veranstaltungen im november 2017

veranstaltungen im november 2017

november 2017

Freitag
03.11.17
20.00 Uhr
-

Max

Markus Orths

Lesung und Gespräch, Moderation: Ulrike Groos


"Gerade in der heutigen Zeit, einer Zeit neuer Mauern und Ausgrenzungen, war es mir wichtig, an einen Menschen zu erinnern, der zeit seines Lebens für das Fremde, das Andere, das Neue und Unbekannte gekämpft hat." Markus Orths Das Panorama einer wahnwitzigen Zeit. Und mittendrin: Max Ernst. Er kämpft gegen die Verrücktheit einer Welt, die aus den Fugen gerät. Er flieht vor dem wilhelminischen Vater, später vor dem Nationalsozialismus. Er sucht die eine Frau, die er lieben kann. In Deutschland, im wilden Paris der Zwanzigerjahre, im Exil in den USA. Viele seiner Freunde und Frauen sind berühmte Menschen dieser Zeit: Pablo Picasso, Andre Breton, Leonora Carrington, Peggy Guggenheim. Im Spiegel von sechs Frauenleben schreibt Markus Orths einen Roman über einen großen Künstler und zugleich einen Roman über das 20. Jahrhundert. Markus Orths, geboren 1969, studierte Philosophie, Romanistik und Anglistik in Freiburg und lebt mit seiner Familie in Karlsruhe. Seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt, der Roman "Das Zimmermädchen" 2015 für das Kino verfilmt. Zudem schreibt er Hörspiele und Kinderbücher.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
04.11.17
20.00 Uhr
-

Au bonheur des dames / Das Paradies der Damen


CinéConcert / Stummfilm mit deutschen Untertiteln, Musik: Jean-Yves Leloup


„Au bonheur des dames“ - ein Cineconcert im Literaturhaus! „Das Paradies der Damen“ ist der deutsche Titel des französischen Stummfilmdramas, das 1930 von Julien Duvivier nach dem gleichnamigen Roman von Émile Zola gedreht wurde. Der 1884 erschienene Roman schildert Aufstieg und Glanz eines Pariser Kaufhauses, dessen schillernde Warenwelt die Kundinnen in Kaufrausch und die benachbarten Einzelhändler in Ruin treibt. Verwoben mit einer romantischen Liebesgeschichte, ist der Roman heute noch von verblüffender Modernität und Aktualität. Jean-Yves Leloup von RadioMentale hat 2015 den Klassiker „Sunrise“ von Friedrich Wilhelm Murnau musikalisch interpretiert. Er mischt Einflüsse aus der Elektro- und Popmusik, lässt sich von Klassik, Originalfilmmusik und Jazz inspirieren und knüpft bisweilen an experimentelle und avantgardistische Traditionen an. In Zusammenarbeit mit den Französische Filmtage Tübingen I Stuttgart und dem Institut francais Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Montag
06.11.17
20.00 Uhr
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Annette von Droste-Hülshoff "Die Judenbuche"

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Poetische Intervention: Timo Brunke
Moderation: Anja Brockert


Mit Annette von Droste-Hülshoffs Novelle "Die Judenbuche" startet Anfang November die vierte Staffel unserer Reihe Klassiker der Literaturgeschichte. "Die Judenbuche" war Annette von Droste-Hülshoffs großer Durchbruch; sie erzählt vom jungen Friedrich Mergel, der verdächtigt wird, den Juden Aaron umgebracht zu haben. Der Text erschien erstmals 1842 und wurde später in den renommierten Deutschen Novellenschatz aufgenommen. Seither gehört er zum literarischen Kanon. Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) schrieb viel, vor allem im heimatlichen Münsterland und schließlich in Meersburg am Bodensee. Lange galt sie als Provinzautorin, tatsächlich inspiriert sie Schriftsteller*innen bis heute, wie zum Beispiel Zsuzsa Bank, die Droste in ihrem jüngsten Roman "Schlafen werden wir später" eine tragende Rolle zuweist. Die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel erkunden in einem Gespräch zu Annette von Droste-Hülshoff die Bedeutung der Judenbuche heute, begleitet durch den SWR2 Wissen, in der Sendereihe "Klassiker der Schullektüre". Sendung zum Thema: 6.11., 8.30 Uhr, Zum Nachlesen und Nachhören auf www.swr2.de/schullektuere. In Zusammenarbeit mit SWR2 Wissen, gefördert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
08.11.17
20.00 Uhr
-

Jakobsleiter

Ljudmila Ulitzkaja

Lesung und Gespräch, Deutsche Lesung: Irene Baumann
Moderation: Anat Feinberg


"2011 fand ich in einer Mappe mit Briefen von meiner Großmutter und meinem Großvater. Die Briefe zu lesen hatte etwas Unheimliches - so als fielen plötzlich Skelette aus dem Schrank. Mir war klar, dass meine Kinder diese Briefe in den Müll werfen würden, und es stieg eine Angst vor dem Vergessen in mir auf, an dem unser Land seit langem leidet. Die Menschheitsgeschichte setzt sich aus einer Ansammlung kleiner privater Familiengeschichten zusammen, die viel wahrhaftiger sind, als unsere Geschichtslehrbücher es sein können." Ljudmila Ulitzkaja Angeregt durch die Briefe der Großeltern hat Ljudmila Ulitzkaja ihren neuen Roman "Jakobsleiter" geschrieben, der sowohl eine Familiengeschichte als auch die Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert erzählt: Nach der Revolution ziehen Jakow und Marussja mit ihrer kleinen Familie nach Moskau. Während Marussja der neuen Regierung vertraut, erkennt Jakow bald die Missstände. Unter Stalin wird er nach Sibirien verbannt. Seine Frau lässt sich scheiden, auch der Sohn wendet sich von ihm ab, und seine Enkelin Nora sieht er nur einmal als Kind. Sie, die ein bewegtes Leben führen wird - Bühnenbildnerin, alleinerziehend, georgische Liebschaft - lernt ihren Großvater erst aus seinen Liebesbriefen an die Großmutter kennen. Ljudmila Ulitzkaja, 1943 geboren, wuchs in Moskau auf und ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen Russlands. Sie schreibt Drehbücher, Hörspiele, Theaterstücke und erzählende Prosa. Ihr neuer Roman wurde von Ganna-Maria Braungardt ins Deutsche übertragen.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
11.11.17
17.00 Uhr
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Das kleine Gelbe wird 150! Reclam Verlag feiert

Stephan Porombka, Albert Ostermaier, Ann Cotten, Tilman Winterling

Jubiläumsfest im Literaturhaus, Moderation: Julia Schröder
Poetische Intervention: Timo Brunke
Redner: Rainer Moritz
Begrüßung: Anja Reclam-Klinkhardt, Wolfgang Kattanek
Vortrag: Michael Sommer


Im November 1867 erschienen die ersten Bände der Universal-Bibliothek. Seitdem hat sie sich vielfach gewandelt. In ihrem Kern aber ist sie sich treu geblieben: eine Bibliothek, die zu günstigem Preis und in einem unverwechselbaren Erscheinungsbild all das erschließt und bereithält, was unser kulturelles Gedächtnis ausmacht. 2017 wird die Universal-Bibliothek 150 Jahre alt - sie ist damit die älteste Reihe auf dem deutschen Buchmarkt. Feiern Sie dieses besondere Jubiläum mit uns im Literaturhaus! Programm Begrüßung: Anja Reclam-Klinkhardt und Wolfgang Kattanek Michael Sommer: Reclams Top Ten in 10 Minuten "Was bedeuten Klassiker heute noch?" Podiumsgespräch mit Stephan Porombka, Albert Ostermaier, Ann Cotten und Tilman Winterling, Moderation: Julia Schröder - Pause - Timo Brunke: "Ich reclamiere". Der Bühnenpoet als Klassikflüsterer Rainer Moritz: Kleine, recht persönliche Lobrede auf den Reclam Verlag Im Anschluss Umtrunk im Vinum

Eintritt frei

 

Montag
13.11.17
19.00 Uhr
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Herz der Finsternis – Joseph Conrad

zwischen/lese = Lesestunde


„Ich kann’s euch am besten begreiflich machen, indem ich sage, dass ich für ein oder zwei Sekunden das Gefühl hatte, nicht ins Innere eines Kontinents aufzubrechen, sondern in das Innere der Erde.“ Joseph Conrad In “Herz der Finsternis“ beschreibt Joseph Conrad eine Reise in die Abgründe des europäischen Kolonialismus in Zentralafrika. Auf der Suche nach den letzten weißen Flecken der Erde unternimmt der erfahrene Seemann Marlow eine Flussfahrt stromaufwärts, die ihn immer weiter in den Bann des berüchtigten Stationsleiters Kurtz und damit mitten hinein in die Finsternis führt. Die Erzählung, die Joseph Conrad, selbst ein erfahrener und vielgereister Seemann, 1899 publizierte, wurde zur Inspiration von Werner Herzogs "Aguirre, der Zorn Gottes" sowie Francis Ford Coppolas "Apokalypse Now" und nun auch zum Ausgangspunkt eines Theaterstücks, das im Rahmen des "Made in Germany"-Theaterfestivals gespielt wird. Wir lesen das Buch und sprechen über seine Aktualität. Eintritt: Euro 3,- / Mitglieder frei

 

Montag
13.11.17
20.00 Uhr
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Lichter als der Tag

Mirko Bonné

Veranstaltungsreihe: Auf Sendung

Lesung und Gespräch, Moderation: Katharina Borchardt


"Aus der Zeit, als er noch ein Junge gewesen war, kannte er ein Licht, das fand er später für sehr lange Zeit nur in der Bahnsteighalle seiner Stadt wieder, und auch nur an bestimmten Tagen." Mirko Bonne Mirko Bonnes großer neuer Liebesroman, auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis 2017, überträgt Goethes Wahlverwandtschaften in die heutige Zeit. Er fragt nach Gründen von Entzweiung und Entfremdung und zeichnet dabei das Porträt eines Mannes, der die Kraft findet, aus dem Schatten seines Daseins hinauszutreten. Raimund Merz kennt Moritz und Floriane von Kindheit an. Ihr Lebensmittelpunkt ist ein wilder Garten am Dorfrand. Als Inger zu ihnen stößt, die Tochter eines dänischen Künstlers, bilden die vier eine verschworene Gemeinschaft, bis sich beide Jungen in das Mädchen verlieben. Inger ent¬scheidet sich für Moritz, Raimund und die ehrgeizige Floriane werden ebenfalls ein Paar. Jahre später kreuzen sich die Wege der vier erneut - für Raimund die Chance, sich der Leere seines Lebens ohne Inger zu vergegenwärtigen. Ver¬zweifelt sucht er nach einem Weg zurück zu sich selbst und zu einer Aussöhnung mit der Vergangenheit. Mirko Bonne, geboren 1965 in Tegernsee, lebt in Hamburg. Neben Übersetzungen von u. a. Emily Dickinson, John Keats und William Butler Yeats veröffentlichte er vielfach ausgezeichnete Romane und Gedichtbände sowie Aufsätze und Reisejournale. In Zusammenarbeit mit dem SWR2, Sendetermin: 9.1. 22.03 Uhr

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
15.11.17
20.00 Uhr
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Eigenes Leben

Lizzie Doron, Mirna Funk

Lesung und Gespräch, Moderation: Anat Feinberg


"Wie sitzt du mit jemandem, der einen deiner Freunde getötet haben könnte? Wie bezeichnest Du einen Terroristen, der dein Freund wurde? Wie trinkst du einen Kaffee mit einem, der sich weigert, in der Armee zu dienen und unser Land zu schützen?" Lizzie Doron Fünf Männer in der Mitte ihres Lebens: Die verurteilten ehemaligen Terroristen Muhammad, Suleiman und Jamil aus den besetzten Gebieten sowie die Israelis Chen und Amil, die den Dienst an der Waffe verweigert haben. Männer, die im Gefängnis saßen und, nachdem sie wieder freikamen, die "Friedenskämpfer-Bewegung" gründeten, entschlossen, ihrem Leben eine entschieden andere Richtung zu geben, Palästinenser, die die Juden töten wollten, und Israelis, die sich geweigert hatten, ihr Land zu verteidigen. Ein Jahr lang hörte Lizzie Doron ihren Kindheitserinnerungen zu, lernte sie kennen, ihre Träume und Ängste, erfuhr von dem Moment, als sie anderen das Leben nahmen. "Mit Sweet Occupation" hat Doron ein Buch über einst Radikale geschrieben, die dem sinnlosen Hass eine Perspektive entgegenzusetzen suchen. Lizzie Doron, geboren 1953 in Tel Aviv, lebt als Schriftstellerin in Tel Aviv und Berlin. Mit ihr ins Gespräch kommt die 1981 in Ostberlin geborene Schriftstellerin Mirna Funk, deren gleich mehrfach ausgezeichneter Debütroman "Winternähe" über eine junge deutsche Jüdin in Berlin und Tel Aviv danach fragt, wer eigentlich unsere Identität bestimmt und wie "eigenes Leben" in einem System von (verletzenden) Zuschreibungen möglich sein kann. Lola ist in Ost-Berlin geboren, wächst auf bei ihren jüdischen Großeltern und ist doch keine Jüdin im strengen Sinne. Ihre Großeltern haben den Holocaust überlebt, sie selber soll indes lässig bleiben bei antisemitischen Sprüchen. In Berlin lebend, reist sie im Sommer 2014 nach Tel Aviv, wo Krieg herrscht, und besucht ihren Großvater und ihren Geliebten, Shlomo, der vom Soldaten zum Linksradikalen wurde und seine wahre Geschichte vor ihr verbirgt. In Zusammenarbeit mit dem Katholisches Bildungswerk Stuttgart e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
23.11.17
20.00 Uhr
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Metrofolklore

Patricia Hempel

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch, Moderation: Tim Philippi


"Mitte 20 muss man unglücklich verliebt sein, damit man in den Dreißi¬gern das Liebesglück noch mehr zu schätzen weiß." Patricia Hempel Die Anbetung einer unerreichbaren Geliebten ist zwar in der Theorie ganz nett, stellt aber in Wahrheit kein erfülltes Lebenskonzept dar. Es ist alles nicht so einfach mit der Liebe. Das bekommt auch die Protagonistin in Patricia Hempels Debütroman "Metrofolklore" zu spüren, als ihre Partnerin ihr zunehmend mit Kinderwünschen in den Ohren liegt. Hempel, geboren 1983 in Berlin, erzählt mit rauer und erfrischender Stimme, wie es ist, als lesbische Archäologiestudentin Hals über Kopf in die sehr schöne, aber leider auch sehr heterosexuelle Helene verliebt zu sein. Hempel entwirft einen spitzzüngigen Roman über eine Sinnsuche, die sich irgendwo zwischen Sexfantasien in der Mensa und der Frage nach dem richtigen Namen für den potentiellen Nachwuchs bewegt. Sie studierte Ur- und Frühgeschichte in Berlin und literarisches Schreiben in Hildesheim, veröffentlichte bereits in Zeitschriften, Magazinen und Anthologien und lebt als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Eintritt: Euro 5,- (inkl. Bier & Brezel) Nur Abendkasse (ab 19.30 Uhr), begrenzte Platzzahl Ort: Reuchlinstraße 36, 70176 Stuttgart

 

Freitag
24.11.17
20.30 Uhr
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Herz der Finsternis – Theater der Migranten

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Das Theaterfestival “Made in Germany” vom Forum der Kulturen zeigt alle zwei Jahre eine Woche lang verschiedene Theaterproduktionen aus ganz Deutschland, die sich mit dem Thema Einwanderung, Integration und Interkultur auseinandersetzen. Zu Gast ist diesmal auch das “Theater der Migranten” aus Berlin, das Joseph Conrads Erzählung “Herz der Finsternis” in eine nächtliche Irrfahrt verwandelt hat, die wir selbst miterleben. Mit einem Boot ziehen wir los, brechen auf ins Ungewisse und hören die Geschichten von Geflüchteten. Parallel zu ihren Stationen der Flucht durchwandern wir verschiedene Stationen der Stadt und erfahren von den Ängsten, Sorgen und Erlebnissen, die sie begleitet haben. Ort: Theater Rampe, Filderstraße 47, Stuttgart Anmeldung an U35@literaturhaus-stuttgart.de Eintritt: Euro 14,-/10,-

 

Montag
27.11.17
20.00 Uhr
-

Position beziehen

Miriam Meckel, Wieland Backes

Veranstaltungsreihe: Köpfe der Zeit

Gespräch


"Wir können uns einen Lebensweg als eine Leiter vorstellen, deren Stufen man Schritt für Schritt erklimmt. […] Wir können uns einen Lebensweg aber auch wie ein Netzwerk aus Interessen, Fähigkeiten und Kontakten vorstellen, dessen Knotenpunkte sich immer wieder verändern." Miriam Meckel Gerade 32 Jahre alt, erhielt sie 1999 den Lehrstuhl für Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Münster, war zuvor Moderatorin bei ARD und RTL, wurde später Staatssekretärin und Regierungssprecherin von Nordrhein-Westfalen und folgte 2005 dem Ruf als Professorin und Direktorin an das Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen. Sie veröffentlicht Fachartikel und schreibt Essays, hält weltweit Vorträge, moderierte eine eigene Talkshow und gehört als kluge Denkerin und Feministin zu den großen erfolgreichen und zugleich auch öffentlich sichtbaren Frauen des Landes - stets mit klarer Haltung. In die Liste dieser enormen Leistungen platzten zwischenzeitlich große Erschöpfungszustände, die sie in ihrem Buch unter dem Titel „Briefe an mein Leben“ reflektierte. Miriam Meckel, Herausgeberin der Wirtschaftswoche, bekleidet nicht nur höchste Positionen, sondern bezieht sie auch. Anlass genug, sie als bedeutenden Kopf der Zeit auf die Bühne des Literaturhauses und an die Seite von Wieland Backes zu bitten, dem legendären Moderator des SWR-Nachtcafes und Initiator von Aufbruch Stuttgart. Mit freundlicher Unterstützung der Volksbank Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Dienstag
28.11.17
20.00 Uhr
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So, und jetzt kommst du

Arno Frank

Veranstaltungsreihe: Preis des Wirtschaftsclubs im Literaturhaus Stuttgart

Preisverleihung, Lesung und Gespräch


In diesem Jahr ist es der 1971 in Kaiserslautern geborene Autor und freie Journalist Arno Frank, der mit dem Preis des Stuttgarter Wirtschaftsclubs ausgezeichnet wird. Er schreibt u.a. für die taz, Die Zeit, Spiegel Online, Dummy, Fluter und den Musikexpress. In "So, und jetzt kommst Du" erzählt Arno Frank die Geschichte des Hochstaplers und Autoverkäufers Jürgen und seiner Familie aus der Perspektive eines der drei Kinder. Beginnend in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre nimmt der Autor den Leser mit auf eine Odyssee durch Europa und entwickelt ein Roadmovie der Flucht, Lüge und des freien Falls - basierend auf seiner eigenen Geschichte. Frank lotet aus, wie die Scheinökonomie des Hochstaplers mit den Imperativen unserer Leistungsgesellschaft korrespondiert und was ein Leben in Lüge mit dem nächsten Umfeld, der Familie, macht. Auch wenn die Karriere des Hochstaplers ihren Höhepunkt in der Moderne hatte, so begleiten uns auch heute Lug und Trug, Fälschung und Fake auf den großen Bühnen der Politik und Wirtschaft. Arno Frank erzählt seine Geschichte so hinreißend wie schonungslos und bewegt sich in seinem Debüt literarisch behände auf dem schmalen Grat von Tragik und Groteske, Verzweiflung und Komik. Das Buch ist im Stuttgarter Tropen Verlag/Klett-Cotta Verlag erschienen. Der Literaturpreis wird bereits zum achten Mal vergeben und honoriert mit 5.000 Euro die Arbeit von AutorInnen, die sich mit Themen der Wirtschafts- bzw. Arbeitswelt kritisch und literarisch anspruchsvoll auseinandersetzen. Ausgezeichnet wurden bisher u. a. Annette Pehnt (2009), Felicia Zeller (2010), Martin Suter (2015) und Philipp Schönthaler (2016). In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V.

Eintritt: Euro 10,- / 8,- / Mitglieder frei

 

Mittwoch
29.11.17
20.00 Uhr
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Im Wunderland – Englischsprachige Kinderliteratur

Hanns Zischler, Lothar Müller

Lesung und Gespräch


Mary Poppins - sie flog mit dem Regenschirm durch unsere Kinderzimmer, gefolgt von all den anderen Figuren aus dem Wunderland der englischsprachigen Kinderliteratur: Pu, der Bär, der kleine Lord, Peter Pan, Alice, viele, viele Hobbits bis hin zu den Klassikern des Blyton-Universums wie den weltberühmten Fünf Freunden: Englischsprachige Kinderliteratur entführt, entrückt und verzückt durch alle Generationen hindurch bis heute. Gab es Texte für Kinder und Jugendliche natürlich schon früher, so ist die Kinderliteratur als Kategorie selbst doch noch eine einigermaßen junge Erscheinung des 19. Jahrhunderts und erlebte ihre erste große Blüte im englischsprachigen Raum. Der Autor und Schauspieler Hanns Zischler und der Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Lothar Müller, holen sie raus aus den Kinderzimmern und bringen sie in Lesung und Gespräch auf die Bühne des Literaturhauses: Alte wie neue Bücher, kleine wie große Geschichten, bekannte wie wiederentdeckte Autoren und Illustratoren und eigene literarische Herzensangelegenheiten.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
30.11.17
20.00 Uhr
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Underground Railroad

Colson Whitehead

Lesung und Gespräch, Moderation: Verena Lueken
Deutsche Lesung: Lisa Wildmann


"Es war ihre Großmutter, die an jenem Sonntagabend aus Cora sprach, als Caesar von der Underground Railroad redete und sie nein sagte. Drei Wochen später sagte sie ja. Diesmal sprach ihre Mutter aus ihr." Colson Whitehead Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht - doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Doch wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika. Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper's und Granta. Heute lebt er in Brooklyn. Für seinen Roman "Underground Railroad", aus dem Englischen übersetzt von Nikolaus Stingl, wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Amerikanischen Zentrum

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de