veranstaltungen im oktober 2017

veranstaltungen im oktober 2017

oktober 2017

Montag
03.07.17
19.00 Uhr
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Die toten Seelen – Nikolaj Gogol

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Unauffällig bis zur Selbstauflösung, flexibel bis zur Getriebenheit, egoistisch, gewinnorientiert und rationalistisch bis zur Verantwortungslosigkeit: Der rundum mittelmäßige Kollegienrat Pawel Iwanowitsch Tschitschikow handelt mit faulen Krediten. Das Pfand, das er dafür hinterlegt, ist nicht nur faul, sondern zumeist schon verwest: die Leichen verstorbener Leibeigener, für die er, zusammen mit einem müffelnden Diener und einem sauflustigen, orientierungslosen Kutscher, in die entlegensten Winkel Russlands reist. Dort sucht er verschiedene Gutsbesitzer auf, um ihnen „tote Seelen“ abzukaufen. Die Hinterwäldler sind zwar weit weniger weltgewandt als Tschitschikow, doch zu besseren Menschen macht sie das nicht. Auch sie sind bestechlich, inkompetent und verfressen. Mit den „toten Seelen“ versucht sich Gogol an einer russischen Wiedergeburt der „Göttlichen Komödie“, doch sein Held lässt sich nicht durchs Fegefeuer in den Himmel führen. Gogols Bemühungen, Tschitschikow in die Rolle des guten Menschen zu zwingen, scheitern kläglich und mit ihnen der Weg zum eigenen Seelenheil. Er verliert Humor, Lebenslust und Verstand an sein letztes Werk und wird die verbleibenden zehn Jahre bis zu seinem Tod 1852 nichts Gelungenes mehr veröffentlichen. „Keiner meiner Leser wusste, dass er, wenn er über meine Helden lachte, über mich lachte”, so Gogol. Wir lesen den rund 500 Seiten starken Roman und sprechen über seine Aktualität. Ort: Dachboden-Lese, Tulpenstraße 48, Stuttgart Nur mit Anmeldung unter u35@literaturhaus-stuttgart.de Eintritt: Euro 3,- / Mitglieder frei

 

Montag
03.07.17
20.00 Uhr
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Körper in Bewegung

Gabriele Brandstetter

Veranstaltungsreihe: Wissenschaftsfragen

Gespräch, Moderation: Joachim Kalka


Die 1954 geborene Gabriele Brandstetter, die die erste Professur innehat, in deren Stellenbeschreibung an der Freien Universität Berlin neben der Theaterwissenschaft ausdrücklich die Tanzwissenschaft genannt wird, verleiht dieser Disziplin durch ihre subtile, breitgefächerte Publizistik planmäßig Züge einer Wissenschaft von der Körperlichkeit, vom Körper in Bewegung. In vielfachen Berührungen mit benachbarten Disziplinen, aufbauend auf Literatur- und Theaterwissenschaft, untersucht sie Themenkomplexe wie „Figur und Figuration“, „Bild und Bewegung“. Das Gespräch, das Joachim Kalka in der Reihe „Wissenschaftsfragen“ mit Gabriele Brandstetter führt, stellt die Frage nach den Möglichkeiten einer Verwissenschaftlichung des Körperlichen, Bewegten, ästhetisch Flüchtigen in den Mittelpunkt. In Zusammenarbeit mit dem IZKT und der Akademie für gesprochenes Wort Ort: Vinum im Literaturhaus, Breitscheidstraße 4

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
06.07.17
20.00 Uhr
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Der Ort, an dem die Reise endet

Yvonne Adhiambo Owuor

Veranstaltungsreihe: Afrikanissimo

Lesung und Gespräch, Moderation: Ilija Trojanow


"Kenia wurde von Ngũgĩ wa Thiong’o auf die literarische Weltkarte gesetzt, Yvonne Adhiambo Owuor schraffiert diese Karte nun neu. Ein zeitgeschichtliches Panorama von intimer Intensität." Ilija Trojanow Kenia, 2007: Odidi Oganda, ein hochbegabter Student, wird in den Straßen Nairobis erschossen. Seine Schwester Ajany kehrt aus Brasilien zurück, um mit ihrem Vater seinen Leichnam nach Hause zu überführen. Doch die Heimkehr auf die verfallene Farm im Norden des Landes hält keinen Trost für sie bereit. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen, die der Mord heraufbeschworen hat und die die Familie im Griff halten; Erinnerungen an die koloniale Gewaltherrschaft und die blutigen Auseinandersetzungen nach der Unabhängigkeit. Ajanys Mutter flieht von Wut und Trauer beherrscht in die Wildnis, und ihr Vater muss sich einer brutalen Wahrheit stellen. Doch im Moment größter Verzweiflung entsteht zugleich auch etwas Neues, eine Liebe nimmt ihren Anfang. "Der Ort, an dem die Reise endet" ist ein Roman über eine versehrte Familie und ein zerrissenes Land zwischen Aufarbeitung der Vergangenheit und Zukunftsentwurf: "Wenn wir uns nicht mit der Wahrheit auseinandersetzen, wird dieses Land explodieren. Damals gaben wir uns der Illusion hin, wir seien ein Ausnahmebeispiel für Stabilität. Aber ich erinnere mich an die Vorahnung, dass das Land, wenn wir uns nicht endlich mit den Gespenstern der Vergangenheit auseinandersetzen, explodieren würde", sagt Yvonne Adhiambo Owuor über Kenia. Geboren 1968, lebt Owuor heute in Nairobi. Sie leitete von 2003 bis 2005 das internationale Filmfestival in Sansibar. "Der Ort, an dem die Reise endet" ist ihr Debüt, erschien 2015 in den USA und wurde von Simone Jakob ins Deutsche übertragen. Ort: Vinum im Literaturhaus, Breitscheidstraße 4 , 70174 Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
08.07.17
19.00 Uhr
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Don Quijote – Ballett im Park

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Das Ballett im Park gehört mittlerweile zu den populärsten Veranstaltungen des Stuttgarter Balletts überhaupt und erlaubt uns dieses Jahr, Maximiliano Guerras Inszenierung des „Don Quijote“ von der Picknickdecke aus zu genießen - live übertragen aus dem Opernhaus auf eine Großbildvideowand im Oberen Schlossgarten. Nahaufnahmen und ungewohnt intime Perspektiven durch zahlreiche Kameras eröffnen einen ganz besonderen Blickwinkel auf die mitreißende Choreographie Maximiliano Guerras, der Miguel de Cervantes’ zweiteiligen Roman energetisch und unterhaltsam adaptiert und damit die Geschichte des verblendeten Ritters gelungen in Tanz übersetzt hat. Guerra gibt in seiner Version dem ursprünglichen Roman und seiner Titelfigur mehr Raum und erzählt die Geschichte von Don Quijote und seinem Knappen Sancho Panza aus der Sicht von Cervantes. Sein Don Quijote ist kein träumender Narr, nicht mehr der ins Lächerliche gezogene Klitschenjunker. "Er ist Träger eines Ideals im positiven Sinne und wenn der Versuch, es zu verwirklichen, ihm Hohn und Spott einträgt, dann liegt es nicht an diesem Ideal, sondern an der Welt und ihrer Niedertracht" (H. Lautenberger). Im Mittelpunkt stehen dabei die schöne Wirtstochter Kitri und der Draufgänger Basilio, die gegen den Willen ihrer Eltern entschlossen sind zu heiraten, und deren Liebe dank Don Quijote schließlich ein glückliches Ende findet. Also packt die Picknickdecke ein und kommt mit uns in den Schlossgarten! Ort: Oberer Schlossgarten Stuttgart Anmeldung unter u35@literaturhaus-stuttgart.de Eintritt frei

 

Montag
10.07.17
20.00 Uhr
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Guapa

Saleem Haddad

Lesung und Gespräch, Moderation: Esther Saoub


„Ein explosives Debüt. Dieser ungemein lesenswerte Roman ist sprachgewandt, aufrichtig und voller Leidenschaft. Gleichermaßen scharfsinnig in seiner Analyse arabischer wie amerikanischer Lebenswelten zeigt das Buch, dass die Maxime ‚Das Private ist politisch‘ nichts an Aktualität eingebüßt hat.“ - The Guardian Vierundzwanzig Stunden, die alles im Leben des jungen Rasa verändern: In einem namenlosen Land im Nahen Osten erschüttern gewaltsame Proteste die politische Ordnung. Der Arabische Frühling steht am Scheideweg zwischen Militärdiktatur und islamischem Regime. Und auch Rasas Welt gerät völlig aus den Fugen. Auf der Suche nach seinem besten Freund, der in den Gefängnissen der Machthaber gefoltert wird, streift er durch die Slums seiner Stadt. Nach Hause zu gehen wagt er nicht, denn seine Großmutter hat sein verborgen gehaltenes Geheimnis entdeckt. Während die wichtigsten Beziehungen in seinem Leben zu zerbrechen drohen, muss Rasa seinen Platz in einer Gesellschaft finden, die ihn vielleicht niemals akzeptieren wird. Schonungslos erzählt Saleem Haddad in seinem Debütroman von einer unmöglichen Liebe in Zeiten radikaler Umbrüche und gibt einen Einblick in den kaum bekannten Alltag einer jungen, queeren Generation im Nahen Osten. Saleem Haddad wurde 1983 in Kuwait-Stadt geboren. Der Sohn einer irakisch-deutschen Mutter und eines libanesisch-palästinensischen Vaters verbrachte prägende Jahre in Jordanien, Kanada und Großbritannien. Für Ärzte ohne Grenzen leistete er humanitäre Arbeit in Syrien, im Jemen und im Irak. Saleem Haddad lebt in London. Guapa ist sein erstes Buch. Im Rahmen der CSD-Kulturtage Stuttgart Ort: Vinum im Literaturhaus, Breitscheidstraße 4 , 70174 Stuttgart

 

Dienstag
11.07.17
20.00 Uhr
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Sie kam aus Mariupol

Natascha Wodin

Lesung und Gespräch, Moderation: Helmut Böttiger


"Dass ich den Namen meiner Mutter in die Suchmaschine des russischen Internets eintippte, war nicht viel mehr als eine Spielerei. […] Meine kindliche Vorstellung vom Herkunftsort meiner Mutter überdauerte Jahrzehnte in meinen inneren Dunkelkammern." Natascha Wodin "Wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe" - Natascha Wodins Mutter sagte diesen Satz immer wieder und nahm doch, was sie meinte, mit ins Grab. Da war die Tochter zehn und angefüllt mit Fragen statt Antworten: Wieso lebten sie in einem der Lager für "Displaced Persons", woher kam die Mutter, und was hatte sie erlebt? Erst Jahrzehnte später öffnet sich die Blackbox ihrer Herkunft, erst ein bisschen, dann immer mehr. "Sie kam aus Mariupol" ist eine Spurensuche. Wodin geht dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach, die aus der Hafenstadt Mariupol stammte und mit ihrem Mann 1943 als "Ostarbeiterin" nach Deutschland verschleppt wurde. Sie erzählt beklemmend intensiv vom Anhängsel des Holocaust, einer Fußnote der Geschichte: der Zwangsarbeit im Dritten Reich. Mit existenzieller Wucht werden hier die katastrophalen Geschichtsbrüche des 20. Jahrhunderts in dieser Familienrecherche en miniature verhandelt, fasst der Literaturkritiker Helmut Böttiger zusammen. Natascha Wodins Werk wurde vielfach ausgezeichnet; "Sie kam aus Mariupol" erhielt den Alfred-Döblin-Preis und den Preis der Leipziger Buchmesse. Natascha Wodin lebt in Berlin und Mecklenburg. In Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg Ort: VINUM im Literaturhaus

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
13.07.17
20.00 Uhr
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Unter Sternen: Neue Poesie und ihre Wahlverwandtschaften

Ilma Rakusa, Orsolya Kalász

Lesung und Gespräch, Moderation: Helmut Böttiger
Musik: Michael Sattelberger


„Unter Sternen“ verbindet strahlende Schönheiten zeitgenössischer Poesie mit ihren leuchtenden Vorfahren der Literaturgeschichte. Zeitgenössische DichterInnen entwickeln in ihren Texten Klang- und Bildlandschaften, die immer auch schimmernde, leuchtende Anleihen aus der Literaturgeschichte sichtbar, hörbar werden lassen. Im Late-Night-Sommerformat „Unter Sternen“ greifen wir diese Landschaft der lyrischen Resonanzen auf und verbinden Lesungen aktueller Texte mit alten Texten, auf die sie sich beziehen. In diesem Jahr sind die Lyrikerin, Autorin und Übersetzerin Ilma Rakusa sowie die Lyrikerin und Übersetzerin Orsolya Kalasz zu Gast. Im April dieses Jahres wurde Kalasz für Ihren Band "Das Eine" mit dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet. "Bei Orsolya Kalasz kommt das Staunen, das am Anfang aller Poesie steht, zu seinem Recht: In einer offenen, dem Fremden sich aussetzenden Poetik tastet sich ihr Band "Das Eine" durch das Labyrinth des Erkennens, Benennens und Verwandelns von der Welt. "Kalasz' Gedichte verleihen dem Liebesgedicht neue Impulse, indem sie es mit den Wappentieren der Heraldik und den Fabelwesen des Traums bevölkern", heißt es in der Jurybegründung. Orsolya Kalasz wurde in Ungarn geboren, lebt heute in Berlin, schreibt Lyrik und übersetzt Literatur aus dem Ungarischen ins Deutsche und umgekehrt. Ilma Rakusa, für ihr Werk in diesem Jahr mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet, wurde 1946 in der Slowakei geboren, verbrachte ihre frühe Kindheit in Budapest, Ljubljana und Triest und siedelte nach Zürich über, wo sie auch heute lebt. Sie veröffentlichte vielfach ausgezeichnete Lyrik-, Erzähl- und Essaybände, übersetzt aus dem Russischen, Serbokroatischen, Ungarischen und Französischen und ist als Publizistin und als Lehrbeauftragte tätig. "Langsames Licht" heißt ihr jüngster Gedichtband, der die Themen und poetischen Verfahren ihres gesamten Werks exemplarisch zeigt; ihr Ort ist dabei die ganze Welt, sie zoomt aber immer wieder in die mittel- und osteuropäischen Länder hinein. Eine Kooperation des Literaturhauses Stuttgart mit dem Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof und dem ungarischen Kulturinstitut. Außer Haus! Hospitalkirche, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Freitag
14.07.17
20.00 Uhr
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Mehr Schwarz als Lila

Lena Gorelik

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch, Moderation: Isabel Delakowitz


Lena Gorelik zeichnet in ihrem Roman "Mehr Schwarz als Lila" das Bild der 17-jährigen Alex, die einen schweigenden Vater und einen Papagei hat, der ihr die Mutter ersetzen soll. Ihre besondere Freundschaft mit Paul und Ratte zeichnet sich durch außergewöhnliche Gedankenspiele aus, mit denen die drei der Eintönigkeit des Alltags entfliehen. Als jedoch die Liebe ins Spiel kommt, wird es kompliziert: Ratte verliebt sich und entfernt sich, Paul hegt romantische Gefühle ausgerechnet für Alex, während diese ein großes Interesse am neuen Referendar an der Schule entwickelt. Die Bedeutung von Eigen- und Fremdwahrnehmung und die Bewegung zwischen Authentizität und gepflegter Selbstinszenierung bestimmen die Phase des Heranwachsens. Lena Gorelik lässt uns am Innenleben der jungen Figuren teilhaben und bringt die ungefilterten Gefühle der Heranwachsenden in eine eigene literarische Sprache. Gorelik, geboren 1981 in Sankt Petersburg, kam 1992 mit ihrer russisch-jüdischen Familie nach Deutschland. Ihr zweiter Roman "Hochzeit in Jerusalem" war nominiert für den Deutschen Buchpreis 2007. Sie lebt mit ihrer Familie in München. Die Reihe "zwischen/miete" wird realisiert von Charline Medernach, Friederike Ehwald und Nina Wittmann. facebook.com/ZwischenmieteStuttgart. Ort: WG in der Staffelstraße 1, 70190 Stuttgart Nur Abendkasse (ab 19.30 Uhr), begrenzte Platzzahl Eintritt: 5,- Euro (inkl. Bier und Brezel)

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de