veranstaltungen im dezember 2017

veranstaltungen im dezember 2017

dezember 2017

Freitag
01.12.17
20.00 Uhr
-

verwurzelt in stein – Literatur und Übersetzung

Ilija Trojanow, José F. A. Oliver

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Lesung und Gespräch


"Ein poetischer Reiseführer des Schreckens" übertitelte Andre Hatting seinen Beitrag auf Deutschlandfunk über Ilija Trojanows lyrisches Debüt "verwurzelt in stein". Kapstadt, Angkor Wat, Phnom Pen oder Mina in Saudi Arabien: Trojanows Gedichte, veröffentlicht im Heidelberger Wunderhorn Verlag, entführen uns an Orte, deren Blüte- und Schreckenszeit verwurzelt in Stein vor dem Besucher liege. Dass Ilija Trojanow - bekannt für seine großen Romane wie "Der Weltensammler" und "Macht und Widerstand" oder seinen autobiographischen Essay "Nach der Flucht" - auch lyrische Texte schreibt, ist neu. Im Gespräch mit Jose F.A. Oliver, der Trojanows auf Englisch verfassten Gedichte ins Deutsche übersetzt hat, werden Fragen nach Literatur und Übersetzung verhandelt. Am 25.11.17 erhält Trojanow den Heinrich Böll Preis der Stadt Köln; in der Begründung der Jury heißt es: "Kaum ein anderer hiesiger Schriftsteller setzt das politische Engagement von Heinrich Böll so konsequent und literarisch ambitioniert fort wie Ilija Trojanow: in seinen Büchern, aber auch mit seinem gesellschaftlichen Wirken." Mit Trojanow spricht der Lyriker, Essayist und Übersetzer Jose F. A. Oliver. Unter dem Titel "Kent Ozani" (Der Stadtschreiber) kommt Anfang 2018 ein poetischer Dokumentarfilm über Jose F. A. Oliver in die Kinos. Grundlage des Films ist Olivers Tagebuch über seine Zeit als Stipendiat an der Akademie Tarabya und sein daraus entstandenes Buch "21 Gedichte aus Istanbul 4 Briefe & 10 Fotow:orte", 2016 im Verlag Matthes & Seitz erschienen. Gefördert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
04.12.17
19.00 Uhr
-

Wer wir waren - Roger Willemsen

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


„Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten.“ Roger Willemsens letztes Buch sollte „Wer wir waren“ heißen. Es sollte die Versäumnisse der Gegenwart aus der Perspektive derjenigen erzählen, die nach uns leben werden. Dieses Buch werden wir nie lesen können. Umso stärker wirkt eine Rede, die der Publizist, Fernsehmoderator und Intellektuelle noch im Juli 2015 gehalten hat, sein letzter öffentlicher Auftritt: Ein melancholisches Resümee und zugleich die scharfe Analyse eines außergewöhnlichen Zeitgenossen. Sie ist ein Aufruf an die nächste Generation, dagegen zu halten und sich nicht einverstanden zu erklären. Wir lesen Roger Willemsens Buch und sprechen bei Glühwein und Plätzchen über seine Ansichten und Thesen. Eintritt: Euro 3,-/Mitglieder frei

 

Montag
04.12.17
20.00 Uhr
-

Zauberkreide!

Christine Knödler, Alex Rühle, Ole Könnecke

Gespräch


Kinder- und Jugendliteratur ist längst, was der Name verspricht: Literatur. Das Spektrum reicht dabei vom künstlerischen Bilderbuch bis zum grenzüberschreitenden All-Age-Roman. Ob poetisch, politisch relevant, spannend oder sperrig, ob Perle oder Mainstream: Aktuelle Kinder- und Jugendliteratur ist der Rede wert! Darum laden führende Expert*innen und leidenschaftliche Fürsprecher*innen zur Podiumsdiskussion ein: Christine Knödler, Autorin, Herausgeberin und Kritikerin für die Süddeutsche Zeitung und den Deutschlandfunk, und Alex Rühle, Redakteur der Süddeutschen Zeitung und Buchautor haben aus den Neuerscheinungen fünf Titel ausgewählt, die zeigen, was in der Luft liegt. Und: Sie bitten einen Gast dazu, um Bücher und Bilder zu diskutieren, gelegentlich zu zerreißen, gern zu feiern. Gast des Abends ist einer der erfolgreichsten Illustratoren Deutschlands: Ole Könnecke. Der Wahlhamburger, 1961 geboren, begeistert mit seinem pointierten, comicartigen Zeichenstil und seinem reduzierten Witz in Wort und Bild. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Über folgende Bücher kommen die drei Gäste ins Gespräch: Katarina von der Gathens und Anke Kuhls "Das Liebesleben der Tiere" (Klett Kinderbuch), Alina Bronskys "Und du kommst auch drin vor" (dtv), John Greens "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" (Hanser Verlag) und Clementine Beauvais' "Die Königinnen der Würstchen" (Carlsen Verlag). Unser Gast Ole Könnecke hat sich zudem folgenden Bilderbuch-Klassiker ausgesucht: Crockett Johnsons "Harold und die Zauberkreide" (Hanser Verlag). Gefördert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
06.12.17
20.00 Uhr
-

Durch den Wind

Josef Schovanec

Lesung und Gespräch, Moderation: Gerhard Protschka


"Man kann Nobelpreisträger sein und nicht wissen, wie man auf angemessene Weise grüßt. Das sind zwei völlig unterschiedliche Fähigkeiten." Josef Schovanec Josef Schovanec ist Autist. In Momenten der Niedergeschlagenheit fühlt er sich staatenlos und existenziell einsam, in guten Phasen als Reisender und Weltbürger. Am liebsten ist er rund um den Globus unterwegs, denn in der Fremde werde er weniger stigmatisiert als zuhause in Frankreich. Der diplomierte Politikwissenschaftler und Doktor der Philosophie ist Absolvent einer der renommiertesten Universitäten Frankreichs - Sciences Po, Paris - und beherrscht etwa zehn Sprachen, hat als Kleinkind jedoch mehrere Jahre lang nicht gesprochen. Mit acht konnte er einen Vortrag über Astronomie halten, war aber kaum in der Lage, ein zwischenmenschliches Gespräch zu führen. "Durch den Wind" ist ein Bericht, der unseren Blick auf den Autismus nachhaltig verändert. "Mit beißendem Humor, atemberaubender Aufrichtigkeit und aufs Genaueste beobachtet Josef Schovanec unsere Art zu leben - und die seine", schreibt Le Monde. Der Sohn politischer Flüchtlinge aus Tschechien wuchs in der Nähe von Paris auf und reist um die Welt, um uns nicht nur den Autismus näher zu bringen, sondern uns dazu auffordern, einen neuen Blick auf unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben zu werfen.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
08.12.17
20.00 Uhr
-

Der halbe Mond

Hasan Çobanlı, Stephan Reichenberger

Veranstaltungsreihe: Literatür

Lesung und Gespräch, Moderation: Manfred Heinfeldner


In der Reihe LITERATÜR des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart und des Literaturhauses lesen in diesem Jahr die Autoren Hasan Çobanlı und Stephan Reichenberger aus „Der halbe Mond“. Der Roman erzählt eine große Familiengeschichte aus der Welt türkischer und deutscher Aristokraten über drei Generationen hinweg von der Dardanellenschlacht 1915 bis zu den Gezi-Park-Demonstrationen 2013. Ein stolzes Herrenhaus in Mecklenburg, ein Pascha-Palais am Bosporus, das Kaiserliche Kadettenkorps in Berlin: In diesen unterschiedlichen Welten wächst Feridun, Sohn des Dardanellen-Helden Cevat Pasa, heran. Gedrillt zum Gardejäger und perfekt in Auftritt und Manieren, protegiert vom Revolutionär und Staatsgründer Atatürk, erlebt er als Diplomat, Frauenheld und charmanter Exot zwischen 1920 und 1960 Weltgeschichte aus ungewöhnlichen Perspektiven. Hasan, Feriduns Sohn und wie der Vater weder in der Türkei noch in Deutschland wirklich zu Hause, macht 2013 während der Gezi-Park-Aktionen in Istanbul die Bekanntschaft einer jungen Demonstrantin, die sich ihm als nahe Verwandte vorstellt. Hasan Cevat Çobanlı, geboren 1952 in Istanbul, schrieb u. a. für Stern, Wirtschaftswoche und Capital. Als TV-Reporter, Moderator und Produzent drehte er zum Teil preisgekrönte Reisedokumentationen. Im Herbst 2017 erschien sein Sachbuch „Erdoğanistan: Der Absturz der Türkei und die Folgen für Deutschland“. Stephan Reichenberger, geboren 1957 in Bayreuth, ist Drehbuchautor und Ghostwriter. Ausgezeichnet mit dem Adolf-Grimme-Preis entwickelte er TV-Sendungen wie "Frontal" und "Leute heute" und drehte zahlreiche TV-Dokumentationen für ARD und ZDF. Çobanlı und Reichenberger leben in München. In Zusammenarbeit mit dem deutsch-türkischen Forum, gefördert von der Robert Bosch Stiftung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Sonntag
10.12.17
11.00 Uhr
-

Martin Roth – WiderRede!

Roland Grätz, Ottilie Bälz, Armin Petras, Andre Wilkens

Lesung und Gespräch


Martin Roth starb Anfang August. Er war renommierter Kulturwissenschaftler, Kulturmanager, Kurator und zuletzt Leiter des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) in Stuttgart. Er war ein Ausnahme-Handelnder, ein Wirkender, ein Schaffender. Er war überzeugter Europäer, Weltbürger. Und er war Familienvater. Gemeinsam mit seinen Kindern Mascha, Clara und Roman Roth hat er in der letzten Phase seines Lebens einen Appell für demokratische Werte und die Zukunft Europas formuliert - im Rahmen eines familiären Diskurses. In ihrem Gespräch geben sie Anstöße für die Notwendigkeit der Widerrede - gegen die Aushöhlung von Freiheit, Toleranz und Demokratie, für den Erhalt dieser Werte und Errungenschaften. Die dokumentierten Gespräche sind kurz nach dem Tod Martin Roths in dem Buch "WiderRede! Eine Familie diskutiert über Populismus, Werte und politisches Engagement" erschienen. Auszüge aus dem Buch, die seine Tochter Mascha Roth, die für die Initiative Die Offene Gesellschaft arbeitet, ausgewählt hat, werden von Mitgliedern des Schauspielensembles gelesen. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Andre Wilkens, Roland Grätz (ifa), Ottilie Bälz (Robert Bosch Stiftung) und Armin Petras (Intendant Schauspiel) statt. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), der Robert Bosch Stiftung, dem Literaturhaus Stuttgart und der Initiative "Die Offene Gesellschaft" Eintritt: Euro 6,- (Vorverkauf im Kartenbüro der Staatstheater Stuttgart oder online kaufen >>>>)

 

Sonntag
10.12.17
17.00 Uhr
-

Benefizkonzert des Stuttgarter Kammerorchesters

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Auch in diesem Jahr kooperiert das Stuttgarter Kammerorchester wieder mit Brot für die Welt für einen guten Zweck. Beide Institutionen können inzwischen auf eine jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit zurückblicken. Beim Benefizkonzert in der beeindruckenden Stuttgarter Johanneskirche soll auf die immer größer werdende Not in der Welt aufmerksam gemacht werden. Um die Welt geht es auch musikalisch mit Telemanns Suite in B-Dur „Les Nations“, die die Zuhörer durch die Schweiz und Portugal bis nach Moskau führt. Und das Jahr mit Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ Revue passieren lässt. Ein Abend stimmungsvoller Barockmusik, der die Vorweihnachtszeit ein wenig besinnlicher machen wird und den wir gerne unterstützen möchten. So kommet doch all'! Eintritt: Spende zugunsten Brot für die Welt

 

Dienstag
12.12.17
20.00 Uhr
-

Bistro | Café

Marc Augé, Ulrich Raulff

Veranstaltungsreihe: Karambolagen

Lesung und Diskussion, Moderation: Elisabeth Edl


Karambolagen - so der Titel der neuen Veranstaltungsreihe des Literaturhauses und des Instituts francais - erzeugen Reibung: Das Aufeinanderprallen von Meinungen, Sichtweisen, Weltverständnissen ist im besten Wortsinne zwingender Bestandteil beweglicher Gesellschaften. Nach dem Auftakt im September zum Begriff "etranger/fremd" folgt nun der zweite Abend zum französischen Bistro und deutschen Cafe. Das Pariser Bistro ist ein Ort des Übergangs zwischen Distanz und Vertrautheit, ein Ort der sozialen Distinktion und zugleich kollektiver Identität. Das deutsche Cafe - (k)ein Pendant? Darüber kommen der französische Anthropologe Marc Auge und der Direktor des Literaturarchivs Marbach, Ulrich Raulff, auf der Basis ihrer jeweils exklusiv für den Abend verfassten Essays miteinander ins Gespräch. Marc Auge, geboren 1935, lehrt Anthropologie an der Pariser École des Hautes Études en Sciences Sociales, deren Präsident er lange Jahre war. Weit über die Fachgrenzen bekannt wurde er mit seinem Essay "Nicht-Orte". In diesem Jahr erschien sein Essay "Das Pariser Bistro". Ulrich Raulff war vor der Übernahme der Leitung des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar u.a. Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie Leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Sein Buch "Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben" wurde 2010 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Zuletzt erschien "Das letzte Jahrhundert der Pferde. Geschichte einer Trennung." Eine Gemeinschaftsproduktion des Literaturhaus Stuttgart und des Institut francais, in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert von der Dr. Karl & Elisabeth Eisele-Stiftung.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
13.12.17
20.00 Uhr
-

Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke


Nach Annette von Droste-Hülshoffs Novelle "Die Judenbuche" steht nun Heinrich Bölls wohl bekannteste Erzählung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" aus dem Jahr 1974 auf dem Programm unserer Reihe "Klassiker der Literaturgeschichte". Am 21. Dezember wäre Heinrich Böll hundert Jahre alt geworden - Anlass genug, an den Literaturnobelpreisträger zu erinnern. In seiner Erzählung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" beschreibt er, wie eine Frau wegen ihrer Freundschaft zu einem Straftäter zum Opfer der Boulevardmedien und deren menschenverachtender Berichterstattung wird. Böll spielte dabei auf Medienkampagnen an, denen er selbst wegen missverstandener Publikationen im Zusammenhang mit dem Linksterrorismus der 1970er Jahre ausgesetzt war. In einer Vorbemerkung schreibt er: „Personen und Handlung dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.“ In Gespräch und Lesung werden sich die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel mit der Erzählung auseinandersetzen - und natürlich mit der Person Heinrich Bölls als kritischem Begleiter der bundesrepublikanischen Geschichte. Sendung zum Thema in SWR2 Wissen: Donnerstag, 7.12.2017, 8:30 Uhr „Heinrich Bölls Frühwerk - Das Gewissen der Sprache“ von Michael Reitz. Ganze Sendung: www.swr2.de/schullektuere Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
15.12.17
20.00 Uhr
-

Notizen zum Schreiben

Ulrike Wörner, Joachim Zelter

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Lesung und Gespräch


Auf seiner Autorenwebsite schreibt Joachim Zelter: "Es gibt zwei Arten von Schriftstellern. Diejenigen, die erst anfangen zu schreiben und, wenn sie Erfolg damit haben, dann hauptberuflich Schriftsteller werden. Diejenigen, die erst die Entscheidung treffen, Schriftsteller zu werden, und dann anfangen zu schreiben." Zelter gehört zur zweiten Kategorie. Nach seiner Promotion in Neuerer Englischer Literatur und Lehraufträgen an den Universitäten Yale und Tübingen, entschied er sich 1997 Schriftsteller zu werden. Ein Jahr später erschien sein erster Roman "Briefe aus Amerika", 2016 im Verlag Klöpfer & Meyer neu aufgelegt. In seinen Werken, die mit zeitloser und spitzer Feder geschrieben sind, erzählt er Heinrichs Manns "Der Untertan" als „untertan“ neu, lässt Hypochonder durch Krankenhausflure schlurfen oder Lügner lügen, bis sich die Balken biegen. Zelter, dessen Bücher vom humoristisch-ironischen Ton leben, überzeichnet seine Figuren gnadenlos, so als würde ein Karikaturist lediglich einen groben Bleistift zur Verfügung haben, dabei aber durchaus seinen eleganten Stil bewahren, so Ulrich Rüdenauer in der Süddeutschen Zeitung. Ulrike Wörner, Geschäftsführerin des Friedrich-Bödecker-Kreises Baden-Württemberg und Dozentin für 'Erzählendes Schreiben' am Literaturhaus Stuttgart, wird mit Joachim Zelter an ausgewählten Beispielen über seine Schreib- und Überarbeitungsprozesse sprechen. Gefördert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
19.12.17
19.00 Uhr
-

Peter Handke und kein Ende

Peter Hamm

Film, Buchvorstellung, Moderation: Julia Schröder


Noch 1968 wies der junge Lyriker und Kritiker Peter Hamm im aufgeheizten politischen Klima von 1968 den Aufsatz "Totgeborene Sätze" des damals gerade 26-jährigen Peter Handkes als "peinlich" und "bestürzend" zurück. Dass ein Kritiker das Werk eines Schriftstellers über fast 50 Jahre begleitet, ist bemerkenswert, aber dass so eine Geschichte aus Kritik und Ablehnung über eine langsame Annäherung schließlich zu einer Lebensfreundschaft wird - das dürfte indes einzigartig sein. 2002 gelang es Peter Hamm, zudem Autor zahlreicher Dokumentarfilme, den medienscheuen Schriftsteller Peter Handke für ein großes Filmportrait zu gewinnen. In seinem Haus bei Paris und an den Orten seines politischen Engagements spricht Handke mit Hamm in einer schonungslosen Selbstanalyse über sein Leben und Schreiben, seine Überzeugungen. So nahe konnte man Peter Handke, der im Dezember seinen 75. Geburtstag feiert, bisher nie kommen, so hatte sich der Autor bisher nie geöffnet, bemerkt Peter Hamm. In seinem soeben erschienen Buch "Peter Handke und kein Ende. Stationen einer Annäherung" legt er verborgene Bezüge und Motive in Handkes Werk offen und beteiligt die Leser*innen an diesem Entdeckungsprozess. Im Anschluss an den Film "Der Schwermütige Spieler. Peter Handke" (SWR/ARTE 2002, 90 Min.) spricht Julia Schröder mit Peter Hamm über sein neues Buch. 19.00 - 20.30 Uhr: Filmvorführung "Peter Handke und kein Ende" - Kurze Pause - 20.45 - 21.30 Uhr: Buchvorstellung " Peter Handke und kein Ende" und Gespräch

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
20.12.17
19.30 Uhr
-

Wanted: Wendelin Niedlich!

Sibylle Lewitscharoff, Friedrich Schirmer, Friedrich Meckseper

Ausstellungseröffnung, Film, Gespräch, Moderation: Heike Gfrereis


Untergrund, Computerkunst und Halbhöhenlage. Provokation und Proust. Informationsästhetik und Robert Walser. Deutsche Klassik und Bense. Bauhaus und Kafka. Grimmige Türhüter und die technische Entzauberung des Überbaus. Minimalismus und den abgrundtiefen Charme von Reihe drei. Sympathisanten, Vorbestrafte und Radieschen. Adorno und ein Waschkorb unbezahlter Rechnungen. Dieter Roth, linke Politik und konkrete Literatur. 68 vor 68. Das gab es in Stuttgart tatsächlich alles einmal zusammen an einem Ort - in Wendelin Niedlichs Buchladen in der Schmalen Straße, 1960 bis 1998. Nun ist Niedlich 90 geworden und 1968 kehrt zum 50. Mal wieder. Doch: Wie fängt man Legenden, Gespenster und gar Buchhändler, die alles sein wollen - nur keine Händler (denn "Wenn man einen Laden hat, sagt der Chinese, muss man lächeln")? Die Ausstellung "Wanted: Wendelin Niedlich!" zeigt Fotoalben, Bücher, Kunst und Anderes aus Niedlichs Buchladen. Kuratiert wurde sie von Heike Gfrereis, der langjährigen, zur Zeit für freie Projekte frei gestellten Leiterin der Marbacher Literaturmuseen, und gestaltet von Diethard Keppler. Die gebürtige Stuttgarter Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff, der Intendant der Esslinger Landesbühne, Friedrich Schirmer, und der Künstler Friedrich Meckseper sprechen über die beharrliche Kraft dieser kleinen Buchhandlung und ihres Inhabers und dessen Überzeugung: Literatur ist gefährlich! 19.30-20.15 Uhr: Filmvorführung Niedlich, Wendelin - Buchhändler - Kurze Pause - 20.30-21.30 Uhr: Gespräch mit Sibylle Lewitscharoff, Friedrich Schirmer und Friedrich Meckseper In Zusammenarbeit mit dem SWR2

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
17.01.18
20.00 Uhr
-

William Shakespeare: Macbeth

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke


In der mittlerweilen vierten Auflage unserer Reihe "Klassiker der Literaturgeschichte" steht abschließend William Shakespeares Drama "Macbeth" auf dem Programm. Der englische Dramatiker Ben Johnson sagte einmal über seinen Zeitgennossen: "Shakespeare gehört nicht einem Zeitalter, sondern allen Zeiten!" Das gilt auch für die großen Shakespeare-Tragödien, darunter mit Sicherheit "Macbeth". Auf der Basis eines historischen Stoffes aus dem 11. Jahrhundert formuliert Shakespeare in "Macbeth" nichts Geringeres als eine zeitlose Urfabel über Machtgier, Mord und der sich draus fortzeugenden Gewalt: Der anfangs zögerliche Königsmörder Macbeth wird, nachdem er mit blutigen Händen den Thron bestiegen hat, zum Serienkiller, die Anstifterin Lady Macbeth verfällt dem Wahnsinn. Tatsächlich wurde "Macbeth" in Inszenierungen oft genug als abschreckendes Beispiel für politische Verbrechen und Tyrannei interpretiert. Doch so naheliegend dieser moralische Appell auch erscheint: Die Faszination durch den Schrecken, die das Stück kunstreich ausspielt, wird dadurch kaum gebrochen. Oder ist das Stück gar keine Warnung vor dem Fluch der bösen Tat? Sondern ein Blick in die Abgründe des Menschen, des Nihilismus, der Sinnlosigkeit? In Gespräch und Lesung werden sich die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel mit diesen und anderen Fragen auseinandersetzen - und mit der Person William Shakespeare, der auch 2016 wieder mit 150 Inszenierungen der meistgespielte Autor auf deutschen Bühnen war. Der Stuttgarter Performance-Poet Timo Brunke umrahmt den Abend mit poetischen Interventionen. Parallel spürt SWR2 Wissen in der Sendereihe "Klassiker der Schullektüre" der Aktualität von "Macbeth" für den schulischen Kontext nach. Sendung zum Thema in SWR2 Wissen: Donnerstag, 11.01.2018, 8:30 Uhr „Macbeth - William Shakespeare und die Gier anch Macht“ von Eberhard Falcke. Sendung zum Nachhören und Video der Veranstaltung auf: www.swr2.de/schullektuere Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
24.01.18
09.00 Uhr
-

Agnes

Peter Stamm

Veranstaltungsreihe: Sternchenthemen

Gäste, Lesungen, Gespräche, Moderation: Anja Brockert


Was passiert mit einem literarischen Werk, wenn es zur Pflichtlektüre in der Schule wird? Das erleben nicht viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller bereits zu Lebenszeiten, der Schweizer Autor Peter Stamm hingegen schon. Sein Debütroman "Agnes" in der er eine komplexe Liebesgeschichte im ausgehenden 20. Jahrhundert erzählt, wurde zum Sternchenthema. Der Ich-Erzähler und seine Freundin Agnes, eine junge Physikerin, erfahren Nähe und Fremdheit miteinander, schwanken zwischen Verantwortung und Freiheit. Als der Ich-Erzähler beginnt, ihre gemeinsame Geschichte aufzuschreiben, muss er erleben, wie die literarische Fantasie die wirkliche Liebe überholt. Am Ende ist Agnes verschwunden und möglicherweise tot. Das Buch ist im Schuljahr 2017/2018 letztmalig verbindliche Lektüre für das Deutsch-Abitur in Baden-Württemberg. Wie ergeht es den Beteiligten damit, den Lehrenden, den Schülerinnen und Schülern und nicht zuletzt dem Autor selbst? Welches pädagogische Interesse steht dahinter? Wird "Agnes" nun in der Schule beigesetzt im Kanon der "Klassiker" - oder im Gegenteil besonders lebendig unten den Augen junger Leserinnen und Leser? Sendung zum Nachhören und Nachlesen unter In Kooperation mit SWR2 Wissen und Hospitalhof Stuttgart Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
08.03.18
20.00 Uhr
-

Der große Plan

Wolfgang Schorlau

Lesung und Gespräch


ACHTUNG Neuer Termin und Ort: Donnerstag 08.3.18 20 Uhr Liederhalle / Schillersaal, Robert Bosch Platz 1, Stuttgart Gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit oder können an der jeweiligen Vorverkaufsstelle zurückgegeben werden. Nach der literarischen Ermittlung im größten Kriminalfall der Nachkriegsgeschichte, den Morden des NSU, folgt Wolfgang Schorlau in seinem neuen Krimi "Der große Plan" der Spur des großen Geldes - Georg Dengler deckt die Machenschaften der "Euro-Retter" auf. Zugleich droht der Stuttgarter Privatermittler an seinem bisher größten Fall zu scheitern: Wer hat die EU-Beamtin Angela Förster entführt? Was hatte sie mit der sogenannten Griechenlandrettung zu tun? Und vor allem: Wo sind die Milliarden europäischer Steuergelder wirklich gelandet? Außer Haus! Liederhalle / Schillersaal, Robert Bosch Platz 1, Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de