veranstaltungen im januar 2018

veranstaltungen im januar 2018

januar 2018

Montag
08.01.18
19.00 Uhr
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Über Tyll von Daniel Kehlmann

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


"Sprachtrunken, bildersatt und verzaubert habe ich den neuen Roman von Daniel Kehlmann zugeklappt: So ein Wunderbuch begegnet einem nichts jedes Jahr!", urteilt Denis Scheck in der Sendung Druckfrisch. Einmal mehr spielt Daniel Kehlmann gekonnt mit Fiktion und historisch Beglaubigtem, denn auch wenn Tyll Ulenspiegel nicht in das 17. Jahrhundert gehört, ist die Rückkehr dieses Spötters nirgends angebrachter als angesichts dieser in krassem Elend versunkenen und fromme Lügen verstrickten Zeit, in der ein Leben keinen Gegenwert hat. Also schreibt euch den neuen Kehlmann auf den Wunschzettel und diskutiert mit uns ins neue Jahr hinein. Eintritt: Mitglieder frei; Gäste 3,-

 

Mittwoch
10.01.18
20.00 Uhr
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Weine nicht, wenn der Regen fällt... - Eine Schlagerreise von Rudi Schuricke bis Helene Fischer

Rainer Moritz

Lesung und Gespräch, Gesang: Wolfgang Seljé


Als Literaturkritiker, Autor, Übersetzer und Leiter des Literaturhauses Hamburg ist er auf den Bühnen der Sprache zu Hause. Dass er seit Kindesbeinen bekennender und textsicherer Schlagerfan ist, wissen bislang nur wenige. Im Reclam Verlag erschien jüngst sein Band "Schlager. 100 Seiten." Anlass genung, mit Rainer Moritz im Literaturhaus die Geheimnisse des deutschen Schlagers zu erkunden. Rainer Moritz erzählt vom ersten deutschen Nachkriegshit, Rudi Schurickes "Capri-Fischern", illustriert die Italien- und Hawaii-Sehnsucht der Adenauer-Ära, erläutert die erotische Botschaften von Howard Carpendale und Peter Alexander, zeigt, was geschieht, wenn Schlagersänger plötzlich von Modeerscheinungen wie Strand-Bikinis singen oder Fußballer ans Mikrofon eilen. Und zuletzt erklärt er ein für alle mal, was es mit dem Phänomen Helene Fischer auf sich hat. Freuen Sie sich auf Lieder, die Sie nie wieder hören wollten. Freuen Sie sich auf eine Reise in Ihre Vergangenheit und in die bundesrepublikanische Kulturgeschichte. Und singen Sie mit.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
11.01.18
20.00 Uhr
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Irmgard Keun: Das Werk

Heinrich Detering, Ursula Krechel

Lesung und Gespräch, Begrüßung: Joachim E. Schielke
Lesung: Nina Kunzendorf


Irmgrad Keun (1905-1982) ist vor allem für ihre Romane "Das kunstseidene Mädchen" und "Nach Mitternacht" bekannt, dabei hat sie noch eine Vielzahl weiterer Prosatexte geschrieben - voll literarischer Kraft und satirischer Schärfe. Ihr Gesamtwerk liegt nun erstmals in einer dreibändigen Edition vor. Versammelt sind alle erhaltenen Texte Keuns von der Weimarer Republik bis in die 1960er Jahre, darunter auch einige Neuentdeckungen. Es ist ein bemerkenswert facettenreiches Werk, das die Autorin als kritische und sensible Beobachterin der deutschen Zeitgeschichte und ebenso als außerordentliche Sprachkünstlerin zeigt. In einem umfassenden Kommentar erschließen die Herausgeber*innen Heinrich Detering und Beate Kennedy die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte, politische Kontexte und erzählerische Verfahren der Werke. An diesem Abend stellen Heinrich Detering und die Schriftstellerin Ursula Krechel, die den einleitenden Essay für die Ausgabe geschrieben hat, das Werk Keuns vor. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Wüstenrot Stiftung und dem Wallstein Verlag

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
16.01.18
17.00 Uhr
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Über Albrecht Fabri

Ulrich Keicher

Veranstaltungsreihen: Literatur Schaufenster, auf einen Kaffee

Gespräch


Albrecht Fabri (1911-1998) war kein Prosaautor, kein Lyriker, er war in erster Linie Essayist, dazu auch bedeutenden als Kunstkritiker und Übersetzer aus dem Französischem. Ohne ein sehr umfangreiches Werk hinterlassen zu haben, nannte ihn Alfred Gomringer in seiner Bedeutung den "Nestor des schreibenden Neubeginns nach 1945". Gleichwohl blieb Fabri trotz seinen funkelnden Schreibstils und als Stilist von hohem Rang, im Literaturbetrieb seiner Zeit eine Art Fremdkörper. Dennoch wurde er gerade von Kollegen hoch geschätzt und Jörg Drews nannte dies: "Die Zeit arbeitet für ihn". Und auch aus diesem Grunde wollen wir anlässlich seines 20. Todestages am 20. Februar besonders auf diesen Autor hinweisen.

Eintritt frei

 

Mittwoch
17.01.18
20.00 Uhr
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William Shakespeare: Macbeth

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke


In der mittlerweilen vierten Auflage unserer Reihe "Klassiker der Literaturgeschichte" steht abschließend William Shakespeares Drama "Macbeth" auf dem Programm. Der englische Dramatiker Ben Johnson sagte einmal über seinen Zeitgennossen: "Shakespeare gehört nicht einem Zeitalter, sondern allen Zeiten!" Das gilt auch für die großen Shakespeare-Tragödien, darunter mit Sicherheit "Macbeth". Auf der Basis eines historischen Stoffes aus dem 11. Jahrhundert formuliert Shakespeare in "Macbeth" nichts Geringeres als eine zeitlose Urfabel über Machtgier, Mord und der sich draus fortzeugenden Gewalt: Der anfangs zögerliche Königsmörder Macbeth wird, nachdem er mit blutigen Händen den Thron bestiegen hat, zum Serienkiller, die Anstifterin Lady Macbeth verfällt dem Wahnsinn. Tatsächlich wurde "Macbeth" in Inszenierungen oft genug als abschreckendes Beispiel für politische Verbrechen und Tyrannei interpretiert. Doch so naheliegend dieser moralische Appell auch erscheint: Die Faszination durch den Schrecken, die das Stück kunstreich ausspielt, wird dadurch kaum gebrochen. Oder ist das Stück gar keine Warnung vor dem Fluch der bösen Tat? Sondern ein Blick in die Abgründe des Menschen, des Nihilismus, der Sinnlosigkeit? In Gespräch und Lesung werden sich die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel mit diesen und anderen Fragen auseinandersetzen - und mit der Person William Shakespeare, der auch 2016 wieder mit 150 Inszenierungen der meistgespielte Autor auf deutschen Bühnen war. Der Stuttgarter Performance-Poet Timo Brunke umrahmt den Abend mit poetischen Interventionen. Parallel spürt SWR2 Wissen in der Sendereihe "Klassiker der Schullektüre" der Aktualität von "Macbeth" für den schulischen Kontext nach. Sendung zum Thema in SWR2 Wissen: Donnerstag, 11.01.2018, 8:30 Uhr „Macbeth - William Shakespeare und die Gier anch Macht“ von Eberhard Falcke. Sendung zum Nachhören und Video der Veranstaltung auf: www.swr2.de/schullektuere Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
19.01.18
20.00 Uhr
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Themen im Drama

Lutz Hübner, Thomas Richhardt

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Lesung und Gespräch


Ein Autor, der sich aktuellen Themen widmet: Lutz Hübner zählt zu den meistgespielten Gegenwartsdramatikern auf deutschen Bühnen und hat dabei immer aktuelle Fragestellungen im Blick. Er sagt: "Man muss Denkanstöße geben, ohne mit Botschaften hausieren zu gehen. Man muss kleine U-Boote bauen, um das Publikum zu erreichen." So verhandelt er in seinem Stück "Frau Müller muss weg", 2015 von Sönke Wortmann verfilmt, die Verheerungen in einem auf Leistung getrimmten Schulsystem ebenso humorvoll wie er aktuell in seinem Stück "Willkommen" der Willkommenskultur auf den Zahn fühlt. Hübner studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie in Münster und machte anschließend eine Ausbildung zum Schauspieler. Seinen Erfolgsweg als Dramatiker begann er als Autor für das Kinder- und Jugendtheater, und auch als Leiter von Schreibwerkstätten blickte er auf zahlreiche Erfahrungen im In- und Ausland zurück. Thomas Richhardt, Dramaturg und langjähriger Leiter von Werkstätten zum Szenischen Schreiben wird mit Lutz Hübner über die Kraft von Themen, Konflikten und dramatischen Situationen sprechen.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
22.01.18
11.00 Uhr
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Naturlyrik

Nico Bleutge, Dr. Christian Schärf

Veranstaltungsreihe: Sternchenthemen

Gespräch, Gedichte, Musik, Moderation: Anja Brockert
Musikalische Begleitung: SWR Symphonieorchester


Die Natur und der Mensch sind untrennbar miteinander verbunden - auch in Dichtung und Musik. Dabei hat jede künstlerische Epoche eigene Vorstellungen davon entwickelt, was die Natur für die Menschen bedeutet: Mal wurde sie romantisiert und eng mit dem Individuum verknüpft, mal als bedrohlich und dämonisch erlebt. Naturgedichte spiegeln Zivilisationsmüdigkeit und Kritik an der Moderne ebenso wie den Wunsch nach einer ökologischen Erneuerung. In den letzten Jahren hat die Naturlyrik in Deutschland einen neuen Aufschwung erlebt. Einer ihrer bekanntesten Vertreter ist der jüngst mit dem Kranichsteiner Literaturpreis ausgezeichnete 45jährige Lyriker Nico Bleutge. Er stellt an diesem Vormittag eigene Gedichte vor und erkundet zusammen mit dem an der Universität Hildesheim lehrenden Literaturwissenschaftler Prof. Christian Schärf ausgewählte Beispiele der Naturlyrik - vom "Sturm und Drang" bis heute. Musiker des SWR Symphonieorchesters spielen Werke aus den entsprechenden Epochen. Gespräche, Gedichte und Musik machen die Beziehung zwischen Mensch und Natur neu erfahrbar. Veranstaltung zum Nachhören mit Video auf swr2.de/Sternchenthemen In Kooperation mit SWR Symphonieorchester und SWR2 Wissen Gefördert durch: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
22.01.18
20.00 Uhr
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Was taugt dem Künstler das Buch? Slevogt, Picasso, Grieshaber...

Stefan Soltek

Vortrag und Gespräch


Mit der Stuttgarter Antiquariatsmesse und der Antiquaria in Ludwigsburg wird die Region alljährlich, jeweils Ende Januar, zu einem Mekka der Büchersammler*innen aus aller Welt. Die diesjährige Auftaktveranstaltung ist einem Thema aus dem Feld der Buchillustration gewidmet. Auch wenn Maler und Zeichner bereits druckgrafische Folgen erstellt haben, hat die Auseinandersetzung mit der festen Abfolge von Seiten in einem Buch ihre besondere Schaffenskraft hervorgelockt. Der Vortrag von Stefan Soltek, Leiter des Klingspor Museums Offenbach für internationale Buch- und Schriftkunst, zeigt diverse Konzepte auf, die Künstler im 20. Jahrhundert entwickelt haben. Mehr oder minder klassisch bewerkstelligen sie die Illustration eines Textes, verschieden sind ihre Techniken - Liebe und Tod jedoch die Leitthemen bei ihnen allen. Und sie faszinieren durch ihren Umgang mit Farbe und Figur, ob Max Slevogt und Max Liebermann, Henri Matisse und Pablo Picasso, Hendrik Nicolaas Werkman und HAP Grieshaber oder Willi Baumeister und Felix Furtwängler. Gemeinsame Auftaktveranstaltung der Stuttgarter Antiquariatsmesse und der Antiquaria Ludwigsburg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
23.01.18
20.00 Uhr
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Robert Bosch. Unternehmer im Zeitalter der Extreme

Peter Theiner

Veranstaltungsreihe: Wirtschaft

Lesung und Gespräch, Moderation: Wolfgang Pyta


Robert Bosch war einer der erfolgreichsten Unternehmer des 20. Jahrhunderts und gleichzeitig ein Pionier der sozialen Marktwirtschaft. In einer Zeit der Kriege und gesellschaftlichen Umbrüchen, in einem Zeitalter der Extreme, positionierte sich Bosch als überzeugter Demokrat. Sein Vermächtnis, aus dem die Robert Bosch Stiftung entstanden ist, gründet in der Selbstverpflichtung, als Bürger und als erfolgreicher Unternehmer auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Warum sein Denken gerade heute wieder aktuell ist, zeigt die neue Biografie "Robert Bosch. Unternehmer im Zeitalter der Extreme." Peter Theiner begibt sich in seinem ausdrucksvollen Werk auf die Spurensuche dieser faszinierenden Persönlichkeit und kommt ins Gespräch mit dem Stuttgarter Professor für Neuere Geschichte, Wolfgang Pyta. In Zusammenarbeit mit de Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
24.01.18
09.00 Uhr
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Agnes

Peter Stamm

Veranstaltungsreihe: Sternchenthemen

Gäste, Lesungen, Gespräche, Moderation: Anja Brockert


Was passiert mit einem literarischen Werk, wenn es zur Pflichtlektüre in der Schule wird? Das erleben nicht viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller bereits zu Lebenszeiten, der Schweizer Autor Peter Stamm hingegen schon. Sein Debütroman "Agnes" in der er eine komplexe Liebesgeschichte im ausgehenden 20. Jahrhundert erzählt, wurde zum Sternchenthema. Der Ich-Erzähler und seine Freundin Agnes, eine junge Physikerin, erfahren Nähe und Fremdheit miteinander, schwanken zwischen Verantwortung und Freiheit. Als der Ich-Erzähler beginnt, ihre gemeinsame Geschichte aufzuschreiben, muss er erleben, wie die literarische Fantasie die wirkliche Liebe überholt. Am Ende ist Agnes verschwunden und möglicherweise tot. Das Buch ist im Schuljahr 2017/2018 letztmalig verbindliche Lektüre für das Deutsch-Abitur in Baden-Württemberg. Wie ergeht es den Beteiligten damit, den Lehrenden, den Schülerinnen und Schülern und nicht zuletzt dem Autor selbst? Welches pädagogische Interesse steht dahinter? Wird "Agnes" nun in der Schule beigesetzt im Kanon der "Klassiker" - oder im Gegenteil besonders lebendig unten den Augen junger Leserinnen und Leser? Sendung zum Nachhören und Nachlesen unter In Kooperation mit SWR2 Wissen und Hospitalhof Stuttgart Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
26.01.18
18.00 Uhr
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Passhöhe - Schweizer Stimmen im Stuttgarter Literaturhaus

Martina Clavadetscher, Schreibkollektiv AJAR, Ralph Dutli, Serpentina Hagner, Dana Grigorcea, Perikles Monioudis, Jürg Halter


Sie benennt die tiefstmögliche begehbare Stelle eines Bergkamms, eines Gratverlaufs oder Hohenrückens und birgt auf diese Weise zugleich ein Minimum und Maximum in sich: die Passhöhe. Diese nehmen wir zum Anlass, ein konzentriertes Minimum in Form eines Abends der Schweizer Literatur mit dem Maximum zusammenzubringen, mit aufregenden, neuen wie auch bekannten Schweizer Autor*innen, die wir in literarischer wie ästhetischer Formatvielfalt vorstellen. Das Programm setzt sich zusammen aus Bühnenperformance, Comic, Vortrag, Lesung und Gespräch, mit Einblicken in die Schweizer Nachwuchsschmiede, Gesprächen mit einem schreibenden Paar und der Präsentation des Schreibkollektivs AJAR, das nicht allein, sondern zusammen die Feder in die Hand nimmt. Station 1 // zwischen/miete special 18.00 - 18.45 Uhr Knochenlieder Martina Clavadetscher Lesung und Gespräch Moderation: Marcus Willand Martina Clavadetscher legt mit ihrem zweiten Roman in verknappter Sprache und schnellen Dialogen eine bitterböse Zukunftsgeschichte vor, in die sie geschickt verschiedene Märchenmotive einflicht. "Knochenlieder" (edition Bücherlese) stand 2017 auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises und erzählt die Geschichte der Familien Grün und Blau über rund sechs Jahrzehnte, beginnenden um 2020. Steht im ersten Teil das abgeschottete Leben in der Siedlung im Mittelpunkt, so spielt der Roman im zweiten Teil und gut zwanzig Jahre später in einer überwachten Stadt, die nur noch den Ausnahmezustand kennt. 1979 geboren, arbeitet Clavadetscher als Autorin, Dramatikerin und Radiokolumnistin. 2014 erschien ihr Prosadebüt "Sammler" im Verlag Martin Wallimann, in der Spielzeit 2013/2014 war sie zudem Hausautorin am Luzerner Theater. Station 2 18.45 - 19.30 Uhr Unter diesen Linden Schreibkollektiv AJAR Bruno Pellegrino, Matthieu Ruf und Lydia Schenk Lesung und Performance "Unter diesen Linden" (Lenos Verlag) sei der aufsehenerregende zu Lebzeiten unveröffentliche Roman der fiktiven Grande Dame der Westschweizer Literatur, Esther Montandon. Die vermeintlich vergessene Schriftstellerin wurde für ein Kunstprojekt kreiert, der Roman geschrieben vom AJAR-Collectif litteraire. Die in der ganzen Romandie verstreuten Autor*innen binden das junge bilinguale Schreibkollektiv, das in Fragmenten schreibt, die sie in der gemeinsamen Dropbox teilen. Prozess und Resultat dieses mehrstimmig-einstimmigen Schreibens präsentiert AJAR in einer deutsch-französischen Performance. 19.30 - 20.00 Uhr Öppis chlis z'ässä (Schweizer Wein und Käse) Station 3 20.00 - 20.30 Uhr Winterpech & Sommerpech: Werkschau eines Tausendsassas Ralph Dutli Essay und Vortrag Ralph Dutli gehört zu den renommiertesten Schweizer Autoren der Gegenwart. Für seine Bücher und Editionen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und wurde 2013 und 2015 für den deutschen Buchpreis und den Schweizer Buchpreis nominiert. Sein jüngstes Werk "Winterpech & Sommerpech" (Wallstein Verlag) öffnet uns den Blick auf erstaunlich moderne Poesie des mittelalterlichen Frankreichs. So ist der Pariser Dichter Rutebeuf (1230-1285) ein Poet völlig neuen Typs: Radikal subjektiv und provokativ unhöfisch berichtet Rutebeuf von Armut, Elend, Spiel- und Trunksucht und seinem Hadern mit Gott. 750 Jahre später nach Erscheinen der französischen Originaltexte übersetzt Ralph Dutli nun erstmals eine Auswahl ins Deutsche und vollendet seine "Kleine Trilogie des 13. Jahrhunderts", in der er die Wurzeln unserer literarischen Moderne im Mittelalter aufspürt. Station 4 20.30 - 21.00 Uhr Der Märchenmaler von Zürich Serpentina Hagner Moderation: Sara Dahme Comiclesung und Gespräch Serpentina Hagner zeichnet in ihrer Graphic Novel "Der Märchenmaler von Zürich" (edition moderne) ein turbulentes Portrait ihrer Familie. Angefangen mit der Großmutter des Märchenmalers Pauline, die sich mit ihrem unbändigen Temperament und ihrer Durchtriebenheit einen reichen Industriellen angelt, über die traumatische Kindheit von Emil Medardus Hagner als "Kuckuckskind", bis zu seinem späteren Schaffen als Märchenmaler von Zurüch. Darüber hinaus bietet der Comic ein für Schweizer Verhältnisse ungewohnt deftiges und überaus vergnügliches Sittenbild von Zürich in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Serpentina Hagner ist 2017 die erste Schweizer Finalistin des Comicbuchpreises 2017 der Berthold Leibinger Stiftung. 21.00 - 21.15 Uhr Öppis chlis z'ässä (Schweizer Wein und Käse) Station 5 21.15 - 22.00 Uhr Paarläufe: 2x schreiben Dana Grigorcea und Perikles Monioudis Lesung und Gespräch Moderation: Renata Burckhardt Schreiben ist kein Teamsport - oder doch? Dana Grigorcea, geboren 1979 in Bukarest, und Perikles Monioudis, ein Schweizer mit griechischen Vorfahren. Was sie verbindet ist die gemeinsame, gewählte Heimat Zürich, die Liebe zum Schreiben - und zueinander. Wir sprechen mit dem Schweizer Schriftstellerpaar über ihre jeweiligen aktuellen Arbeiten, die Besonderheit einer Künstlerehe und das Handwerk des Schreibens - das vielleicht kein einsames Handwerk sein muss. Für ihr zweites Buch "Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit" erhielt Dana Grigorcea 2015 den 3sat-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs. In Kürze erscheint ihr neuer Roman "Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen" (Dörlemann Verlag), aus dem sie einige Kostproben lesen wird. Perikles Monioudis wurde für seine in mehrere Sprachen übersetzen Romane und Erzählbände mit vielen Auszeichnungen bedacht. Jüngst erschien sein Roman "Land", über die Reise eines jungen Mannes auf den Spuren seiner Vorfahren durch viele Hafenstädte des Mittelmeerraums. Station 6 22.00 - 22.45 Uhr Mondkreisläufer Jürg Halter Perfomancepoesie "Mondkreisläufer" feierte ursprünglich als Theaterstück seine Premiere 2016 am Theater Bern. Es folgten zahlreiche ausverkaufte Vorstellungen, begeisterte Kritiken und die Einladung zu den Autorentheatertagen nach Berlin 2017, einem der wichtigsten Festivals für zeitgenössische deutschsprachige Dramatik. Jetzt hat Halter den Theatertext weiterentwickelt und in einen schillernden Prosatext verwandelt, der 2017 beim Schweizer Verlag und Veranstalter für Spoken Word, Der gesunde Menschenverstand, erschienen ist. Im Grenzgebiet zwischen Vernunft und Wahnsinn setzt Halter einen namenlosen Protagonisten aus und schickt ihn auf die Suche nach seiner ersehnten Mutter, die sich auf dem Mond befinden soll. Dabei drängt er den Leser, dem unablässig Sprechenden zu folgen und mit ihm und anderen eine neue Gemeinschaft zu begründen. Jürg Halter ist Schriftsteller, Musiker, Performancekünstler und Pionier der neuen deutschsprachigen Spoken-Word-Szene. Station 7 22.45 - 23.00 Uhr Mond aus! Dana Grigorcea Bilderbuchlesung & Bettmümpfeli (Schoggi von Läderach) Mit dem Kinderbuch "Mond aus!" (Baeschlin Verlag) von Dana Grigorcea, illustriert von Anna Luchs, endet die Wanderung durch die Literaturlandschaft der Schweiz. Im Wald ist es laut - und hell! Der Wolf kann nicht schlafen. Er ärgert sich. Wenn nur der Mond nicht so hell wäre! Dann wären auch die Frösche nicht so laut. Da hat es der Fuchs schon besser: Sein buschiger Schwanz sorgt für Dunkelheit. Oder die Wildschweinfamilie: Die hört nur sich selbst im Schlafe grunzen. "Mond aus!", jault der Wolf. Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung und dem Schweizerischen Generalkonsulat in Stuttgart sowie Läderach

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei

 

Montag
29.01.18
20.00 Uhr
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Tyll

Daniel Kehlmann

Lesung und Gespräch, Moderation: Ijoma Mangold


"Tyll" ist die Neuerfindung einer legendären Figur: In seinem neuen Roman setzt Daniel Kehlmann Tyll Ulenspiegel ins 17. Jahrhundert in ein kleines Dorf. Sein Vater, ein Magier und Welterforscher, gerät schon bald mit der Kirche in Konflikt. Tyll muss fliehen, und die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf ihren Wegen durch das von Religionskriegen verheerte Land begegnen sie Menschen, wie dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman, dem exilierten Königspaar Elisabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat und dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler und Provokateur, der eines Tages beschloss niemals zu sterben. In Kooperation mit dem Hospitalhof Stuttgart Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Dienstag
30.01.18
20.00 Uhr
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Der Sommer ihres Lebens

Barbara Yelin, Thomas von Steinaecker

Comic-Präsentation


"Der Sommer ihres Lebens" ist nicht nur eine berührende Geschichte über das Altern, sondern zugleich eine beeindruckende Zusammenarbeit zwischen der Zeichnerin Barbara Yelin und dem Schriftsteller Thomas von Steinaecker: Gerda steht am Fenster eines Seniorenheims und schaut in die Sterne. Lange hat sie die Frage aufgeschoben, jetzt sucht sie eine Antwort darauf: Hat sie ein glückliches Leben? Früher war Gerda ein aufgewecktes Mädchen, mit Interesse für Zahlen. Sie setzt sich durch, wurde Astrophysikerin, verliebte sich, bekam eine Tochter und trennte sich später von ihrem Mann. Während sie versucht, den Alltag im Heim mit den schwäbischen Pflegerinnen zu meistern, denkt sie zurück an ihre Jugend in den 1960er Jahren und an eine schmerzhafte Entscheidung, die sie damals treffen musste, in jenem Sommer ihres Lebens - für ihren Mann und gegen eine Stelle im Ausland.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
31.01.18
19.00 Uhr
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Erben des Holocaust - Leben zwischen Schweigen und Erinnerung

Andrea von Treuenfeld, Marcel Reif

Lesung und Gespräch, Moderation: Anat Feinberg


Um ihrer Vernichtung zu entkommen, mussten sie ständig neue Verstecke finden, in den Untergrund gehen, sich Partisanen anschließen oder in Länder fliehen, deren Kulturen ihnen fremd waren. Sie verloren Heimat und Familie und durchlitten Ghettos, Arbeitslager und Ausschwitz. Sie überlebten, aber sie waren Gezeichnete, die Vergangenheit begleitete sie und prägte auch die Kindheit der Zweiten Generation. Wie war es für sie in einem Land aufzuwachsen, das noch wenige Jahre zuvor ihre jüdische Familie auslöschen wollte? Andrea von Treuenfeld hat prominente Söhne und Töchter befragt. Marcel Reif, Nina Ruge, Ilja Richter, Robert Schindel und andere berichten von der Herausforderung des Lebens als "Erben des Holocaust". Obwohl sie ihn nicht selbst erlebten, blieb er wesentliches Element in ihrer Biografie. Im Literaturhaus nun kommen die Autorin des Buches, Andrea von Treuenfeld, und Marcel Reif, Schweizer Sportjournalist, mit Anat Feinberg, Professorin für jüdische und hebräische Literatur, ins Gespräch. In Zusammenarbeit mit dem Forum Jüdischer Bildung und Kultur e.V.

Eintritt frei

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de