veranstaltungen im oktober 2017

veranstaltungen im oktober 2017

oktober 2017

Freitag
03.03.17
20.00 Uhr
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Hitlers letzte Opfer - Willkommen im Gelobten Land

Jörg Armbruster

Lesung und Gespräch, Moderation: Anat Feinberg


Als Berichterstatter für den ARD Weltspiegel stand er im Februar 2011 live vor der Kamera, als ihn die Nachricht von Hosni Mubaraks Rücktritt erreichte. Und 2013 wurde er in Aleppo schwer verletzt. Wieder genesen, lebt der vielfach ausgezeichnete ehemalige Auslandskorrespondent Jörg Armbruster heute in Stuttgart. Im Herbst letzten Jahres erschien sein jüngstes Buch "Willkommen im gelobten Land?", in dem er nach den Schwierigkeiten des Neuanfangs deutschstämmiger Juden in Israel fragt. Was geschah mit den Juden, die vor dem zunehmenden Naziterror in den dreißiger Jahren nach Eretz Israel flüchteten? Und wie erging es den Holocaust-Überlebenden, die nach dem Zweiten Weltkrieg in das "Gelobte Land" auswanderten, um dort ein neues Leben zu beginnen? Sie mussten ihre Kultur, ihre Sprache und ihre gesamte Lebensgrundlage hinter sich lassen, landeten oft mit nichts als einem Bündel traumatischer Erfahrungen und der Hoffnung im Gepäck, einen neuen sicheren Zufluchtsort zu finden. Bei vielen dauerte es jedoch oft sehr lange, bis dieser Wunsch in Erfüllung ging. So wurden jene Emigranten, denen es gelungen war bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs der Verfolgung durch die Nazi in das britische Mandatsgebiet Palästina zu entkommen, oft argwöhnisch als Fremde beäugt. Und jene vom Lagerleben gezeichneten Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den palästinischen, später israelischen Hafenstädten an Land gingen, fanden in der neuen Heimat häufig nicht die Fürsorge, die sie nach ihren traumatisierenden Erlebnissen eigentlich gebraucht hätten. In Zusammenarbeit mit dem Hospitalhof, Evangelisches Bildungszentrum

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
06.03.17
19.00 Uhr
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Lesestunde zu "Corpus Delicti" von Juli Zeh

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


„Gesundheit ist das Ziel des natürlichen Lebenswillens und deshalb natürliches Ziel von Gesellschaft, Recht und Politik. Ein Mensch, der nicht nach Gesundheit strebt, wird nicht krank, sondern ist es schon.“ Juli Zeh, Schriftstellerin und Juristin, entwirft in “Corpus Delicti” die Anti-Utopie einer Gesundheitsdiktatur im Jahr 2057, in der die Sorge um den Körper, die zur höchsten Bürgerpflicht geworden ist, alle geistigen Werte verdrängt hat. Wir lernen Mia Holl kennen, eine junge, begabte und unabhängige Frau die sich vor einem Schuldgericht zu verantworten hat: Der Kilometerstand des Hometrainers ist zu niedrig. Ihre Blutwerte weisen ein Zuviel an Koffein auf. Sie hat ihre Ernährungs- und Schlafberichte nicht abgeliefert und weder Blutdruck- noch Urinwerte abgegeben. Mia ist in Trauer. Doch genau dieser Mangel soll schleunigst behoben werden. Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Donnerstag
09.03.17
20.00 Uhr
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Widerfahrnis

Bodo Kirchhoff

Veranstaltungsreihe: Auf Sendung

Lesung und Gespräch, Moderation: Alexander Wasner


"Dieses Buch ist die Essenz des literarischen Schaffens von Bodo Kirchhoff." Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung "Den Titel 'Widerfahrnis' trage ich seit Jahren mit mir herum. Doch es gab keine Geschichte dazu. Ich habe also gewartet, bis die Geschichte zu mir kam": In seiner Novelle "Widerfahrnis" erzählt Bodo Kirchoff vom Aufbruch zweier Menschen in den Süden, von Reither, einem ehemaligen Verleger, und von Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts. Sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er hat seinen Verlag geschlossen, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. "Es treibt sie die alte Sehnsucht nach der Liebe, nach Rotwein, Italien, einem späten Abenteuer. Als sie eine junge Streunerin auflesen, begegnen sie den elementaren Themen ihrer Vergangenheit wieder: Verlust, Elternschaft, radikaler Neuanfang. Kirchhoff gelingt es, in einem dichten Erzählgeflecht die großen Motive seines literarischen Werks auf kleinem Raum zu verhandeln", heißt es in der Jurybegründung zum Deutschen Buchpreis 2016, den der Autor im Oktober letzten Jahres erhielt. "Das Leben bricht ins Leben ein. Das ist Reithers Moment von Widerfahrnis. Er erkennt, dass er sich diesem Einbruch beugen muss. Dass er Veränderung und somit das Leben endlich zulassen muss", so Bodo Kirchhoff. Geboren 1948 in Hamburg, lebt er heute in Frankfurt am Main und am Gardasee. 2014 erschien sein Roman "Verlangen und Melancholie". Viele seiner Romane beschäftigen sich mit der Organisation von Intimität, etwa der Freundschaftsroman "Eros und Asche“ oder die Paar- und Liebesromane "Wo das Meer beginnt" und "Die Liebe in groben Zügen". In Zusammenarbeit mit dem SWR2, Sendetermin: 13.6. 22.03 Uhr

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
10.03.17
19.30 Uhr
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Vom Originalgenie zur Genialität unter Bedingungen

John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Kongress "Szenen Machen"

Vortrag und Gespräch


„Szenen machen.“ unter diesem Titel steht eine bundesweite Fachtagung, die von 10. bis 12.3. vom Literaturhaus Stuttgart organisiert wird. Zum ersten Mal wollen wir die maßgeblichen Akteure aus dem Bereich „Szenisches Schreiben in der Literatur- und Theaterpädagogik“ zusammenbringen und einen fachlichen Austausch zwischen Autoren und Pädagogen initiieren. Eröffnet wird der Kongress mit einem öffentlichen Vortrag von John von Düffel, dem Publikum des Literaturhauses u.a. als Gesprächspartner in der Reihe „Klassiker der Literaturgeschichte“ bekannt. In seiner Tätigkeit als Professor für Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin widmet John von Düffel seinen Vortrag dem Entstehungsprozess von Theaterstücken. „Kann man Schreiben lernen?“ ist die häufigste Frage im Creative Writing-Kontext, die auch an die Lehre und Werkstatt-Arbeit des Szenischen Schreibens immer wieder gestellt wird. Die Vorstellung eines Originalgenies geistert unbeirrbar durch die Köpfe. Schon allein die Rede vom Handwerklichen weckt den Verdacht der Korrumption und Vereinnahmung des unbedingten, absolut freien Schriftstellers, obwohl die meisten maßgeblichen Autoren der Theatergeschichte - Shakespeare, Molière, Brecht - am Theater gearbeitet haben. Schaut man sich die expliziten wie impliziten Poetiken dieser Autoren an, fällt jedoch etwas ganz anderes auf: Ihre Genialität beruht auf der genauen Kenntnis der Bedingungen des Theaters und der Notwendigkeit ihrer Veränderung und Erneuerung. Gefördert von der Robert Bosch Stiftung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
11.03.17
18.00 Uhr
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Markt der Möglichkeiten

Lorenz Hippe, Timo Brunke, Andreas Sauter, Ensemble Theaterhaus Stuttgart

Veranstaltungsreihe: Kongress "Szenen Machen"

Aufführungen, Ausstellungen, Präsentationen


Im Rahmen unseres bundesweiten Kongresses „Szenen machen“ stellen wir an Hand ausgewählter Beispiele die große Vielfalt an Projekten und Konzepten im Bereich der Literatur- und Theaterpädagogik in den Räumen des Literaturhauses vor. 18 - 18.30 Uhr: „Mama Dada“ - eine Mini-Sprachspielsause mit Timo Brunke 18.30 - 19.15 Uhr: „Theater Direkt“ mit Lorenz Hippe 19.15 - 21 Uhr: Projektpräsentationen in verschiedenen Räumen des Literaturhauses 21 - 21.45 Uhr: Minidramen junger Autoren: Szenische Lesung mit dem Ensemble des Theaterhauses Stuttgart 21.45 Uhr - 22 Uhr: Experiment einer Live-Stückentwicklung mit Andreas Sauter Gefördert von der Robert Bosch Stiftung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
13.03.17
16.30 Uhr
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Körperwelten & der Zyklus des Lebens

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Die Fürsorge für unseren Körper ist die beste Investition in unsere physische und emotionale Zukunft. Über 200 einzigartige Präparate führen durch den menschlichen Körper und erläutern leicht verständlich die einzelnen Organfunktionen sowie häufige Erkrankungen. Thematisch spezialisiert nimmt die Ausstellung den Besucher mit auf eine spannende Reise unter die Haut. Die einzelnen Stationen der Entwicklung des menschlichen Körpers sowie seine Veränderung im Lauf der Zeit - beginnend bei der Zeugung bis ins hohe Alter - laden jeden ein, sich intensiv mit seinem eigenen Leben zu beschäftigen. Eintritt: 15,- / 13,- Euro Anmeldung unter U35@literaturhaus-stuttgart.de

 

Montag
13.03.17
20.00 Uhr
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Schlafen werden wir später

Zsuzsa Bánk

Lesung und Gespräch, Moderation: Julia Schröder


"Liebste Johanna, heute Morgen hat Simon beim ersten frühen, viel zu frühen Kaffee gesagt, wäre er zehn Jahre jünger und hätte drei Kinder weniger, hätte er mich schon verlassen. [...] Simon sagte es in einem Ton, als sei es ohne Bedeutung, als sei es etwas wie: Das Wetter schwenkt um, ich nehme lieber den Zug und nicht den Wagen". Zsuzsa Bank Die Schriftstellerin Marta lebt mit Mann und drei Kindern in einer deutschen Großstadt. Obwohl sie ihre Kinder liebt, kämpft sie jeden Tag neu darum, in ihrem Leben nicht unterzugehen und ihre Arbeit gegen die Zumutungen des Alltags zu verteidigen. Ihre Freundin Johanna hingegen, mit der sie seit früher Kindheit eine innige Freundschaft verbindet, ist Lehrerin im Schwarzwald und kinderlos. Statt mit ihrer Doktorarbeit über Annette von Droste-Hülshoff weiter zu kommen, kämpft sie mit den Gespenstern ihrer Vergangenheit: mit dem Mann, der sie verlassen hat, mit dem Krebs, den sie überwunden geglaubt hat, mit ihrem Vater, der so jung gestorben ist. Jetzt, mit Anfang 40, liegt die Mitte des Lebens hinter ihnen, sind Lebensweichen gestellt, wichtige Entscheidungen getroffen, ist ein Richtungswechsel nicht mehr vorgesehen. Aber Marta und Johanna wissen, dass sie mehr wollen als noch nicht sterben. Zsuzsa Bank, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman "Der Schwimmer" wurde sie zahlreich ausgezeichnet. 2011 erschien ihr Roman "Die hellen Tage", jüngst nun ihr neuer Roman "Schlafen werden wir später". Gefördert von der Robert Bosch Stiftung im Rahmen der Chamisso-Begleitförderung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
14.03.17
20.00 Uhr
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Was ist deutsch in Deutschland?

Jagoda Marinic

Veranstaltungsreihe: Wirtschaftsclub

Gespräch, Moderation: Gabriele Müller-Trimbusch


Was politisch und gesellschaftlich lange Zeit verneint wurde, kann nicht mehr geleugnet werden: Deutschland ist seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland. Jagoda Marinić, die 1977 als Tochter kroatischer Einwanderer im schwäbischen Waiblingen geboren wurde, ist eine gewichtige Stimme in der Einwanderungsdebatte: politisch und poetisch zugleich, gesellschaftlich-analytisch und zugleich persönlich. Sie studierte in Heidelberg Politikwissenschaft, Germanistik und Anglistik, schreibt Erzählungen, Theaterstücke, Essays und Romane. Nach Aufenthalten in Zagreb, Split, New York und Berlin lebt die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin gegenwärtig in Heidelberg; dort leitet sie das Interkulturelle Zentrum, das bundesweit erste International Welcome Center. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Diversität und Ordnung - wie gleich ist anders?" des Wirtschaftsclubs im Literaturhaus Stuttgart spricht sie mit Gabriele Müller-Trimbusch über ihr Buch "Made in Germany. Was ist deutsch in Deutschland?", über Begriffe wie Heimat, Herkunft, Zukunft und über Prägungen und Sozialisationen. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
16.03.17
20.00 Uhr
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Ein wenig Leben

Hanya Yanagihara

Lesung und Gespräch, Moderation: Andreas Platthaus
Deutsche Lesung: Robert Kuchenbuch


"Er sprach Deutsch und Französisch. Er kannte das Periodensystem auswendig. Er konnte - ohne es zu wollen - große Teile der Bibel nahezu lückenlos aus dem Gedächtnis aufsagen. Er hätte bei der Geburt eines Kalbes helfen und einen Walnussbaum auf die effizienteste Weise abernten können. […]Und doch erschien es ihm häufig so, als wüsste er eigentlich nichts, das von wahrer Bedeutung war." Hanya Yanagihara Ein Buch, das "dich verrückt machen, verschlingen und von deinem Leben Besitz ergreifen kann", schrieb The New Yorker über Hanya Yanagiharas Roman "Ein wenig Leben". Er handelt von der Jahrzehnte währenden Freundschaft zwischen vier Männern. Einst Zimmerkameraden am College sind sie nach dem Studium nach New York gezogen, um dort ihre beruflichen Karrieren zu beginnen. Der gutaussehende und sanfte Willem Ragnarsson wuchs auf einer Farm in Wyoming in kargen Verhältnissen auf, jetzt kellnert er und träumt von Engagements als Schauspieler. Jean-Baptiste "JB" Marion, der geliebte Sohn von Einwanderern aus Haiti, strebt eine Künstlerkarriere an. Malcolm Irvine stammt aus wohlhabendem Elternhaus und leidet unter den Erwartungen seines Vaters. Die charismatische Figur im Zentrum des Buches aber ist der brillante und enigmatische Jude St. Francis, von dessen Leben seine Freunde so gut wie nichts wissen - weder davon, wo er herkommt, noch von seiner sexuellen Identität oder von der Geschichte seiner körperlichen Versehrtheit und Schmerzen. Hanya Yanagihara, geboren 1974, lebt als Schriftstellerin, Journalistin und Redakteurin beim Magazin T der New York Times in New York. "Ein wenig Leben" stand auf der Shortlist des Man Booker Prize und des National Book Award und gehört zu den meist diskutiertesten literarischen Werken der vergangenen Jahre in den USA. Die Verfilmung des Romans durch den Oscar- und Emmy-Preisträger Scott Rudin ist in Vorbereitung. In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Amerikanischen Zentrum Stuttgart.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
21.03.17
20.00 Uhr
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"Zu träumen genügt" - Ein literarisches Lesespiel zum 90. Geburtstag von Martin Walser

Martin Walser, Heribert Tenschert

Lesung und Gespräch, Moderation: Denis Scheck


Eine SWR2 Live-Übertragung aus dem Literaturhaus Stuttgart 70, 75, 80, 85, 90 Jahre. 12 Bände, jetzt 27. Martin Walser ist in jeder Hinsicht ein Schriftsteller der Superlative, ein Mann der großen Schicksalszahlen. Als seine erste Werkausgabe 1997 erschien, waren "Ein springender Brunnen", die Friedenspreisrede, "Tod eines Kritikers", "Ein liebender Mann", "Muttersohn", "Das dreizehnte Kapitel", "Shmekendike Blumen" noch nicht geschrieben. Damals war Martin Walser noch ein Schriftsteller, einer der großen zwar, aber einer neben anderen. Was danach kam, hat ihn in der deutschen Literaturlandschaft einzigartig gemacht. Was ein Roman kann, wissen wir durch ihn. Dass er dabei immer noch erdenschwer mit der Welt hadert, ist die Kehrseite, die ihn komplettiert. Früh und spät, alt und neu, die neue Werkausgabe versammelt, was man immer schon von Walser lesen wollte und sollte; Walser, so vollständig wie möglich. Martin Walser ist ein leidenschaftlicher Spieler, er scheut kein Risiko. Darum wünscht er sich zu seinem 90. Geburtstag am 24.3. ein literarisches Fragespiel. Mit der neuen Werkausgabe als Grundlage darf das Publikum Martin Walser Band und Seite zurufen, Walser liest, kommentiert, trägt vor, erzählt, singt, schmilzt dahin, ereifert sich, spricht und schweigt. Mit dabei ist Heribert Tenschert, einer der berühmtesten Antiquare für Buchkunst, der Herr der alten Bücher, leidenschaftlicher Sammler, Besitzer von 400 spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stundenbüchern und Verleger der neuen 27-bändigen Werkausgabe seines Freundes Martin Walser. Eine Veranstaltung des Literaturhaus Stuttgart und des SWR2

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Dienstag
28.03.17
20.00 Uhr
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Rotlicht - Wo sich Geld und Lust begegnen: Das Geschäft mit der Liebe

Nora Bossong, Christian Hermes

Lesung und Gespräch, Moderation: Eva Hosemann


Alles begann mit dem altmodischen Plüsch eines Sexshops. Als Kind traute sich die 1982 geborene Nora Bossong nur, ihn aus den Augenwinkeln zu betrachten. Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin und Lyrikerin wagt sich in ihrem neuen Buch "Rotlicht" nun in jene Geheimzone, in der Lust nackte Arbeit ist und Sexualität und Kapitalismus frontal aufeinanderprallen. Nora Bossong steht in schäbigen Sexkinos und am Salat-Buffet eines Swingerclubs. Mit genauer Beobachtungsgabe erzählt sie von dem Geschäft mit der Liebe und stellt die Frage, warum das Rotlichtmilieu die Lust eigentlich nur an den Mann bringen will - und nicht an die Frau. In dieses Themenfeld reicht auch ihre aktuelle These aus der Textsammlung "Freiheit und Verantwortung. 95 Thesen heute" zum 500. Jubiläum der Reformation, initiiert u.a. vom Literaturhaus Stuttgart. Hier reflektiert sie das "All-you-can-Prinzip" in der von der 'grenzenlosen Freiheit' allein das Grenzenlose, nicht aber die Freiheit übrig geblieben ist. "All you-can-fuck wiederum ist die lustfeindliche Leistungslibertinage in der Zeit nach der überkommenen Sexualmoral, die Religion und Gesellschaft einst diktierten", so Bossong. Über Buch und These kommt sie ins Gespräch mit dem promovierten Stadtdekan Monsignore Christian Hermes, der durch seine klare Haltung und Sprache z.B. gegenüber der AfD schon seit längerem auf sich aufmerksam gemacht hat, und auch das Rotlichtmilieu im Leonhardsviertel aus seiner Arbeit als Stadtdekan in deutlichen Worten kommentiert: "Den Sklavenmarkt finde ich empörend“, sagt er. Die Würde des Menschen werde hier zutiefst verletzt, so Hermes.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
30.03.17
20.00 Uhr
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Von Politik und Poesie

Molly Antopol, Jáchym Topol

Veranstaltungsreihe: head to head

Gespräch, Moderation: Claudia Sinnig


Aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven diskutieren die Autoren Molly Antopol und Jachym Topol die Auswirkungen von Politik, insbesondere die ideologischen Konfrontationen des Kalten Krieges, mit der Kunst. Sie fragen, wie wechselnde politische Umstände auf die eigene Arbeit Einfluss nehmen. Molly Antopol unterrichtet kreatives Schreiben an der Stanford University, wo sie 2006-2008 Wallace Stegner Fellow war. Ihr Debüt-Werk „The UnAmericans“ (W.W. Norton, 2014; auf Deutsch in Übersetzung von Patricia Klobusiczky unter dem Titel „Die Unamerikanischen“ bei Hanser Berlin, 2015) ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die in den USA, Europa und Israel spielen. Das Buch erschien in sieben Ländern und wurde für den National Book Award nominiert. In ihrem aktuellen Romanprojekt verfolgt Antopol ihr Interesse an Geschichte und Politik, an Privatsphäre und dem Kalten Krieg. Das Buch erzählt von einem Ehepaar, dessen Beziehung von den Kräften der Geschichte und der zerstörerischen Macht des Ehrgeizes auf die Probe gestellt wird. Jachym Topol ist Autor von Romanen, Gedichten, Geschichten, Dramen, Drehbüchern, Reportagen und Liedtexten. Er begann Ende der 70er bzw. Anfang der 80er Jahre als Liedtexter für die Rockband Psí vojaci zu schreiben. Er war Mitbegründer des Samisdat-Magazins „Violit“ (1982) und „Revolver Revue“ (1985), die sich als Samisdat-Review besonders auf modernes tschechisches Schreiben konzentrierte. Bislang wurden seine Bücher in 15 Sprachen übersetzt. Sein Roman „Die Schwester“ dokumentiert das Gefühl der Versetzung, die durch die neu gewonnene Freiheit Tschechiens 1989 entstand. Heute ist Topol Programmdirektor der Vaclav-Havel-Bibliothek in Prag. In Zusammenarbeit mit der American Academy Berlin. Gefördert von der Berthold Leibinger Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck GmbH und Dr. Dirk Ippen. Eintritt frei Bitte anmelden unter: www.americanacademy.de

 

Freitag
31.03.17
20.00 Uhr
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Das hängende Dach – der Nachhall von Frei Otto

Mike Schlaich

Veranstaltungsreihe: Architektur

Vortrag


Der Architekt Frei Otto gilt als der Pionier der Leichtbauweise. Welche Wirkung hatte sein Denken und Schaffen auf andere? Dieser Frage widmet sich das Architektur-Forum in einer eigenen Vortragsreihe und hat bekannte Persönlichkeiten eingeladen, über ihre Zusammenarbeit und den Einfluss Frei Ottos auf ihre eigene Arbeit zu sprechen. Frei Ottos Arbeiten haben ohne Zweifel auch Jörg Schlaich und damit das Ingenieurbüro schlaich bergermann partner inspiriert. Von der Zusammenarbeit der beiden Persönlichkeiten in den 1960er Jahren beim Olympiastadion in München bis zu den heutigen Stadiondächern soll dem Nachhall von Frei Otto bei schlaich bergermann partner nachgespürt werden. Moderne doppelt gekrümmte Seilnetzdächer, verglaste Gitterschalen und wandelbare Tragwerke werden diesen Einfluss illustrieren. Mike Schlaich ist Geschäftsführer von schlaich bergermann partner und Professor am Fachgebiet Entwerfen und Konstruieren - Massivbau an der Technischen Universität Berlin. Seit mehr als 25 Jahren plant und realisiert Mike Schlaich weltweit Hochbauten und Brücken. Er widmet sich besonders den Entwurfsaufgaben im Leichtbau und der Erforschung neuer Materialien für das Bauwesen, wie Kohlenstofffasern und Infraleichtbeton. In Zusammenarbeit mit dem Architektur-Forum Baden-Württemberg

Eintritt frei

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de