veranstaltungen im dezember 2017

veranstaltungen im dezember 2017

dezember 2017

Dienstag
03.10.17
20.00 Uhr
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Losfahren

Manal al-Sharif

Lesung und Gespräch, Moderation: Esther Saoub


Auch ohne Gesetz oder religiöse Begründung ist es Frauen in Saudi-Arabien verboten, Auto zu fahren. In einer Gesellschaft, in der sie für alle wichtigen Lebensentscheidungen einen männlichen Vormund brauchen, hat Manal al-Sharif dieses Vormundschaftssystem herausgefordert: Sie setzte sich selbst ans Steuer, ließ sich dabei filmen und stellte das Dokument ins Internet. Neun Tage saß sie dafür im Gefängnis, bis Saudi-Arabien die weltweiten Proteste ernst nahm und sie gegen Auflagen frei ließ. "Losfahren" erzählt von diesem Aufstand im Auto, beschreibt dabei die Widersprüchlichkeit dieses in wenigen Jahrzehnten zu immensem Reichtum gelangten Landes und gibt zugleich tiefe Einblicke in den streng geregelten Alltag einer saudischen Familie. Manal al-Sharif ist IT-Sicherheitsexpertin und Gründerin von "women2drive", erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihr Engagement für Frauenrechte und wird vom TIME MAGAZINE zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt gezählt. Seit Frühjahr 2017 lebt sie mit ihrer Familie in Sydney. Ins Deutsche übertragen wurde der Text von Gesine Strempel.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
05.10.17
20.00 Uhr
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Die Chefin

Marie NDiaye

Lesung und Gespräch, Moderation: Patricia Klobusiczky
Deutsche Lesung: Wolfgang Michalek


Für "Drei starke Frauen" erhielt sie 2009 den renommierten Prix Goncourt und nun erscheint ihr neuer Roman "Die Chefin", von Claudia Kalscheuer ins Deutsche übertragen: Eine Frau aus bescheidenen Verhältnissen eröffnet ein Restaurant in Bordeaux und wird mit einem Stern ausgezeichnet. Welche Künste hat sie in der Küche gelernt und neu interpretiert? Der Erzähler im neuen Roman von Marie NDiaye, langjähriger Mitarbeiter der Chefin und ihr in vergeblicher Liebe verbunden, berichtet aus ihrem Leben - erzählt von ihrem Charakter, ihren Lieben, ihrer Ausbildung, der Kunst der Kochkomposition, dem privaten wie öffentlichen Umgang -, indem er potentielle Fragen und Erwartungen der Leser aufgreift, sie beantwortet und zugleich ins Leere laufen lässt. Marie NDiaye entwickelt hier eine neuartige Form der Antibiografie, in der die Wahrheit sich in der Auslassung zeigt. Marie NDiaye wurde 1967 in Pithiviers bei Orleans geboren und lebt seit 2007 in Berlin. In Zusammenarbeit mit dem Institut francais.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
09.10.17
19.00 Uhr
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Über Siri Hustvedt - Die gleißende Welt

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Nach dem frühzeitigen Tod ihres Mannes beginnt die künstlerisch hochbegabte Hariett Burden, die bislang in der Öffentlichkeit nur als die Frau eines einflussreichen New Yorker Galeristen wahrgenommen wurde, ein heimliches Experiment: eine Karriere als Installationskünstlerin, die sich hinter dem angeblichen Werk dreier männlicher "Masken" verbirgt. „Die gleißende Welt“ ist zugleich ein komplex konstruiertes, vielstimmiges Erzählwerk, voll von genderwissenschaftlichen, soziologischen und künstlerischen Reflexionen. Kann ein Kunstwerk jemals frei von Vorurteilen betrachtet werden? Welche „Rolle“ spielt der Künstler und die künstlerische Inszenierung? Und macht es einen Unterschied, ob der dahinterstehende Künstler Mann oder Frau ist? Über diese Fragen diskutieren wir mit allen Leser*innen unter 35 Jahren. Ort: Literaturhaus Stuttgart, Robert Bosch Zimmer Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Montag
09.10.17
20.00 Uhr
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Eine Weltgeschichte der deutschen Literatur

Sandra Richter

Lesung und Gespräch, Moderation: Julia Franck


Seit ihren Anfängen gehören Literatur und Globalisierung zusammen. Durch Autor*innen und Reisende, durch Weitererzähltes und Übersetztes beeinflussen sich Literaturen in vielen Dimensionen. Dieser Prozess hat sich seit der Moderne beschleunigt und intensiviert. Heute bündelt sich die Vielfalt von Lebenserfahrung und literarischen Traditionen in Werken, die in mehreren Kulturen wurzeln. Und doch wird Literaturgeschichte auch als Nationalgeschichte geschrieben. Die Literaturwissenschaftlerin Sandra Richter hingegen erzählt die Geschichte deutschsprachiger Literatur erstmals als Weltgeschichte und macht durch mehr als ein Jahrtausend Dichtung die unterschiedlichen Einflussfaktoren in den jeweiligen Epochen transparent - von den mittelalterlichen Minnesängern bis hin zu deutschen Nobelpreisträger*innen wie Herta Müller. Sandra Richter, geboren 1973, ist Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Stuttgart. Mit freundlicher Unterstützung des Bertelsmann Verlags

Eintritt: Euro 10,-/8-/5- inkl. kleinem Empfang

 

Dienstag
10.10.17
20.00 Uhr
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La Grieta – Der Riss. Europa, Grenzen, Identität

Guillermo Abril, Carlos Spottorno, Johann Ulrich

Veranstaltungsreihe: Herkunftssache!

Ausstellungseröffnung, Gespräch, Moderation: Peter Burghardt


„Lassen Sie Europa entstehen!“ Mit dieser Aufforderung schloss Winston Churchills berühmte Europa-Rede an der Universität Zürich vom 19. September 1946, ziemlich genau ein Jahr nachdem mit der Kapi-tulation Japans der 2. Weltkrieg endete. Churchills Traum von einem geeinten Europa wurde in seinen Grundzügen wahr. Es entstand die Europäische Union, ein sicherer Raum, geordnet, solidarisch und geschützt von einem Wohlfahrtsstaat. Aber wie sieht es mit dem Traum Europa heute aus? 2008 erschütterte eine große Wirtschaftskrise Europa und brachte die Nähte des Kontinents zum Vorschein. Seit 2012 nimmt mit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien der Exodus der Zivilbevölkerung, die um jeden Preis versuchen, nach Europa zu gelangen, ungeahnte Dimensionen an. Das war der Ausgangspunkt für das spanische Magazin El País Semanal den Fotografen Carlos Spottorno und den Journalisten Guillermo Abril zu beauftragen, an den Außengrenzen der EU zu recherchieren. Zwischen 2013 und 2016 entstanden zahlreiche Reportagen und Filmbeiträge entlang der europäischen Grenze: Von Melilla, der spanischen Enklave in Marokko, schwer bewacht und durch einen nahezu unüberwindbaren Zaun geschützt, bis in den Norden Finnlands und die Wälder Weißrusslands, wo NATO-Truppen für einen möglichen Grenzkonflikt mit Russland trainieren. Die Autoren treffen Flüchtende, Grenzsoldaten, Kommunalpolitiker und halten ihre Erlebnisse in Wort und Bild fest. Für ihre Reportagen wurden sie mit einem World Press Award ausgezeichnet; im Dezember letzten Jahres erschien zudem ihr Comicband „La grieta“, eine Fotoreportage in Form eines Comics, ein Reisebericht mit authentischem Bildmaterial - in vielerlei Hinsicht eine Grenzerfahrung. Kuratiert von Anna Kemper, Redakteurin des ZEITmagazins, und gestaltet von der Stuttgarter Agentur Gold & Wirtschaftswunder, stellen wir den Comic in Form einer Wanderausstellung in den Räumen des Literaturhauses vor. Parallel zur Ausstellung veröffentlich der avant verlag eine deutsche Ausgabe des Comics. Ausstellungszeitraum: 10.10.2017 - 13.12.2017 Mit Unterstützung der Konrad-Kohlhammer-Stiftung Eintritt frei für Festivalpass-Inhaber

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
12.10.17
18.45 Uhr
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Wort trifft Bild – Sara Dahme und Johannes Wördemann

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Wir liefern Texte, Sara Dahme die passenden Bilder aus der Staatsgalerie. Bei einem Rundgang durch die Sammlungen beobachten wir gemeinsam mit den jungen Freunden der Stuttgarter Staatsgalerie, was passiert, wenn sich Wort und Bild, Literatur und Kunst begegnen. Wo ergeben sich neue Bezüge, entstehen Dialoge und ungeahnte Verbindungslinien? Wo knirscht es? Fehlt nur noch der Sound, den der Sprecher Johannes Wördemann den Worten verleihen wird. Im Anschluss gibt es einen kleinen Umtrunk. Wer Lust, hat mit uns Worte und Bilder zu suchen, darf gerne mitsammeln und -schauen! Texte und Anmeldung unter . In Zusammenarbeit der Jungen Freunde der Staatsgalerie Stuttgart Eintritt: Mitglieder U35 frei/Gäste 12,-/7,50 Euro Ort: Foyer Stirling-Bau, Staatsgalerie Stuttgart

 

13.10.17
bis
15.10.17
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Herkunftssache!

Didier Eribon, Édouard Louis, Ijoma Mangold, Sasha Marianna Salzmann, Valzhyna Mort, Uljana Wolf, Melinda Nadj Abonji, Sighard Neckel, Thomas Krüger, Muhterem Aras, Milos Sofrenovic, Jurczok 1001, Fatma Aydemir, Alissa Ganijewa, Deniz Utlu, Joanna Bator, Ulf Stolterfoht, Björn Bicker, Thomas Richhardt, Florian Kessler, Carlos Spottorno, Guillermo Abril

Veranstaltungsreihe: Herkunftssache!

Festival


„Die Spuren dessen, was man in der Kindheit gewesen ist, wirken im Erwachsenenalter fort, selbst wenn die Lebensumstände ganz andere sind. Deshalb bedeutet die Rückkehr in ein Herkunftsmilieu, aus dem man hervor-und von dem man fortgegangen ist, immer auch ein Wiedersehen mit einem konservierten wie negierten Selbst: Das Unbehagen, zwei verschiedenen Welten anzugehören, die schier unvereinbar weit auseinanderliegen und doch in allem, was man ist, koexistieren.“ - Didier Eribon Didier Eribons zutiefst berührendes Buch, "Rückkehr nach Reims", eine autobiografische und zugleich soziologische Annäherung an seine Familie aus den verarmten Banlieues in Reims, bildet den Auftakt für das Festival „Herkunftssache!“ im Literaturhaus Stuttgart. Herkunftsfragen können jedoch nicht auf die soziale Kategorie reduziert werden, sondern sind stets verschränkt mit ethnischen, kulturellen oder geschlechtlichen Zuschreibungen. Wie können wir diese, einmal angeeignet oder etikettiert, zukünftig wieder durchlässiger machen? Wie können wir die Vielfalt der Herkünfte in eine positiv besetzte Heterogenität integrieren, wie trotz Distinktion Gemeinschaft herstellen? Was kann Kultur, Kunst und Literatur, um populistischen und vereinfachten Einordnungen entgegenzuwirken? Diesen Fragen auf der Spur möchte das Literaturhaus Stuttgart die „Herkunftssache!“ zu seiner Sache machen: Bestandteil der Befragungen sind zahlreiche Begegnungen mit den Gästen des Festivals, Lesungen, Gespräche und Vorträge. Des Weiteren haben sich Jugendliche im Vorfeld des Festivals in einen Familientausch begeben; ihre Erfahrungen werden im Laufe des Festivals präsentiert. Und unter dem Titel "Auf Augenhöhe in Halbhöhe" ist eine begleitende Textsammlung zeitgenössischer Autor*innen entstanden, die die weißen Klingelschilder in Halbhöhenlage zum Anlass einer „Neubeschreibung“ genommen haben. Mit zunehmender Halbhöhe schmelzen die Namen an den Klingeln erst zu Initialen, um dann häufig ganz zu verschwinden. Die begleitende Ausstellung des Comics "La Grieta / Der Riss" setzt unsere Perspektiven in einen Bild- und Textdialog europäischer Außengrenzziehungen und Herkunftsfragen. Förderer und Partner: Kulturstiftung des Bundes, Bundeszentrale für politische Bildung, Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, Konrad-Kohlhammer-Stiftung, Akademie Schloss Solitude, Institut francais Stuttgart und Deutsch-Türkisches Forum. Kuratiert von: Katarina Berg, Stefanie Stegmann und Kateryna Stetsevych.

Eintritt: Euro 30,-/20,-/15,- (Festivalpass)

 

Freitag
13.10.17
19.00 Uhr
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Rückkehr nach Reims

Didier Eribon

Veranstaltungsreihe: Herkunftssache!

Lesung und Gespräch, Moderation: Hinrich Schmidt-Henkel
Deutsche Lesung: Stefan Wancura


Geschlossene Gesellschaft? Warum ist Deutschlands gläserne Decke nach wie vor so stabil undurchlässig? Warum ist die Chancenungleichheit so hoch, wie in kaum einem anderen europäischen Land? Der französische Soziologe und Foucault-Forscher Didier Eribon hat mit seiner Studie "Rückkehr nach Reims" autobiografisches Schreiben mit soziologischer Reflexion verknüpft: Eribon realisiert, wie sehr er nicht nur unter der Homophobie seines Herkunftsmilieus litt, sondern, dass es vor allem auch der Habitus einer armen Arbeiterfamilie war, der es ihm schwer machte, in der Pariser Gesellschaft Fuß zu fassen. Sein Herkunftsmilieu hat er im Gegensatz zu seiner geschlechtlichen Orientierung lange verleugnet, erst der Tod seines Vaters führte ihn zurück in seine eigene Geschichte und in die Banlieues von Reims. Darüber hinaus liefert er als Soziologe eine Analyse des sozialen und intellektuellen Lebens seit den fünfziger Jahren und fragt, warum ein Teil der Arbeiterschaft, der traditionellen Linken, heute zum Front National übergelaufen ist.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
13.10.17
20.30 Uhr
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Im Herzen der Gewalt

Édouard Louis

Veranstaltungsreihe: Herkunftssache!

Lesung und Gespräch, Moderation und deutsche Lesung: Hinrich Schmidt-Henkel


In seinem neuen Roman "Im Herzen der Gewalt" rekonstruiert der junge französische Schriftsteller Édouard Louis die Geschehnisse einer dramatischen Nacht: Auf der Pariser Place de la Republique begegnet Édouard einem jungen Mann, mit dem er ins Gespräch kommt. Édouard nimmt ihn, Reda, einen Immigrantensohn mit Wurzeln in Algerien, mit in seine Wohnung. Aber was als zarter Flirt beginnt, schlägt um in Bedrohung und Gewalt. Indem er von Kindheit, Begehren, Herkunft und Rassismus erzählt, macht Louis unsichtbare Formen der Gewalt sichtbar. Édouard Louis war Schüler von Didier Éribon, dem er sein Debüt "Das Ende von Eddy" widmete, ein Roman über die Qualen eines homosexuellen Kindes in der Normalität dörflicher Gewalt, der in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurde. Beide sind stark geprägt worden durch das Werk des Pariser Soziologen Pierre Bourdieu.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
14.10.17
18.00 Uhr
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Grenzüberschreitungen

Fatma Aydemir, Alissa Ganijewa

Veranstaltungsreihe: Herkunftssache!

Lesung und Gespräch, Moderation: Deniz Utlu
Deutsche Lesung: Marit Beyer


Fatma Aydemir hat ihr Romandebüt "Ellbogen" zwischen Deutschland und der Türkei angesiedelt: Die 17-jährige Hazal Akgündüz, geboren in Berlin, könnte eine gewöhnliche Erwachsene werden, wenn sich nicht ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern in Deutschland fremd fühlen würden und Hazal auf ihrer Suche nach Heimat und Identität fatale Fehler begeht. Erst ist es nur ein geklauter Lippenstift. Dann stumpfe Gewalt. Als die Polizei sie sucht, flieht Hazal nach Istanbul, eine ihr bis dato völlig unbekannte Stadt, auf der Suche nach einem Platz in der Welt. Wird man Nestbeschmutzerin bezeichnet, wenn man sich kritisch mit eigener Herkunft auseinandersetzt? Das ist der jungen russischen Schriftstellerin Alissa Ganijewa widerfahren, die aus der nordkaukasischen Republik Dagestan in Russland stammt. In ihrem Roman "Eine Liebe im Kaukasus" krachen Tradition und Moderne, Herkunft und Wunschidentitäten, Fortschritt und Brauchtum aufeinander. Und das in einem sich rasend wandelnden System. Beide Autorinnen setzen sich mit ihren Herkünften auseinander, entlarvend und kritisch, mit Witz und Sprachgewalt.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
14.10.17
19.30 Uhr
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Das deutsche Krokodil

Ijoma Mangold

Veranstaltungsreihe: Herkunftssache!

Lesung und Gespräch, Moderation: Wiebke Porombka


Ijoma Alexander Mangold - so lautet sein vollständiger Name. Seine Mutter stammt aus Schlesien, sein Vater ist aus Nigeria nach Deutschland gekommen, um sich zum Facharzt für Kinderchirurgie ausbilden zu lassen, geht allerdings nach kurzer Zeit nach Afrika zurück und gründet dort eine neue Familie. Erst zweiundzwanzig Jahre später meldet er sich wieder und bringt Unruhe in die Verhältnisse. Ijoma Mangold, heute einer der bekanntesten Literaturkritiker und Literaturchef der ZEIT, denkt in seinem neuen Buch DAS DEUTSCHE KROKODIL über seine Herkunft nach: Wie wuchs er in der Bundesrepublik auf? Wie geht man um mit einem abwesenden Vater? Wie können kulturelle und soziale Herkunftsfragen in Beziehung gesetzt werden? Und womit fällt man in Deutschland mehr aus dem Rahmen, mit einer dunklen Haut oder mit einer Leidenschaft für Thomas Mann und Richard Wagner?

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
14.10.17
20.30 Uhr
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Zwischen Sprachen

Valzhyna Mort, Uljana Wolf

Veranstaltungsreihe: Herkunftssache!

Lesung und Gespräch, Moderation: Insa Wilke
Deutsche Lesung: Marit Beyer


"Ins Lot kommt in diesen Spracherkundungen nichts, nichts ist erstarrt, alles bleibt in Bewegung, in Gegenbewegung", so der Kritiker Michael Braun über die Lyrikerin und Übersetzerin Uljana Wolf, die im letzten Jahr den Adalbert-von-Chamisso Preis erhielt. Und diese Bewegung, den Unruhezustand des Poetischen in den Herkünften der Sprache teilt sie mit der belorussischen Autorin Valzyna Mort. 1981 in Minsk geboren lebt und arbeitet sie seit 2005 in den USA. Mort lernte erst als Jugendliche Weißrussisch, das bis 1990 keine Amtssprache war und vom Russischen verdrängt wurde. In der Folge machte sie die Sprache zu ihrer inzwischen weltweit beachteten Lyrik. Wolf wie Mort bewegen sich nicht nur in einer Sprache, beide übersetzen und unterrichten. Valzhyna Mort verfasst ihre Gedichte heute in Englisch oder Weissrussisch, Uljana Wolf wiederum übersetzt Mort aus dem Englischen ins Deutsche. Ihre Übersetzungen sind dabei keine Übertragungen oder Nachstellungen, sondern Metamorphosen und sprachliche Atmosphären, so Nico Bleutge in der NZZ. In ihrer eigenen Literatur begibt sich Uljana Wolf, derzeit Stipendiatin der Villa Massimo, ebenfalls in aufregende Sprachfelder zwischen Deutsch und Englisch. Und gegen identitäre Klischees und Zuschreibungen arbeiten beide mit Wortwitz und Klugheit; so spitzt Valzhyna Mort in der ZEIT zu: "Ich hätte lieber Syphilis als eine Identität".

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
14.10.17
21.30 Uhr
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Musik an Texte

Melinda Nadj Abonji, Jurczok 1001

Veranstaltungsreihe: Herkunftssache!

Konzert


Begonnen hat alles 1998 in einer Kellerbar in einem Zürcher Hinterhof, mit einer Lesung begleitet von Human Beatbox. Inzwischen haben Melinda Nadj Abonji und Jurczok für ihre musikalische Sprache renommierte Preise gewonnen. Sie für ihren Roman "Tauben fliegen auf", er für sein Bühnenprogramm "Spoken beats". Noch immer verbindet sie die Liebe zur Literatur, die Liebe zur Musik. Und noch etwas mehr: die Suche nach immer neuen Verbindungen von beidem. Ihre Performances haben sie auf Festivals in ganz Europa gezeigt. Melinda Nadj Abonji: Texte, Stimme, Elektrische Geige, Effektgeräte Jurczok 1001: Texte, Stimme, Loops. Texte, Musik, Videos:

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Sonntag
15.10.17
11.00 Uhr
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Auf Augenhöhe in Halbhöhe/Familienwechsel. Geschichten und Erfahrungen

Deniz Utlu, Joanna Bator, Ulf Stolterfoht, Björn Bicker, Clara Deifel, Noah Duffner, Bekam Jala Guta, Clara Schick, Lounar Said, Katharina Tietze

Veranstaltungsreihe: Herkunftssache!

Frühstücksmatinee, Moderation: Claudia Dathe, Thomas Richhardt


11.00 Uhr: Auf Augenhöhe in Halbhöhe - Neue Texte 1 Deniz Utlu, Joanna Bator, Ulf Stolterfoht, Björn Bicker Moderation: Claudia Dathe Die Topografie der Gesellschaft korrespondiert in Stuttgart mit der Topografie der Stadt und ihrer Halbhöhenlagen: Bis zu einer bestimmten Höhe sind an den Klingelschildern in den Straßenzügen noch die Namen der Bewohner*innen zu lesen, die dann bereits etwas höher an den Hängen zu Initialen schmelzen, um dann ganz oben in Halbhöhenlage häufig zu leeren Flächen zu werden. Die Klingelschilder der Wohnhäuser und Villen bleiben zunehmend weiß; die Sichtbarmachung von zu viel Reichtum produziert Fragen, weckt Neid, destabilisiert. Die kleinen weißen und namenlosen Flächen der Klingelschilder haben wir zum Anlass einer literarischen „Neubeschreibung“ genommen: In Form kurzer Texte verfasst von Ulf Stolterfoht, Thomas Melle, Zsuzsanna Gahse, Senthuran Varatharajah, Deniz Utlu, Joanna Bator und Björn Bicker erhalten die weißen Klingelschilder im übertragenen Sinne eigene kurze Geschichten, ohne sich an konkrete Häuser zu heften oder nach den jeweiligen Namen zu forschen. Diese Mikrobiografien, Kurzgeschichten oder Gedichte werden als Textsammlung zum Festival gedruckt und in Lesung und Gespräch vorgestellt. 12.00 Uhr: Familienwechsel - Neue Geschichten und Erfahrungen - Neue Texte 2 Clara Deifel, Noah Duffner, Bekam Jala Guta, Clara Schick, Lounar Said, Katharina Tietze Moderation: Thomas Richhardt (sowie Said und Katharina) Eine Handvoll Jugendlicher und junger Erwachsener hat für den Zeitraum einer Woche ihre Herkunftsfamilie verlassen und sich in den Alltag einer anderen, ihnen unbekannten Familie begeben. Sie haben dort gegessen, geschlafen, ihre Zeit verbracht, die in der Familie gültigen Regeln und Rituale erkundet und mit einem Paten einen täglichen Briefwechsel über ihre Beobachtungen und Wahrnehmungen geführt, begleitet vom Dramaturgen und Theaterpädagogen Thomas Richhardt. Dieser initiierte „Familienwechsel“ beschreitet nun den Weg der künstlichen Verfremdung: Wie wird woanders gesprochen, geherzt, gestritten, ohne dass wir dabei um die halbe Welt reisen müssen? Wie prägt Familie unsere Persönlichkeit? Wie werden verschiedene kulturelle Hintergründe im Alltäglichen erfahrbar? Wie zeigen sich große Fragen im Kleinen? Wie buchstabiert sich im wahrsten Sinne des Wortes Zusammengehörigkeit, ein „Ich“ im „Wir“ - und das in verschiedenen Milieus? Wo gibt es geschmeidige Anschlussstellen, wo Kollisionen? Auszüge aus der Werkstattbroschüre der Korrespondenzen stellen wir in dieser Veranstaltung vor.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Sonntag
15.10.17
18.00 Uhr
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Herkunft in Zukunft

Muhterem Aras, Thomas Krüger, Sighard Neckel, Florian Kessler

Veranstaltungsreihe: Herkunftssache!

Diskussion, Moderation: Jenny Friedrich-Freksa


„Ich bin Arztsohn, lassen Sie mich durch“ übertitelte der Autor Florian Kessler seinen kontrovers diskutierten Artikel über die habitualisierte Reproduktion der Schreibstudiengänge vorwiegend durch Akademikerkinder. Über einen anderen Bildungs- und Herkunftshintergrund verfügt die Landtagspräsidentin Muhterem Aras, geboren in einem anatolischen Dorf in der Türkei. Grundiert durch ihren bemerkenswerten sozialen wie kulturellen Echoraum des eigenen Aufstiegs sieht sie in der Bildung und ihren Einrichtungen den zentralen Schlüssel für eine gerechtere und herkunftsdurchlässigere Gesellschaft. Der Professor für Soziologie an der Universität Hamburg, Sighard Neckel, macht mit seinen Gesellschaftsanalysen und Ungleichheitsforschungen und Untersuchungen zum Leistungsparadigma schon seit geraumer Zeit auf sich aufmerksam, und Thomas Krüger denkt als Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung immer wieder neu über die Verquickung von politischer Bildung, Demokratiebildung und Herkunft nach. In dieser Diskussion richten die Gäste den Blick auf die Zukunft: Was können wir in unseren jeweiligen Wirkungsfeldern tun, um Herkunft von ihrem Stigma zu lösen und Diversität zu fördern und anzuerkennen?

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Sonntag
15.10.17
20.00 Uhr
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(De)Signing Time

Milos Sofrenovic

Veranstaltungsreihe: Herkunftssache!

Tanzperformance


Der serbische Choreograf Miloš Sofrenović entwickelt eine exklusive Performance, wie und inwiefern ein Individuum, ein Künstler, sich in die Zeit, in sein Leben einschreibt, im Spannungsverhältnis aus Fremdbestimmung und eigener Kreativität. Von der Herkunft ausgehend schaut er zur Zukunft: Wie werden wir in die Lage versetzt, Spuren in der Zeit zu hinterlassen? Basis seines Konzeptes ist Aldous Huxley’s "Brave new world revisited", ein Essay von Huxley (1958), auf dessen Basis Sofrenovic' fragt, wie man der aktuellen politisch-sozialen Situation in der Kunst, in der Bewegung, im Tanz begegnen kann. Die zweite Vorlage seiner Choreografie ist der Film "Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten" von Wim Wenders aus dem Jahre 1989 über den japanischen Modedesigner und Philosophen Yohji Yamamoto, der zu Beginn der 1980er Jahre die Modewelt in Paris und New York schockierte und revolutionierte. Im September und Oktober dieses Jahres ist Sofrenovic' Kooperationsstipendiat der Akademie Schloss Solitude und des Literaturhauses Stuttgart. In Zusammenarbeit mit der Akademie Schloss Solitude

Eintritt frei

 

Sonntag
15.10.17
20.30 Uhr
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Wer sagt dir, wer du bist?

Melinda Nadj Abonji, Sasha Marianna Salzmann

Veranstaltungsreihe: Herkunftssache!

Lesung und Gespräch, Moderation: Katharina Raabe


Die in der serbischen Vojvodina geborene, in der Schweiz lebende, muttersprachlich ungarische und auf Deutsch schreibende Buchpreisträgerin Melinda Nadj Abonji schreibt über unsichtbare Wände, verinnerlichte Zuschreibungen und Formen des Ein- und Ausschlusses. Zoltan Kertesz, blauäugiger Sohn eines „Halbzigeuners“ und einer Tagelöhnerin mit ständig wechselnden Liebhabern, ist der Außenseiter in einem kleinen Ort in Serbien in ihrem neuen Roman "Schildkrötensoldat". In der Volksarmee soll aus dem vermeintlichen Taugenichts zuerst ein Mann und dann ein Held werden. Mit Abonji ins Gespräch kommt Sasha Marianna Salzmann, 1985 in Wolgograd geboren. Aufgewachsen in Moskau emigrierte sie mit ihrer Familie 1995 nach Deutschland. Ihr Debütroman "Ausser sich" erzählt von einer Suche: Aus einer kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der postsowjetischen Jahre gelangen die Zwillinge Alissa und Anton in die westdeutsche Provinz. Als Anton, mittlerweile erwachsen, verschwindet, macht sich Alissa auf die Suche - nach dem verschollenen Bruder, aber vor allem nach einem Gefühl von Zugehörigkeit jenseits von Vaterland, Muttersprache oder Geschlecht. Wer sagt dir, wer du bist?

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
18.10.17
20.00 Uhr
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Fiktion und Gesellschaft. Über Feminismus heute

Shida Bazyar, Margarete Stokowski

Gespräch, Moderation: Lena Vöcklinghaus


Margarete Stokowski musste krankheitsbedingt leider absagen. Die Veranstaltung findet aber mit Shida Bazyar und Lena Vöcklingshaus statt. Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier eindrückliche Stimmen - und zugleich vier Entwürfe gelebter Männlichkeit und Weiblichkeit. Diese bilden die Basis des Gesprächs zwischen der Schriftstellerin Shida Bazyar, deren Debüt "Nachts ist es leise in Teheran" in diesem Jahr ausgewählt wurde für die Initiative "Stuttgart liest ein Buch", und der Spiegel-Kolumnistin und Autorin Margarete Stokowski. Ihr Text "Untenrum frei" zeigt in analytischer Schärfe Beweglichkeiten und Beharrungskräfte unserer Konzepte von Männlich- und Weiblichkeit und ihrer politischen feministischen Konsequenzen. Das Gespräch führt Lena Vöcklinghaus; sie hat das Dossier des "Merkur - Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken" über strukturelle Probleme, Sexismus und Machtgefälle an Schreibschulen maßgeblich mitinitiiert. Auch Shida Bazyar ist dort mit einem klugen wie persönlichen Beitrag zu Rassismus und Sexismus vertreten. In Zusammenarbeit mit "Stuttgart liest ein Buch"

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
19.10.17
20.00 Uhr
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Schlafende Sonne

Thomas Lehr

Veranstaltungsreihe: Auf Sendung

Lesung und Gespräch, Moderation: Katharina Borchardt


"Nicht Fisch, nicht Nacht, nicht Tag, nicht Fleisch, denkt Jonas oder etwas in ihm, kein Schlaf mehr und noch kaum Erwachen." Thomas Lehr Ein Jahrhundert Deutschland unter dem Brennglas eines Tages im Sommer 2011: Der Dokumentarfilmer Rudolf Zacharias reist nach Berlin, um die Vernissage seiner früheren Studentin Milena Sonntag zu besuchen. In ihrer Ausstellung zieht Milena nicht nur eine künstlerische Lebensbilanz, sondern zugleich die ihrer Zeit. Historische Katastrophen werden neben die privaten Verwicklungen dreier Menschen gestellt, führen die Spuren von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs bis ins heutige Berlin -ein literarisches Fresko eines Jahrhunderts. Thomas Lehr, 1957 in Speyer geboren, lebt in Berlin. In Zusammenarbeit mit dem SWR2. Sendetermin: 26.12.17, 22.03 Uhr

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
23.10.17
20.00 Uhr
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Aufleuchtende Details

Péter Nádas

Lesung und Gespräch, Moderation: Lerke von Saalfeld


Peter Nadas gehört zu den großen europäischen Erzählern unserer Zeit. Nach den international gefeierten Romanen "Buch der Erinnerung" und "Parallelgeschichten" erscheinen in diesem Jahr seine Lebenserinnerungen. Während Nadas' Mutter am 14. Oktober 1942 in Budapest mit der Straßenbahn zur Entbindung fährt, zeichnet Anne Frank das Gewicht jedes Familienmitglieds auf und Viktor Klemperer erhält in Dresden kein Brot. Jedes Ereignis, so Nadas, wirkt auf alle anderen Ereignisse ein - ob in der Politik oder der privaten Lebensgeschichte. Es sind jene Momente, die Geschichte fassbar machen und Erinnerung konstituieren - eben "Aufleuchtende Details", so der Titel seiner Memoiren. Peter Nadas, 1942 in Budapest geboren, ist Fotograf und vielfach ausgezeichneter Schriftsteller. In Zusammenarbeit mit dem Ungarischen Kulturinstitut, gefördert von der Peter Horvath-Stiftung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
24.10.17
20.00 Uhr
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Marx. Heute.

Jürgen Neffe

Veranstaltungsreihe: Das gute Buch

Lesung und Gespräch, Moderation: Denis Scheck
Gesprächspartnerin: Sandra Richter


Revolutionärer Querkopf und Vordenker des 19. Jahrhunderts: Anlässlich seines 200. Geburtstags legt der promovierte Biochemiker und vielfach ausgezeichnete Wissenschaftsjournalist Jürgen Neffe eine neue Biografie über Karl Marx vor. Mit seiner Analyse über den entfesselten Kapitalismus nimmt er bereits die globalisierte Welt unserer Tage bis hin zur Finanzkrise vorweg. Neffe zeichnet die Marxsche Gedankenwelt nach und konfrontiert sie mit der Realität unseres 21. Jahrhunderts. In der Reihe "Das gute Buch" reichern der Fernsehliteraturkritiker Denis Scheck und die Professorin für Neuere Deutsche Literatur der Universität Stuttgart Sandra Richter diese Konfrontation mit drei weiteren Büchern an: Claudio Magris erzählt in seinem europäischen Epos "Verfahren eingestellt" von der Gewaltförmigkeit gesellschaftlicher Systeme zwischen Diaspora, Sklaverei und vertuschten Nazi-Verbrechen. Christine Wunnicke lotet in ihrem Roman "Katie" den schmalen Grat zwischen Wahn und Wissenschaft aus und leuchtet in das Dunkel fragmentierter Figuren des 19. Jahrhunderts. In Jessica J. Lees "Mein Jahr im Wasser" über Verlorenheit, Fremdheit und Ängste blicken die drei Gäste des Abends mit Kritikern wie Marx unter die Wasseroberfläche und erkunden zugleich eine freudvolle Welt und Wirklichkeit.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
26.10.17
20.00 Uhr
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Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst

Ingo Schulze

Lesung und Gespräch, Moderation: Insa Wilke


Peter Holtz will nichts Geringeres als das Glück für alle! Schon als Kind praktiziert er die Abschaffung des Geldes, erfindet den Punk aus dem Geist des Arbeiterliedes und bekehrt sich zum Christentum. Doch er wundert sich: Der Lauf der Welt widerspricht seiner Logik und seine Selbstlosigkeit belohnt die Marktwirtschaft mit Reichtum. Hat er sich für das Falsche eingesetzt? Wie wird er das Geld mit Anstand wieder los? Mit Witz und Poesie entwickelt Ingo Schulze in seinem neuen Roman jenen Peter Holtz, den wir in Zeiten, in denen die Welt sich auf den Kopf stellt, umso mehr an unserer Seite brauchen. Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Bereits sein erstes Buch "33 Augenblicke des Glücks" (1995) wurde mit Begeisterung aufgenommen, spektakulär erfolgreich waren seine "Simple Storys" (1998).

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
28.10.17
18.00 Uhr
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Wer singt, erzählt - wer tanzt, überlebt

Alexandra Endres

Lesung


„Das Gedächtnis des Herzens löscht die bösen Erinnerungen und speichert die guten, und dank dieser Gabe sind wir dazu in der Lage, die Vergangenheit hinter uns zu lassen.“ Gabriel García Marquez Wer an Kolumbien denkt, denkt an Drogen und Krieg - dabei hat das Land so viel mehr zu bieten. Von der Karibikküste über die Anden bis an den Pazifik folgt Reporterin und ZEIT ONLINE Redakteurin Alexandra Endres den Spuren der Menschen und immer wieder dem großen Schriftsteller Gabriel García Marquez um Kolumbien von möglichst vielen Seiten zu zeigen. Endres beschreibt, wie Menschen Gewalt und schnell verdientem Geld widerstehen, und unerschütterlich an soziale Gerechtigkeit und die Möglichkeit eines Friedens glauben. Sie begegnet indigenen Völkern, Überlebenden unvorstellbarer Gewalt während des Bürgerkrieges oder zwischen den Fronten der Drogenmafia, Aktivisten, Lehrern, Künstlern, die eines gemeinsam haben: das Engagement für Kolumbien. „Es geht darum, die Lebensfreude und Widerstandskraft der Kolumbianer zu zeigen, die sie aus ganz unterschiedlichen Quellen schöpfen, etwa ihrem Glauben, ihrer Musik, ihrer Identität und ihren Traditionen - oder dem unbedingten Wunsch, dieses Land für ihre Kinder zu einem besseren Land zu machen.“ Veranstalter: Deutsch-Kolumbianischen Freundeskreis e.V. / DuMont Reiseverlag Eintritt frei

 

Samstag
28.10.17
20.00 Uhr
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Schreckliche Gewalten

Jakob Nolte

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch, Moderation: Marcus Willand


Mit Jakob Nolte und seinem zweiten Roman "Schreckliche Gewalten", nominiert für den Deutschen Buchpreis, startet die zwischen/miete in die Herbstsaison: Nachts verwandelt sich Hilma Honik in einen Werwolf und tötet ihren Mann. Von nun an sind ihre beiden Kinder auf sich selbst gestellt, immer in der Angst, die Bestialität liege in der Familie und könne auch von ihnen Besitz ergreifen. Während sich Iselin dafür entscheidet, in ihrer Heimatstadt Bergen mit ihren Mitbewohnerinnen die Terrorzelle "Mädchen im System" zu gründen, bereist Edvard die Ränder der Sowjetunion auf seinem Weg nach Afghanistan. Es beginnt eine fantastische Sinnsuche durch das 20. Jahrhundert. Die Reihe "zwischen/miete" wird realisiert von Charline Medernach, Friederike Ehwald und Nina Wittmann. facebook.com/ZwischenmieteStuttgart. Ort: WG im Süden, Hauptstätterstrasse 143, Stuttgart Eintritt: 5,- Euro (inkl. Bier und Brezel) Nur Abendkasse (ab 19.30 Uhr), begrenzte Platzzahl

 

Montag
30.10.17
20.00 Uhr
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Die Kalkbreite in Zürich – ein Beispiel neuer urbaner Dichte

Res Keller

Veranstaltungsreihe: Architekturforum

Vortrag


Wie wollen wir in der Stadt künftig wohnen, arbeiten, konsumieren und uns treffen? Welche Voraussetzungen braucht soziale Diversität? Wie funktioniert Partizipation, auf welchen Böden wachsen Gemeinschaften und gute Nachbarschaften? Welche Räume lassen sich teilen, welche gemeinsam nutzen? Was bedeutet ein sparsamer Umgang mit endlichen Ressourcen, auch mit dem Raum? Diese Fragen stellten sich vor zehn Jahren einige Stadtbewohner*innen in Zürich. Es war der Anfang des Projekts Kalkbreite, das heute Wohnraum für 250 Menschen, 200 Arbeitsplätze, vier Gastronomielokale, ein Kino und diverse andere Betriebe zur Grundversorgung des Quartiers bietet. Res Keller, Initiant der ersten Stunde, Mitbegründer und von 2007 bis 2016 Geschäftsführer der Genossenschaft Kalkbreite, stellt das Projekt vor. In Zusammenarbeit mit dem Architekturforum Baden-Württemberg

Eintritt frei

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de