr „Macbeth - William Shakespeare und die Gier anch Macht“ von Eberhard Falcke. Sendung zum Nachhören und Video der Veranstaltung auf: www.swr2.de/schullektuere Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
19.01.18
20.00 Uhr
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Themen im Drama

Lutz Hübner, Thomas Richhardt

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Lesung und Gespräch


Ein Autor, der sich aktuellen Themen widmet: Lutz Hübner zählt zu den meistgespielten Gegenwartsdramatikern auf deutschen Bühnen und hat dabei immer aktuelle Fragestellungen im Blick. Er sagt: "Man muss Denkanstöße geben, ohne mit Botschaften hausieren zu gehen. Man muss kleine U-Boote bauen, um das Publikum zu erreichen." So verhandelt er in seinem Stück "Frau Müller muss weg", 2015 von Sönke Wortmann verfilmt, die Verheerungen in einem auf Leistung getrimmten Schulsystem ebenso humorvoll wie er aktuell in seinem Stück "Willkommen" der Willkommenskultur auf den Zahn fühlt. Hübner studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie in Münster und machte anschließend eine Ausbildung zum Schauspieler. Seinen Erfolgsweg als Dramatiker begann er als Autor für das Kinder- und Jugendtheater, und auch als Leiter von Schreibwerkstätten blickte er auf zahlreiche Erfahrungen im In- und Ausland zurück. Thomas Richhardt, Dramaturg und langjähriger Leiter von Werkstätten zum Szenischen Schreiben wird mit Lutz Hübner über die Kraft von Themen, Konflikten und dramatischen Situationen sprechen.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
22.01.18
11.00 Uhr
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Naturlyrik

Nico Bleutge, Dr. Christian Schärf

Veranstaltungsreihe: Sternchenthemen

Gespräch, Gedichte, Musik, Moderation: Anja Brockert
Musikalische Begleitung: SWR Symphonieorchester


Die Natur und der Mensch sind untrennbar miteinander verbunden - auch in Dichtung und Musik. Dabei hat jede künstlerische Epoche eigene Vorstellungen davon entwickelt, was die Natur für die Menschen bedeutet: Mal wurde sie romantisiert und eng mit dem Individuum verknüpft, mal als bedrohlich und dämonisch erlebt. Naturgedichte spiegeln Zivilisationsmüdigkeit und Kritik an der Moderne ebenso wie den Wunsch nach einer ökologischen Erneuerung. In den letzten Jahren hat die Naturlyrik in Deutschland einen neuen Aufschwung erlebt. Einer ihrer bekanntesten Vertreter ist der jüngst mit dem Kranichsteiner Literaturpreis ausgezeichnete 45jährige Lyriker Nico Bleutge. Er stellt an diesem Vormittag eigene Gedichte vor und erkundet zusammen mit dem an der Universität Hildesheim lehrenden Literaturwissenschaftler Prof. Christian Schärf ausgewählte Beispiele der Naturlyrik - vom "Sturm und Drang" bis heute. Musiker des SWR Symphonieorchesters spielen Werke aus den entsprechenden Epochen. Gespräche, Gedichte und Musik machen die Beziehung zwischen Mensch und Natur neu erfahrbar. Veranstaltung zum Nachhören mit Video auf swr2.de/Sternchenthemen In Kooperation mit SWR Symphonieorchester und SWR2 Wissen Gefördert durch: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
22.01.18
20.00 Uhr
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Was taugt dem Künstler das Buch? Slevogt, Picasso, Grieshaber...

Stefan Soltek

Vortrag und Gespräch


Mit der Stuttgarter Antiquariatsmesse und der Antiquaria in Ludwigsburg wird die Region alljährlich, jeweils Ende Januar, zu einem Mekka der Büchersammler*innen aus aller Welt. Die diesjährige Auftaktveranstaltung ist einem Thema aus dem Feld der Buchillustration gewidmet. Auch wenn Maler und Zeichner bereits druckgrafische Folgen erstellt haben, hat die Auseinandersetzung mit der festen Abfolge von Seiten in einem Buch ihre besondere Schaffenskraft hervorgelockt. Der Vortrag von Stefan Soltek, Leiter des Klingspor Museums Offenbach für internationale Buch- und Schriftkunst, zeigt diverse Konzepte auf, die Künstler im 20. Jahrhundert entwickelt haben. Mehr oder minder klassisch bewerkstelligen sie die Illustration eines Textes, verschieden sind ihre Techniken - Liebe und Tod jedoch die Leitthemen bei ihnen allen. Und sie faszinieren durch ihren Umgang mit Farbe und Figur, ob Max Slevogt und Max Liebermann, Henri Matisse und Pablo Picasso, Hendrik Nicolaas Werkman und HAP Grieshaber oder Willi Baumeister und Felix Furtwängler. Gemeinsame Auftaktveranstaltung der Stuttgarter Antiquariatsmesse und der Antiquaria Ludwigsburg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
23.01.18
20.00 Uhr
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Robert Bosch. Unternehmer im Zeitalter der Extreme

Peter Theiner

Veranstaltungsreihe: Wirtschaft

Lesung und Gespräch, Moderation: Dr. Wolfram Pyta


Robert Bosch war einer der erfolgreichsten Unternehmer des 20. Jahrhunderts und gleichzeitig ein Pionier der sozialen Marktwirtschaft. In einer Zeit der Kriege und gesellschaftlichen Umbrüchen, in einem Zeitalter der Extreme, positionierte sich Bosch als überzeugter Demokrat. Sein Vermächtnis, aus dem die Robert Bosch Stiftung entstanden ist, gründet in der Selbstverpflichtung, als Bürger und als erfolgreicher Unternehmer auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Warum sein Denken gerade heute wieder aktuell ist, zeigt die neue Biografie "Robert Bosch. Unternehmer im Zeitalter der Extreme." Peter Theiner begibt sich in seinem ausdrucksvollen Werk auf die Spurensuche dieser faszinierenden Persönlichkeit und kommt ins Gespräch mit dem Stuttgarter Professor für Neuere Geschichte, Wolfgang Pyta. In Zusammenarbeit mit de Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
24.01.18
09.00 Uhr
-

Agnes

Peter Stamm

Veranstaltungsreihe: Sternchenthemen

Gäste, Lesungen, Gespräche, Moderation: Anja Brockert


Was passiert mit einem literarischen Werk, wenn es zur Pflichtlektüre in der Schule wird? Das erleben nicht viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller bereits zu Lebenszeiten, der Schweizer Autor Peter Stamm hingegen schon. Sein Debütroman "Agnes" in der er eine komplexe Liebesgeschichte im ausgehenden 20. Jahrhundert erzählt, wurde zum Sternchenthema. Der Ich-Erzähler und seine Freundin Agnes, eine junge Physikerin, erfahren Nähe und Fremdheit miteinander, schwanken zwischen Verantwortung und Freiheit. Als der Ich-Erzähler beginnt, ihre gemeinsame Geschichte aufzuschreiben, muss er erleben, wie die literarische Fantasie die wirkliche Liebe überholt. Am Ende ist Agnes verschwunden und möglicherweise tot. Das Buch ist im Schuljahr 2017/2018 letztmalig verbindliche Lektüre für das Deutsch-Abitur in Baden-Württemberg. Wie ergeht es den Beteiligten damit, den Lehrenden, den Schülerinnen und Schülern und nicht zuletzt dem Autor selbst? Welches pädagogische Interesse steht dahinter? Wird "Agnes" nun in der Schule beigesetzt im Kanon der "Klassiker" - oder im Gegenteil besonders lebendig unten den Augen junger Leserinnen und Leser? Sendung zum Nachhören und Nachlesen unter In Kooperation mit SWR2 Wissen und Hospitalhof Stuttgart Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
26.01.18
18.00 Uhr
-

Passhöhe - Schweizer Stimmen im Stuttgarter Literaturhaus

Martina Clavadetscher, Schreibkollektiv AJAR, Ralph Dutli, Serpentina Hagner, Dana Grigorcea, Perikles Monioudis, Jürg Halter


Sie benennt die tiefstmögliche begehbare Stelle eines Bergkamms, eines Gratverlaufs oder Hohenrückens und birgt auf diese Weise zugleich ein Minimum und Maximum in sich: die Passhöhe. Diese nehmen wir zum Anlass, ein konzentriertes Minimum in Form eines Abends der Schweizer Literatur mit dem Maximum zusammenzubringen, mit aufregenden, neuen wie auch bekannten Schweizer Autor*innen, die wir in literarischer wie ästhetischer Formatvielfalt vorstellen. Das Programm setzt sich zusammen aus Bühnenperformance, Comic, Vortrag, Lesung und Gespräch, mit Einblicken in die Schweizer Nachwuchsschmiede, Gesprächen mit einem schreibenden Paar und der Präsentation des Schreibkollektivs AJAR, das nicht allein, sondern zusammen die Feder in die Hand nimmt. Station 1 // zwischen/miete special 18.00 - 18.45 Uhr Knochenlieder Martina Clavadetscher Lesung und Gespräch Moderation: Marcus Willand Martina Clavadetscher legt mit ihrem zweiten Roman in verknappter Sprache und schnellen Dialogen eine bitterböse Zukunftsgeschichte vor, in die sie geschickt verschiedene Märchenmotive einflicht. "Knochenlieder" (edition Bücherlese) stand 2017 auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises und erzählt die Geschichte der Familien Grün und Blau über rund sechs Jahrzehnte, beginnenden um 2020. Steht im ersten Teil das abgeschottete Leben in der Siedlung im Mittelpunkt, so spielt der Roman im zweiten Teil und gut zwanzig Jahre später in einer überwachten Stadt, die nur noch den Ausnahmezustand kennt. 1979 geboren, arbeitet Clavadetscher als Autorin, Dramatikerin und Radiokolumnistin. 2014 erschien ihr Prosadebüt "Sammler" im Verlag Martin Wallimann, in der Spielzeit 2013/2014 war sie zudem Hausautorin am Luzerner Theater. Station 2 18.45 - 19.30 Uhr Unter diesen Linden Schreibkollektiv AJAR Bruno Pellegrino, Matthieu Ruf und Lydia Schenk Lesung und Performance "Unter diesen Linden" (Lenos Verlag) sei der aufsehenerregende zu Lebzeiten unveröffentliche Roman der fiktiven Grande Dame der Westschweizer Literatur, Esther Montandon. Die vermeintlich vergessene Schriftstellerin wurde für ein Kunstprojekt kreiert, der Roman geschrieben vom AJAR-Collectif litteraire. Die in der ganzen Romandie verstreuten Autor*innen binden das junge bilinguale Schreibkollektiv, das in Fragmenten schreibt, die sie in der gemeinsamen Dropbox teilen. Prozess und Resultat dieses mehrstimmig-einstimmigen Schreibens präsentiert AJAR in einer deutsch-französischen Performance. 19.30 - 20.00 Uhr Öppis chlis z'ässä (Schweizer Wein und Käse) Station 3 20.00 - 20.30 Uhr Winterpech & Sommerpech: Werkschau eines Tausendsassas Ralph Dutli Essay und Vortrag Ralph Dutli gehört zu den renommiertesten Schweizer Autoren der Gegenwart. Für seine Bücher und Editionen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und wurde 2013 und 2015 für den deutschen Buchpreis und den Schweizer Buchpreis nominiert. Sein jüngstes Werk "Winterpech & Sommerpech" (Wallstein Verlag) öffnet uns den Blick auf erstaunlich moderne Poesie des mittelalterlichen Frankreichs. So ist der Pariser Dichter Rutebeuf (1230-1285) ein Poet völlig neuen Typs: Radikal subjektiv und provokativ unhöfisch berichtet Rutebeuf von Armut, Elend, Spiel- und Trunksucht und seinem Hadern mit Gott. 750 Jahre später nach Erscheinen der französischen Originaltexte übersetzt Ralph Dutli nun erstmals eine Auswahl ins Deutsche und vollendet seine "Kleine Trilogie des 13. Jahrhunderts", in der er die Wurzeln unserer literarischen Moderne im Mittelalter aufspürt. Station 4 20.30 - 21.00 Uhr Der Märchenmaler von Zürich Serpentina Hagner Moderation: Sara Dahme Comiclesung und Gespräch Serpentina Hagner zeichnet in ihrer Graphic Novel "Der Märchenmaler von Zürich" (edition moderne) ein turbulentes Portrait ihrer Familie. Angefangen mit der Großmutter des Märchenmalers Pauline, die sich mit ihrem unbändigen Temperament und ihrer Durchtriebenheit einen reichen Industriellen angelt, über die traumatische Kindheit von Emil Medardus Hagner als "Kuckuckskind", bis zu seinem späteren Schaffen als Märchenmaler von Zurüch. Darüber hinaus bietet der Comic ein für Schweizer Verhältnisse ungewohnt deftiges und überaus vergnügliches Sittenbild von Zürich in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Serpentina Hagner ist 2017 die erste Schweizer Finalistin des Comicbuchpreises 2017 der Berthold Leibinger Stiftung. 21.00 - 21.15 Uhr Öppis chlis z'ässä (Schweizer Wein und Käse) Station 5 21.15 - 22.00 Uhr Paarläufe: 2x schreiben Dana Grigorcea und Perikles Monioudis Lesung und Gespräch Moderation: Renata Burckhardt Schreiben ist kein Teamsport - oder doch? Dana Grigorcea, geboren 1979 in Bukarest, und Perikles Monioudis, ein Schweizer mit griechischen Vorfahren. Was sie verbindet ist die gemeinsame, gewählte Heimat Zürich, die Liebe zum Schreiben - und zueinander. Wir sprechen mit dem Schweizer Schriftstellerpaar über ihre jeweiligen aktuellen Arbeiten, die Besonderheit einer Künstlerehe und das Handwerk des Schreibens - das vielleicht kein einsames Handwerk sein muss. Für ihr zweites Buch "Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit" erhielt Dana Grigorcea 2015 den 3sat-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs. In Kürze erscheint ihr neuer Roman "Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen" (Dörlemann Verlag), aus dem sie einige Kostproben lesen wird. Perikles Monioudis wurde für seine in mehrere Sprachen übersetzen Romane und Erzählbände mit vielen Auszeichnungen bedacht. Jüngst erschien sein Roman "Land", über die Reise eines jungen Mannes auf den Spuren seiner Vorfahren durch viele Hafenstädte des Mittelmeerraums. Station 6 22.00 - 22.45 Uhr Mondkreisläufer Jürg Halter Perfomancepoesie "Mondkreisläufer" feierte ursprünglich als Theaterstück seine Premiere 2016 am Theater Bern. Es folgten zahlreiche ausverkaufte Vorstellungen, begeisterte Kritiken und die Einladung zu den Autorentheatertagen nach Berlin 2017, einem der wichtigsten Festivals für zeitgenössische deutschsprachige Dramatik. Jetzt hat Halter den Theatertext weiterentwickelt und in einen schillernden Prosatext verwandelt, der 2017 beim Schweizer Verlag und Veranstalter für Spoken Word, Der gesunde Menschenverstand, erschienen ist. Im Grenzgebiet zwischen Vernunft und Wahnsinn setzt Halter einen namenlosen Protagonisten aus und schickt ihn auf die Suche nach seiner ersehnten Mutter, die sich auf dem Mond befinden soll. Dabei drängt er den Leser, dem unablässig Sprechenden zu folgen und mit ihm und anderen eine neue Gemeinschaft zu begründen. Jürg Halter ist Schriftsteller, Musiker, Performancekünstler und Pionier der neuen deutschsprachigen Spoken-Word-Szene. Station 7 22.45 - 23.00 Uhr Mond aus! Dana Grigorcea Bilderbuchlesung & Bettmümpfeli (Schoggi von Läderach) Mit dem Kinderbuch "Mond aus!" (Baeschlin Verlag) von Dana Grigorcea, illustriert von Anna Luchs, endet die Wanderung durch die Literaturlandschaft der Schweiz. Im Wald ist es laut - und hell! Der Wolf kann nicht schlafen. Er ärgert sich. Wenn nur der Mond nicht so hell wäre! Dann wären auch die Frösche nicht so laut. Da hat es der Fuchs schon besser: Sein buschiger Schwanz sorgt für Dunkelheit. Oder die Wildschweinfamilie: Die hört nur sich selbst im Schlafe grunzen. "Mond aus!", jault der Wolf. Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung und dem Schweizerischen Generalkonsulat in Stuttgart sowie Läderach

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei

 

Montag
29.01.18
20.00 Uhr
-

Tyll

Daniel Kehlmann

Lesung und Gespräch, Moderation: Ijoma Mangold


"Tyll" ist die Neuerfindung einer legendären Figur: In seinem neuen Roman setzt Daniel Kehlmann Tyll Ulenspiegel ins 17. Jahrhundert in ein kleines Dorf. Sein Vater, ein Magier und Welterforscher, gerät schon bald mit der Kirche in Konflikt. Tyll muss fliehen, und die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf ihren Wegen durch das von Religionskriegen verheerte Land begegnen sie Menschen, wie dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman, dem exilierten Königspaar Elisabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat und dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler und Provokateur, der eines Tages beschloss niemals zu sterben. In Kooperation mit dem Hospitalhof Stuttgart Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Dienstag
30.01.18
20.00 Uhr
-

Der Sommer ihres Lebens

Barbara Yelin, Thomas von Steinaecker

Comic-Präsentation


"Der Sommer ihres Lebens" ist nicht nur eine berührende Geschichte über das Altern, sondern zugleich eine beeindruckende Zusammenarbeit zwischen der Zeichnerin Barbara Yelin und dem Schriftsteller Thomas von Steinaecker: Gerda steht am Fenster eines Seniorenheims und schaut in die Sterne. Lange hat sie die Frage aufgeschoben, jetzt sucht sie eine Antwort darauf: Hat sie ein glückliches Leben? Früher war Gerda ein aufgewecktes Mädchen, mit Interesse für Zahlen. Sie setzt sich durch, wurde Astrophysikerin, verliebte sich, bekam eine Tochter und trennte sich später von ihrem Mann. Während sie versucht, den Alltag im Heim mit den schwäbischen Pflegerinnen zu meistern, denkt sie zurück an ihre Jugend in den 1960er Jahren und an eine schmerzhafte Entscheidung, die sie damals treffen musste, in jenem Sommer ihres Lebens - für ihren Mann und gegen eine Stelle im Ausland.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
31.01.18
19.00 Uhr
-

Erben des Holocaust - Leben zwischen Schweigen und Erinnerung

Andrea von Treuenfeld, Marcel Reif

Lesung und Gespräch, Moderation: Anat Feinberg


Um ihrer Vernichtung zu entkommen, mussten sie ständig neue Verstecke finden, in den Untergrund gehen, sich Partisanen anschließen oder in Länder fliehen, deren Kulturen ihnen fremd waren. Sie verloren Heimat und Familie und durchlitten Ghettos, Arbeitslager und Ausschwitz. Sie überlebten, aber sie waren Gezeichnete, die Vergangenheit begleitete sie und prägte auch die Kindheit der Zweiten Generation. Wie war es für sie in einem Land aufzuwachsen, das noch wenige Jahre zuvor ihre jüdische Familie auslöschen wollte? Andrea von Treuenfeld hat prominente Söhne und Töchter befragt. Marcel Reif, Nina Ruge, Ilja Richter, Robert Schindel und andere berichten von der Herausforderung des Lebens als "Erben des Holocaust". Obwohl sie ihn nicht selbst erlebten, blieb er wesentliches Element in ihrer Biografie. Im Literaturhaus nun kommen die Autorin des Buches, Andrea von Treuenfeld, und Marcel Reif, Schweizer Sportjournalist, mit Anat Feinberg, Professorin für jüdische und hebräische Literatur, ins Gespräch. In Zusammenarbeit mit dem Forum Jüdischer Bildung und Kultur e.V.

Eintritt frei

 

Donnerstag
01.02.18
20.00 Uhr
-

"1968, ou tout s’est joué en 1966" – War das wahre 68 eigentlich schon 66?

Antoine Compagnon

Vortrag, Übersetzung: Jürgen Stähle


Im Frühjahr 2018 jährt sich der französische „Mai 68“, Anlass genug, die "68er-Revolution" und die damaligen Ereignisse aus heutiger Sicht noch einmal genauer anzuschauen: Der Vortrag von Antoine Compagnon geht der Frage nach, ob das wahre "68" nicht eigentlich auf das Jahr 1966 rückdatiert werden müsste. Denn für Compagnon ist das Jahr 1966 ein „annus mirabilis“ - so der Titel seiner am Pariser Collège de France gehaltenen Vorlesungsreihe -, ein bemerkenswertes und richtungsweisendes Jahr, in dem sowohl kulturell also auch politisch und gesellschaftlich viele Weichen für die "revolutionären" Prozesse von 1968 gestellt wurden. Im Frankreich des ökonomischen Aufschwungs, der allgemeinen Modernisierung und der Konsumgesellschaft erreichen die Babyboomer der Nachkriegszeit zum ersten Mal die Universität. Während im Film mit Godard, Bresson, Rivette , in der Literatur mit Genet und Perec neue Meilensteine gesetzt werden, ernten Denker wie Roland Barthes, Michel Foucault, Jacques Lacan, oder auch Louis Althusser überraschende Publikumserfolge. In dem Vortrag werden soziologische, politische, philosophische Aspekte mit Phänomenen der Hoch- und Populärkultur miteinander in Beziehung gesetzt und mit dem Geist von 1968 konfrontiert. Antoine Compagnon war bis Herbst 2017 Professor an der Columbia University, New York. Seit 2006 hat er den Lehrstuhl für Litterature francaise et contemporaine am Collège de France inne, unter dessen Dach sich 54 renommierte französische - und einige internationale - Professor*innen aller wissenschaftlichen Disziplinen versammeln. Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Frankreich Schwerpunktes des IZKT der Universität Stuttgart und des Institut francais Stuttgart. In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Stuttgart Die Veranstaltung wird von der Robert Bosch Stiftung mit Mitteln der DVA-Stiftung gefördert.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
02.02.18
20.00 Uhr
-

Stadt der Feen und Wünsche

Leander Steinkopf

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch


In der Reihe "zwischen/miete" werden Stuttgarter WGs auch im neuen Jahr wieder zur Lesebühne für Autor*innen aus der jüngsten Schriftstellergeneration. Gelesen wird direkt in der Wohngemeinschaft auf dem Sofa, im Sessel oder am Küchentisch. Der erste Autor im neuen Jahr ist Leander Steinkopf, der in seiner sprachlich virtuosen Erzählung "Stadt der Feen und Wünsche" seinen Protagonisten mit romantischem Pessimismus durch Berlin streifen lässt. Mit abgeklärtem und dennoch zärtlichem Gespür für ihre Schwächen betrachtet er seine Mitmenschen, ohne sich in Hybris zu verlieren, denn auch vor dem eigenen Ich macht die Erkenntnis nicht Halt: "Die Menschen, die mich mögen, verachte ich vor allem für die Gründe, aus denen sie mich mögen. Für ihre Achtung vor dem, was ich an mir längst durchschaut habe." Er läuft durch die Stadt, vorbei am durchoptimierten Leben in Berlin Mitte bis an ihre Ränder, wo zwischen Spielkasinos und Heroinkügelchen kleine grüne Rasenflecken die Überbleibsel einer hoffnungsvolleren Vergangenheit bilden. Leander Steinkopf, geboren 1985, studierte in Mannheim, Berlin und Sarajevo. Er arbeitete als freier Journalist u.a. für die FAZ und die FAS und lebt in München. Die Reihe wird programmiert von Friederike Ehwald, Charline Medernach und Nina Wittmann. zwischenmiete.literaturhaus-stuttgart.de, www.facebook.com/ZwischenmieteStuttgart Ort: Nobelstraße 13B, 70569 Stuttgart

Eintritt: Euro 5,- (inkl. Bier & Brezel)

 

Montag
05.02.18
19.00 Uhr
-

Über Der Goldene Handschuh von Heinz Strunk

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Phantastisch düster, grell komisch und unendlich traurig: In seinem 2016 erschienen Roman erzählt Heinz Strunk die Geschichte von Fritz Honka, einem Frauenmörder aus der untersten Unterschicht, der 1976 in einem spektakulären Prozess schaurige Berühmtheit erlangte. Honka, der selbst durch eine grausame Jugend voller Missbrauch und Gewalt geistig und körperlich gezeichnet ist, suchte sich seine Opfer in der Hamburger Absturzkneipe „Zum Goldenen Handschuh“. Und damit ist man mittendrin in der infernalischen Nachtwelt von Kiez, Kneipe, Schnaps und Elend. Dabei achtet der Autor auf historische Genauigkeit, zeigt Mitgefühl mit seinem ungeheuerlichen Protagonisten und lässt Arm und Reich zwischen Alkohol, Sex, und Verbrechen aufeinanderprallen. Bei einem Bier diskutieren wir über Fritz Honka und andere literarische Serienmörder. Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Dienstag
06.02.18
20.00 Uhr
-

Der Boxer

Szczepan Twardoch

Lesung und Gespräch, Moderation: Olaf Kühl
Deutsche Lesung: Wolfgang Michalek


Schon Szczepan Twardochs beiden letzten Romane "Morphin" und "Drach" sorgten für Aufsehen in der Literaturwelt. Nun kommt der Autor, ein enfant terrible und Dandy der polnischen Literatur, Boxer und Rotweintrinker, mit seinem neuen Roman "Der Boxer" zusammen mit seinem preisgekrönten Übersetzer Olaf Kühl ins Literaturhaus, mit einer Geschichte des Untergrunds aus den 1930er Jahren: Jakub Shapiro, hoffnungsvoller junger Boxer, wird der Vertraute des mächtigen Warschauer Unterweltpaten Kaplica. Doch rechte Putschpläne gegen die polnische Regierung bringen das Imperium Kaplicas in Bedrängnis; er kommt in Haft, als ihm ein politischer Mord angehängt wird. Im Schatten dieser Ereignisse bricht ein regelrechter Krieg der Unterwelt los. Shapiro nimmt die Dinge in die Hand und dabei immer mehr die Rolle des Paten ein - ein Aufstieg eines Verbrecherhelden zwischen Gewalt, Eleganz, Laster und Verletzlichkeit in einer von Konflikten zerrissenen Gesellschaft als Jude im Vorkriegs-Warschau. Szczepan Twardoch, geboren 1979, ist einer der herausragenden Autoren der polnischen Gegenwartsliteratur. Mit "Morphin" (2012) gelang ihm der Durchbruch. Für den ebenfalls hochgelobten Roman "Drach" wurden Szczepan Twardoch und sein Übersetzer Olaf Kühl 2016 mit dem Brücke Berlin Preis geehrt. Twardoch lebt mit seiner Familie im polnischen Pilchowice.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
07.02.18
20.00 Uhr
-

Die Hauptstadt

Robert Menasse

Lesung und Gespräch, Moderation: Bernd Isele


Schon 2013 publizierte er gemeinsam mit der Politologin Ulrike Guerot ein "Manifest für die Begründung einer Europäischen Republik", und den Strukturen der Europäischen Union ist er auch in seinem Essay "Der Europäische Landbote" nachgegangen. Und nun wurde ihm 2017 der deutsche Buchpreis zugesprochen für seinen Europa-Roman mit dem Titel "Die Hauptstadt": Der Schriftsteller und Essayist Robert Menasse hält den Prozess der europäischen Einigung für "den entscheidenden in unserer Lebenszeit". In seinem neuen Roman spannt er nun einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen: In Brüssel laufen die Fäden zusammen! Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren, studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft, lehrte anschließend als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie an der Universität São Paulo. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist überwiegend in Wien. In Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
10.02.18
19.00 Uhr
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Kneipentour durch Stuttgart

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


„Man kann auch schlechter abstürzen, aber nicht in Stuttgart!“ (Vincent Klink). Geleitet vom alkoholischen Reiseführer des Stuttgarter Lift-Magazins ziehen wir los, um Stuttgarts rauchigste und finsterste Ecken zu erkunden: Die Pinten und Kaschemmen, in denen das Herrengedeck ganz oben auf der Getränkekarte steht. Treffpunkt: Marienplatz, Ausgang U-Bahn Kosten: Je nach Pegel

 

Donnerstag
15.02.18
20.00 Uhr
-

Unmögliche Liebe – Die Kunst des Minnesangs in neuen Übertragungen

Tristan Marquardt, Durs Grünbein, Kerstin Preiwuß

Lesung und Gespräch


"Dû bist mîn, ih bin dîn. | des solt du gewis sîn" (anonym): Die Kunst des Minnesangs wird zum Liebesbekenntnis von über 60 Dichter*innen der Gegenwart zu ihren großen Vorfahren im Mittelalter: Lyriker*innen wie Joachim Sartorius, Monika Rinck, Durs Grünbein, Nora Gomringer oder Marcel Beyer haben Minnelieder aus dem Mittelhochdeutschen ins Heute übertragen, eingeladen von den beiden Herausgebern Jan Wagner und Tristan Marquardt und gedruckt unter dem Titel "Unmögliche Liebe", erschienen im Hanser Verlag. In diesen Gedichten betreten wir nicht nur ein über achthundert Jahre altes Neuland, eine Welt, deren Begehren uns nah und fremd zugleich erscheint. Die wunderbar unterschiedlichen Übersetzungsweisen zeigen darüber hinaus beeindruckend, wie Gegenwartslyrik sich den Gesängen der Minne nähert. In Stuttgart zu Gast ist der Lyriker und Übersetzer Durs Grünbein, geb. 1962 in Dresden, die Prosaautorin und Lyrikerin Kerstin Preiwuß, geb. 1980 in Lübz (Mecklenburg) sowie der Herausgeber, Lyriker und Spezialist im Mittelhochdeutschen Tristan Marquart, geb. 1987 in Göttingen. In Zusammenarbeit mit LiedKunst KunstLied.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
16.02.18
19.00 Uhr
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Entlang den Gräben - Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan

Navid Kermani

Lesung und Gespräch, Moderation: Denis Scheck


Im Auftrag des SPIEGEL ist Navid Kermani entlang den Gräben gereist, die sich gegenwärtig in Europa neu auftun: von seiner Heimatstadt Köln nach Osten bis ins Baltikum und von dort südlich über den Kaukasus nach Isfahan, die Heimat seiner Eltern. Ein immer noch fremd anmutendes, von Kriegen und Katastrophen zerklüftetes Gebiet beginnt östlich von Deutschland und erstreckt sich über Russland bis zum Orient. Mit untrüglichem Gespür für sprechende Details erzählt er in seinem Reisetagebuch von vergessenen Regionen, in denen auch heute Geschichte gemacht wird, und von Menschen, deren Geschichten wahr sind und sich doch widersprechen. Seine Reise führte ihn mitten durch den jüdischen „Ansiedlungsrayon“ der Zarenzeit, die „Bloodlands“ des Zweiten Weltkriegs, entlang dem Riss zwischen Ost und West, wo der Kalte Krieg längst nicht zu Ende ist und im Donbass zum heißen Krieg wird. Er hat die Trümmer zerstörter Kulturen und die Spuren alter wie neuer Verwüstungen gesehen. Vor allem hat er Menschen getroffen, die innerlich zerrissen sind, weil sie sich auf der Suche nach Heimat und Wohlstand auf eine Seite schlagen müssen. Mit wenigen Strichen lässt er das Nachtleben der Großstädte lebendig werden, Geschäfte wie zu Sowjetzeiten, hippe Cafes, die Gelassenheit in Frontnähe und die Angst vor den anderen, wer immer das ist. Nachdem 2016 ein Teil der Reportagen in Auszügen bereits im SPIEGEL veröffentlicht wurden, erscheint nun Ende Januar 2018 das gesamte Tagebuch im C.H. Beck-Verlag Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Dienstag
20.02.18
20.00 Uhr
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Der Zerfall der Demokratie – Wie der Populismus den Rechtsstaat bedroht

Yascha Mounk

Lesung und Gespräch, Moderation: Knut Krohn


Politikverweigerung und rechtspopulistische Parteien untergraben stabile Regierungen. Der Harvard-Politologe Yascha Mounk legt Gründe und Mechanismen offen, die westliche liberale Rechtsstaaten - so auch die USA unter Donald Trump - allmählich erodieren lassen. Zwei Muster treten dabei zu Tage: Entweder werden wie in den USA, Ungarn, Polen und der Türkei Demagogen ins Amt gewählt, die die Rechte von Minderheiten missachten, oder eine Regierung verschanzt sich, freiheitliche Rechte garantierend, hinter technokratischen Entscheidungen - und verliert wie in Deutschland, Großbritannien und Frankreich zunehmend an Volksnähe. Brillant und aufrüttelnd erklärt Yascha Mounk die komplexen Gründe und Mechanismen, die Demokratien zu Fall bringen können und benennt Maßnahmen, um bedrohte soziale und politische Werte für die Zukunft zu retten. Dafür braucht es eine breite Koalition gegen Populisten, die fraglose Unabhängigkeit von Justiz und Presse, die stärkere Teilhabe der Menschen an politischen Prozessen, den Kampf gegen soziale Ungleichheit - und vor allem politisches Engagement im allgemeinen. Yascha Mounk, 1982 in München geboren, in Freiburg, Kassel, Maulbronn und Karlsruhe aufgewachsen, unterrichtet politische Theorie an der Harvard University und schreibt als freier Publizist regelmäßig für Zeitungen wie "The New York Times", "The Wall Street Journal" und "Die ZEIT". Er lebt in New York. In Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof und der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
21.02.18
20.00 Uhr
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Unter der Drachenwand

Arno Geiger

Lesung und Gespräch, Moderation: Wolfgang Niess


"Dass mit mir etwas nicht stimmte, erkannte man auch daran, dass an den Wänden der Wohnung, in fast jedem Zimmer, Bilder von mir hingen, Erinnerungsbilder. Die Bilder hatten am Familienleben teilgenommen, ich am Krieg." Arno Geiger Für seinen Roman "Es geht uns gut" wurde ihm 2005 der erste Deutsche Buchpreis zugesprochen, in diesem Jahr erscheint - nach seinen letzten Romanen "Der alte König in seinem Exil" und "Selbstportrait mit Flusspferd" - sein neuer Roman "Unter der Drachenwand", angesiedelt im Jahr 1944. Der Krieg ist verloren doch dauert er noch an; Veit Kolbe verbringt ein paar Monate am Mondsee, unter der Drachenwand, eine über 1100 m Meter hohe Felswand im Salzkammergut. Veit ist Soldat auf Urlaub, wurde in Russland verwundet, und trifft hier in dörflicher Umgebung auf zwei junge Frauen, mit denen er die Hoffnung teilt, dass irgendwann wieder so etwas wie ein normales Leben beginnt. Arno Geiger erzählt von Veits Alpträumen in einer seltsamen Normalität in diesem Dorf in Österreich - und von der Liebe, vom einzelnen Menschen und seinen Erfahrungen auf dem Tableau der großen Geschichte.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
22.02.18
20.00 Uhr
-

Paris, links der Seine

Hanns-Josef Ortheil

Lesung und Gespräch


Seit Jahrhunderten haben die Straßen von Saint-Germain-des-Pres sowie die Terrains rund um das Quartier Latin Künstler*innen, Musiker*innen und Schriftsteller*innen aus aller Welt in ihren Bann gezogen. Auf kleinem Raum entstand eine einzigartige Atmosphäre, die vom intellektuellen Milieu der Pariser Universität ebenso lebte wie von den Salons, Ateliers, Bistros und Cafes der künstlerischen Moderne. Sie ließ jenes für Paris typische, Zitat gewordene Lebensgefühl eines melancholischen Glücks entstehen, das in den Pariser Chansons besungen wurde und das Ernest Hemingway in seinen Skizzen "Paris - ein Fest fürs Leben" beschrieben hat. Hanns-Josef Ortheil, Erkunder und Kenner der schillernden Stadt, leuchtet in seinem neuen Buch in die verführerischen Winkel des alten "Paris, links der Seine", abseits seiner touristischen Ecken. Er selbst ist seit vielen Jahren glücklich in Stuttgart zu Hause und widmet dieser Stadt und ihrer Geschichte in seinem "Stuttgarter Journal" eine eigene multimediale Reihe im Literaturhaus. Von Zeit zu Zeit allerdings macht sich der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller auf, die Scheinwerfer der Literatur- und Geistesgeschichte auf andere europäische Sehnsuchtsorte wie Rom und Paris neu auszurichten. Folgen wir ihm! In Zusammenarbeit mit dem Institut francais

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
23.02.18
17.00 Uhr
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Ortseingang!

Andreas Langen, Tilman Rau, Afroditi Festa, Carola Krawczyk

Fotografien und Texte


"Wenn Sie auf die Frage 'Dativ oder Akkusativ' treffen, seien Sie ohne Furcht. Es geht hierbei nur um die ökonomische Klärung von Besitz und Angebot. Versuchen Sie Ihr Glück in den Artikeln. Aber bringen Sie einen Deutschen als Glücksbringer mit." Afroditi Festa Über 600.000 Menschen leben in Stuttgart, viele wohnen schon lange hier, andere sind erst vor einiger Zeit hierhergekommen. Wir hören diese Herkünfte in den Sprachen der Stadt, aber wir kennen meist nicht die Geschichten über das Ankommen oder Hiersein in Stuttgart: Ortseingang! Unter diesem Titel haben alte und neue Stuttgarter*innen über ein Jahr lang im Literaturhaus fotografiert und geschrieben, um ihre Geschichten für Leser*innen und Zuschauer*innen erlebbar zu machen. Das Deutsch musste dafür nicht perfekt sein. Wir laden ein auf einen Kaffee im Foyer, um die Arbeiten und die Teilnehmer*innen kennenzulernen. Durch die Werkstatt geführt haben Andreas Langen, freier Fotograf aus Stuttgart, und Tilman Rau, Journalist, Dozent und Autor, ebenfalls aus Stuttgart. Gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, in Zusammenarbeit mit dem Hospitalhof | Evangelisches Bildungszentrum

Eintritt frei

 

Dienstag
27.02.18
20.00 Uhr
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Annette Kolb: Werke

Günter Häntzschel, Hiltrud Häntzschel, Albert von Schirnding

Vortrag, Lesung, Lesung: Barbara Auer


Das Werk der Schriftstellerin Annette Kolb (1870- 1967) ist eigensinnig. Von den ersten Prosaskizzen 1899 bis zu den letzten Einmischungen in zeitbezogene Debatten als 95-Jährige zeigt sich die Autorin stets als kritische Beobachterin ihrer Zeit, als Pazifistin und Gegnerin jeglichen Nationalismus. Vor allem hatte sie sich für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich eingesetzt. Zu ihrem 50. Todestag liegt nun erstmals eine sorgfältig kommentierte Ausgabe ihrer Werke vor, die ihre besondere literarische und politische Rolle zeigt. Neben den drei Romanen "Das Exemplar" (1913), "Daphne Herbst" (1928) und "Die Schaukel" (1934) versammelt die Ausgabe zahlreiche Erzählungen, Essays und biographische Porträts. Die Herausgeber Hiltrud und Günter Häntzschel stellen zusammen mit dem Autor und Kritiker Albert von Schirnding die außergewöhnliche Schriftstellerin und ihr Werk vor. Die Texte Annette Kolbs werden von der renommierten Schauspielerin Barbara Auer gelesen. "Annette Kolb: Werke" ist eine Edition der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Wüstenrot Stiftung, veröffentlicht im Wallstein Verlag.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
28.02.18
20.00 Uhr
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Das Leben nehmen

Thomas Macho, Terézia Mora

Lesung und Gespräch, Moderation: Daniela Strigl


"Während der Suizid noch in der Antike mit Ehre assoziiert werden konnte, erschien er spätestens seit Beginn der Herrschaft der christlichen Religion als Schande und finales Versagen", stellt Thomas Macho in seiner Geschichte des Suizids fest. Doch seit dem 20. Jahrhundert vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel, der zur Entstehung einer neuen Sterbekultur beigetragen hat. Der Selbstmord - um es mit den Worten von Walter Benjamin zu sagen - erscheint „als die Quintessenz der Moderne“. Der eigene Tod gilt immer häufiger als „Projekt“, das vom Individuum selbst zu gestalten und zu verantworten ist. Thomas Macho zeichnet die Umwertung des Suizids in den verschiedensten kulturellen Feldern nach: in der Politik - Suizid als Protest und Attentat -, im Recht - Entkriminalisierung des Suizids-, in der Medizin - Sterbehilfe - sowie in der Philosophie, der Kunst, den Medien und in der Literatur. Mit ihm ins Gespräch kommt die Schriftstellerin Terezia Mora, die für ihren Roman "Das Ungeheuer" 2013 den deutschen Buchpreis erhielt. Im Zentrum ihres Romans steht ein Suizid: Flora, die Frau des IT-Spezialisten Darius Kopp hat sich das Leben genommen und ihn erschüttert und gebrochen zurückgelassen. Über die Lektüre ihres Tagebuchs, das er nach ihrem Tod gefunden hat, erfährt er, wie ungeheuer gefährdet Floras Leben immer war, und dass er von alldem nichts wusste. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
08.03.18
20.00 Uhr
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Der große Plan

Wolfgang Schorlau

Lesung und Gespräch


ACHTUNG Neuer Termin und Ort: Donnerstag 08.3.18 20 Uhr Maritim Hotel Stuttgart - Alte Reithalle, Seidenstraße 34, 70174 Stuttgart Gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit oder können an der jeweiligen Vorverkaufsstelle zurückgegeben werden. Nach der literarischen Ermittlung im größten Kriminalfall der Nachkriegsgeschichte, den Morden des NSU, folgt Wolfgang Schorlau in seinem neuen Krimi "Der große Plan" der Spur des großen Geldes - Georg Dengler deckt die Machenschaften der "Euro-Retter" auf. Zugleich droht der Stuttgarter Privatermittler an seinem bisher größten Fall zu scheitern: Wer hat die EU-Beamtin Angela Förster entführt? Was hatte sie mit der sogenannten Griechenlandrettung zu tun? Und vor allem: Wo sind die Milliarden europäischer Steuergelder wirklich gelandet? Außer Haus! Maritim Hotel Stuttgart - Alte Reithalle, Seidenstraße 34, 70174 Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de