veranstaltungen im juni 2017

veranstaltungen im juni 2017

juni 2017

Dienstag
06.06.17
20.00 Uhr
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Sieben Küsse. Glück und Unglück in der Literatur

Peter von Matt

Lesung und Gespräch, Moderation: Joachim Kalka


"Das Wissen vom Glück, das die Menschen umtreibt, zwingt sie dazu, dieses sich vorzustellen, sich nach diesem auf die Jagd zu machen. Das spiegelt sich in den Gedichten über die maximale Zahl der Küsse. Diese Steigerung aber bedroht nun selbst wieder, was sie doch anstrebt. Sie entwertet nämlich den einzelnen Kuss. Das ist zwar selten ein Problem für die Verliebten selbst, wohl aber ist es eines für die Literatur." Peter von Matt "Der Meister der literarischen Streifzüge" (NZZ), Peter von Matt, denkt über maßlose, irrtümliche und innige Küsse nach. Sieben bedeutungsvolle Küsse der Literaturgeschichte von Marguerite Duras bis Heinrich von Kleist hat er für sein neues Buch ausgewählt. Eigentlich ist Küssen ja ein Alltagsgeschäft. Und dennoch sind wir fest davon überzeugt, das Leben nach dem Kuss sei ein besseres als zuvor. Daran hat auch die Literatur ihren Anteil, denn in zahllosen Geschichten nimmt das Schicksal nach dem entscheidenden Kuss einen neuen Lauf. Einmal mehr erweist sich Peter von Matt als Meister der kenntnisreichen und eleganten Interpretation, aus der Neugierige genauso viel lernen wie erfahrene Leser: ob es nun um Literatur geht, die Liebe - oder um Osculologie, die Wissenschaft vom Küssen. Peter von Matt, geboren 1937 in Luzern, war von 1976 bis 2002 Professor für Germanistik an der Universität Zürich. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Akademie der Künste Berlin und der Sächsischen Akademie der Künste. Er lebt bei Zürich. Bei Hanser erschienen zuletzt: „Wetterleuchten“ (Kleine Deutungen deutscher Gedichte, 2009) und „Das Kalb vor der Gotthardpost“ (Zur Literatur und Politik der Schweiz, 2012).

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
07.06.17
17.00 Uhr
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Für Wolfgang Hilbig

Ulrich Keicher

Veranstaltungsreihen: Literatur Schaufenster, auf einen Kaffee

Schaufenstergespräch


Wenn man heute die zahlreichen Lobeshymnen auf die Bücher zu Wolfgang Hilbigs Lebzeiten nachliest und feststellt, dass er insgesamt 18 literarische Auszeichnungen erhalten hat, darunter fast alle großen Literaturpreise - so ist man erstaunt, dass man ihn bereits 10 Jahre nach seinem Tod zu den fast unbekannten Autoren zählen muss. Da hat auch nicht die bis heute 6 Bände (von 7) umfassende Gesamtausgabe zu seinem Ruhm beigetragen (auch hier kann man sagen, dass eine solche Ausgabe eines aktuellen Autors sein Grab bedeutet), zumal in den vergangenen zehn Jahren keine wichtigen Einzelausgaben aus dem Nachlass, sofern es sie gibt, erschienen sind. Der gelernte Handwerker aus dem thüringischen Meuselwitz, tätig im Braunkohletagebau, von der DDR-Politik als Autor nicht geschätzt, verbrachte auch Wochen im Gefängnis. 1985 konnte er mit einem Visum die DDR verlassen. 1979 ist im S. Fischer Verlag in Frankfurt sein erstes Buch erschienen, der Lyrikband „abwesenheit“, wie auch alle folgenden Buchveröffentlichungen, bis auf den kleinen Sammelband „STIMME STIMME“ bei Reclam Leipzig (1983), ausschließlich in der Bundesrepublik herausgekommen sind. Vor 10 Jahren, am 2. Juni, ist Wolfgang Hilbig, ein starker Raucher und Trinker, mit 65 Jahren in Berlin an Krebs gestorben und auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof begraben. Ort: Foyer Erdgeschoß / VINUM im Literaturhaus Eintritt: frei

 

Freitag
09.06.17
20.00 Uhr
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Fragile - Europäische Korrespondenzen

Zeruya Shalev, Annika Reich

Lesung und Gespräch, Moderation: Shelly Kupferberg
Deutsche Lesung: Marit Beyer


Was in Europa ist so kostbar, dass es geschützt werden muss? Was droht zu zerbrechen? Was steht auf dem Prüfstand? Wie finden wir uns - im Blick zurück und nach vorn - zurecht? Unter dem Titel „FRAGILE. Europäische Korrespondenzen“ haben 28 AutorInnen, initiiert vom Netzwerk der Literaturhäuser, diese doppelte Wortbedeutung in 14 europäischen Briefwechseln aufgegriffen. Dabei ziehen sich Worte, Werte, Verletzungsgefahren, Versehrtheiten, Wunden und Risse, alte wie neue, innerliche und äußerliche durch viele der Briefe. Beteiligt hat sich auch die israelische Autorin Zeruya Shalev, die ihren ganz eigenen Blick auf Europa richtet: "Schon viele Jahre begleitet mich dieses absurde Gefühl, dass ich mich in Europa sicherer fühle als in meinem eigenen Land, das dazu gegründet wurde, den aus Europa geflohenen Juden Schutz zu bieten. Doch in der letzten Zeit tut mir Europa, dessen Ruhe ins Wanken geraten ist, so leid. Und plötzlich habe ich auch in Europa Angst - ich denke manchmal, wie lächerlich das wäre, wenn mich der Terror ausgerechnet dort noch einmal treffen würde", schreibt Zeruya Shalev an die Berliner Schriftstellerin Annika Reich. Die Schauspielerin Marit Beyer liest Auszüge aus den Briefwechseln, mit den beiden Autorinnen ins Gespräch kommt Shelly Kuperferg. Band 265 der Reihe „die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik“, Wallstein Verlag, versammelt alle 14 Briefwechsel. Alle Briefe sind nachzulesen unter www.fragile-europe.net. Ein Projekt des Netzwerks der Literaturhäuser, gefördert von der Robert Bosch Stiftung und ARTE.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
12.06.17
19.00 Uhr
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Raum – Emma Donoghue

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


„Heute bin ich fünf. Als ich gestern Abend in Schrank eingeschlafen bin, war ich noch vier. Aber dann wache ich im Dunkel in Bett auf und bin plötzlich fünf, Abrakadabra.“ Für Jack ist Raum die ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine Freunde, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind - echt sind nur Ma, er und die Dinge im Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es noch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus dem Raum zu fliehen... In „Raum“ entwirft die in Irland geborene und in Kanada lebende Schriftstellerin Emma Donoghue ein beklemmendes Romansetting auf 10 Quadratmetern, das perspektivisch und sprachlich die Weltsicht eines kleinen Jungen mimt, der bis zu seinem fünften Lebensjahr nichts als einen einzigen Raum und einen einzigen Menschen kennengelernt hat. Wir haben immerhin 35 Quadratmeter Platz, um gemeinsam über Emma Donoghues Roman, Weltwahrnehmungen und Platzängste zu sprechen. Also: Hinkommen und mitreden! Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro Ort: Literaturhaus Stuttgart

 

Mittwoch
14.06.17
20.00 Uhr
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Nationalismus. Emotion.

Eva Illouz

Lesung und Gespräch, Moderation: Lothar Müller


Wie wirken Nationalismus und Fundamentalismus zusammen? Rufen beide Phänomene ähnliche Gefühle und Leidenschaften hervor? Wieso und warum nehmen dabei beide, der Nationalismus wie auch der Fundamentalismus, so eindringlich Bezug auf die Toten? In ihrem letzten Essayband "Israel" (2015) geht die international bekannte Emotionsforscherin und Professorin für Soziologie und Anthropologie, Eva Illouz, diesen Fragen am Beispiel Israels nach. Anhand aktueller politischer Entwicklungen und persönlicher Erfahrungen zeichnet sie ein drastisches Bild der israelischen Gesellschaft: Die zunehmende Identifikation mit Ethnie und Religion, so ihre These, droht deren liberalen Charakter zu unterwandern. Illouz’ Texte kombinieren scharfsinnige Analysen mit einem kompromisslosen Plädoyer für eine offene Gesellschaft - eine dringend benötigte Stimme aus einer von Extremismus gezeichneten Region und eine dringend benötige Stimme, die auch für unser Nachdenken über die Zukunft europäischer Gesellschaften von großer Bedeutung ist. In ihren Forschungen widmet sie sich vor allem der Frage, welche emotionalen Muster sich in Gesellschaften herausbilden. Dabei gilt ihre Aufmerksamkeit insbesondere den Veränderungen der individuellen Wahrnehmung und der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit im Verhältnis zu einer von der kapitalistischen Ökonomie formierten Öffentlichkeit. Von ihren zahlreichen Büchern sind auf Deutsch u.a. erschienen: „Gefühle in Zeiten des Kapitalismus“ und „Warum Liebe weh tut“. In Zusammenarbeit mit dem IZKT, dem Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung, und der Initiative "Offene Gesellschaft" (Nachholtermin Februar)

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
19.06.17
20.00 Uhr
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Wozu (Musik)Kritik?

Sergio Morabito, Albrecht Thiemann, Daniela Strigl

Diskussion, Moderation: Sara Dahme


Kritik - das bedeutet dem griechischen Wortsinn nach: unterscheiden. Das eine vom anderen abgrenzen, sortieren, einordnen. Kritik heißt aber auch: urteilen, bewerten. In diesem Sinn ist jeder Mensch ein Kritiker. Im Netz gibt es längst unzählige Meinungsforen, die prinzipiell allen Interessenten offen stehen. Geurteilt und bewertet wird immer und überall. Brauchen wir in Zeiten der so genannten Schwarmintelligenz überhaupt noch professionelle Kritik? Und wenn ja, welchen Beitrag kann, sollte sie leisten, um die Künste, die Literatur sowie ihre flüchtigste Spielart, die Musik, im öffentlichen Gespräch zu halten? Darüber diskutieren Sergio Morabito, Chefdramaturg der Oper Stuttgart, Albrecht Thiemann, Redakteur der "Opernwelt", der internationalen Fachzeitschrift für Musiktheater, und die österreichische Literaturkritikerin und Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl, die für ihre Literaturkritik bereits vielfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. In Zusammenarbeit mit der Oper Stuttgart und der Zeitschrift "Opernwelt" Eintritt frei

Eintritt frei

 

Dienstag
20.06.17
20.00 Uhr
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Trutz

Christoph Hein

Veranstaltungsreihe: Auf Sendung

Lesung und Gespräch, Moderation: Carsten Otte


"In diesen Roman geriet ich aus Versehen oder vielmehr durch eine Bequemlichkeit." Dieser Satz eröffnet eine Recherche, über das Leben zweier Familien während des vergangenen Jahrhunderts. Seit je sind die Figuren Christoph Heins Gekränkte und Trotzende. Sie haben unvergessene Demütigungen im Gepäck; es gibt etwas richtigzustellen und gut zu machen in ihrem Leben. In seiner Chronik der Lebensläufe zweier Familien bündelt Christoph Hein in seinem neuen Roman die vergebliche Hoffnung auf eine Existenz jenseits von Elend und Sklaverei. Im Zentrum stehen der Schriftsteller Rainer Trutz und Waldemar Gejm, Professor für Mathematik und Linguistik an der Lomonossow-Universität, der seit Jahren ein neues Forschungsgebiet entwickelt: die Mnemotechnik, die Lehre von Ursprung und Funktion der Erinnerung. Die partei-offizielle Gedächtnissteuerung staatlicher Stellen wird Trutz wie Gejm in den darauffolgenden Jahren jedoch zum Verhängnis. Die beiden Männer und Väter sterben, ihre beiden Söhne, Maykl Trutz und Rem Gejm, überleben indes und begegnen sich Jahrzehnte später, im wiederhergestellten Deutschland - und machen nahezu dieselben Erfahrungen wie ihre Väter. Nach Kriegsende zog die Familie Hein nach Bad Düben bei Leipzig, wo Christoph Hein aufwuchs. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle "Der fremde Freund / Drachenblut" und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem SWR2, 19.9. 22.03 Uhr

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
22.06.17
20.00 Uhr
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Le Mensch

Alfred Grosser

Lesung und Gespräch, Moderation: Felix Heidenreich


Wer bestimmt, was der Mensch ist: als Individuum oder Amtsinhaber, als Angehöriger einer Gruppe, Religion oder Ethnie? In seinem neuen Buch denkt der große Europäer Alfred Grosser über die Entstehung und Moral sozialer Identität am Leitfaden persönlicher Erfahrungen nach. Dabei wehrt er sich gegen pauschale Zuschreibungen und warnt vor Verallgemeinerungen, die den Einzelnen zum bloßen Exemplar einer Gruppe degradieren. In einer Zeit, in der identitäres Denken in Europa um sich greift, warnt Grosser vor Politikverachtung und zieht eine Bilanz über das "Menschwerden inmitten der Verzweiflung am Weltgeschehen". Sein Credo: "Penser juste, donc à la fois avec justesse et avec justice - Richtig denken heißt, mit Richtigkeit und mit Gerechtigkeit denken. Das klingt zwar im Deutschen nicht so gut, sagt aber doch das Wesentliche." Alfred Grosser geb. 1925 in Frankfurt am Main, ist seit 1937 französischer Staatsbürger. Er ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft am Institut d‘Etudes Politiques in Paris und Journalist, außerdem Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Träger des großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland, der Wilhelm-Leuschner-Medaille 2004 sowie vieler anderer Auszeichnungen und Preise. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und "Mittler zwischen Franzosen und Deutschen, Ungläubigen und Gläubigen, Europäern und Menschen anderer Kontinente". In Zusammenarbeit mit dem Frankreich-Schwerpunkt des IZKT der Universität Stuttgart und dem Institut francais

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
24.06.17
11.00 Uhr
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Wetterleuchten - Sommermarkt der unabhängigen Verlage

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Sommermarkt, Lesung, Ausstellung, Gespräch, Film, Workshop


Die Tage sind lang und die Nächte kurz? Liegestühle ausgeklappt, Bücherkisten ausgepackt: Am 24.06.17 laden wir zum 2. WETTERLEUCHTEN ein, zum Sommermarkt der unabhängigen Verlage im Literaturhaus Stuttgart. Noch vor der renovierungsbedingt doppelt so langen Sommerpause möchten wir dem literaturinteressierten Publikum wieder die Gelegenheit bieten, die Sommerlektürekiste zusammen zu stellen und das literarische "Wetterleuchten", den Widerschein der unabhängigen Verlage vom Liegestuhl am Literaturhaus gleich mit an den Urlaubsstrand zu nehmen. Der Markttag wird ergänzt um ein internationales Literaturprogramm aus Prosa, Lyrik, Comics über Messiemütter und Hochstaplerväter, Reisen und Emigration, Ekstase und Ruhe, eine Powerpointpräsentation zum Tabakmissbrauch, um einen Buchbinde-Workshop und ein Verlagsquiz, eine Dorfhochzeit auf der Schwäbischen Alb sowie ein kleines Kinderprogramm. Zum Lesen stehen Liegestühle am Pool unter Palmen, kühle Getränke gibt es an der Bar und Herr Kächele bringt mit seinem Fahrrad echte schwäbische Maultaschen vorbei. Über 40 Verlage aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz sind dabei: Albino (Berlin) * avant-Verlag (Berlin) * AvivA Verlag (Berlin) * Berenberg Verlag (Berlin) * Brueterich Press (Berlin / Rettenegg) * DerDiwan Hörbuchverlag (Winterbach) * Der gesunde Menschenversand (Luzern) * Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung (Mainz) * Dörlemann (Zürich) * Edition Büchergilde (Frankfurt am Main) * edition fünf (Gräfeling) * Edition Moderne (Zürich) * Edition Nautilus (Hamburg) * Edition Solitude (Stuttgart) * edition totale eclipse (Paris / Stuttgart) * EXP. Edition (Stuttgart) * Frankfurter Verlagsanstalt (Frankfurt) * Guggolz Verlag (Berlin) * Hirzel Verlag (Stuttgart) * hochroth Verlag (Berlin Budapest Leipzig Paries Wien Wiesenburg) * Jung und Jung (Salzburg) * kookbooks (Berlin) * kunstanstifter verlag (Mannheim) * Lenos Verlag (Basel) * Louisoder-Verlag (München) * mairisch Verlag (Hamburg) * Merz Akademie (Stuttgart) * Peter Hammer Verlag (Wuppertal) * pudelundpinscher (Wädenswil) * Reinecke & Voß (Leipzig) * Reprodukt (Berlin) * secession (Zürich) * Spector Books (Leipzig) * starfruit publications (Fürth) * Staatliche Akademie der Bildenden Künste (Stuttgart) * suppose (Berlin) * Topalian & Milani (Oberelchingen) * Transit Buchverlag (Berlin + Förbau) * Tropen Verlag (Stuttgart) * Verbrecher Verlag (Berlin) * Verlag Ulrich Keicher (Warmbronn) * Voland & Quist (Dresden) * Verlag Klaus Wagenbach (Berlin) * Wallstein (Göttingen) * Wunderhorn Verlag (Heidelberg) und viele Autoren: Dong Li (China), Nils Knoblich (Stuttgart), Sergio Raimondi (Argentinien), Ulf Stolterfoht (Berlin), Timo Berger (Berlin), Mehrnousch Zaeri-Esfahani (Iran/Karlsruhe), Peter Wawerzinek (Berlin), Hamed Abboud (Syrien/Österreich), Arno Frank (Kaiserslautern), Dietlind Falk (Düsseldorf), Michael Fehr (Schweiz) u.a. Unterstützt wird das Ganze vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Peter Horvath Stiftung, der Stadt Stuttgart sowie dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V. und dem Schweizerischen Generalkonsulat. Eintritt: Tageskarte Euro 5,- / Mitglieder, Kinder & Jugendliche bis 18 Jahre frei

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
11.00 Uhr
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Dorfhochzeit

Matthias Bumiller, Nathalie Wolff

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Ausstellung und Fotoshooting


Über zwei Jahre lang sammelte Matthias Bumiller Hochzeitsfotos von Brautpaaren aus Jungingen auf der Schwäbischen Alb, einem 1000-Einwohner-Dorf, in dem er aufwuchs. Über 500 Fotografien von 175 Paaren sind zusammengekommen. Das älteste von 1880, das neueste vom Dezember 2016. Dank der Junginger Kirchenbücher, zu denen er Zugang hatte, konnte er alle Namen der Brautleute sowie alle Hochzeitsdaten ermitteln. Die von Nathalie Wolff zusammengestellte Ausstellung zeigt eine kleine Auswahl dieser Sammlung. Zur Ausstellung erscheint das neue Buch der edition totale eclipse: Dorfhochzeit, in dem alle Fotos versammelt sind. Für ein persönliches Hochzeitsfoto steht für alle Sommermarkt-Gäste eine festliche Fotowand bereit.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
11.00 Uhr
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Bitte zusteigen: Lyrik im Paternoster

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Installation


Die Studierenden der Merz Akademie Stuttgart haben Gedichte aus den Verlagen des 2. WETTERLEUCHTENS typografisch kommentiert und ins Bild gesetzt. Diese Dialoge sind zu sehen in den vierzehn Kabinen des Paternosters im Literaturhaus, der zum Sommermarkt der unabhängigen Verlage geöffnet ist und seine Runden fährt. Steigen Sie zu.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
11.15 Uhr
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An die Wolke

Dong Li

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung


Dong Li liest eigene Gedichte auf Englisch sowie in deutscher und chinesischer Übersetzung. Seine Gedichte und Übersetzungen erschienen in zahlreichen englischsprachigen Magazinen. Auf Deutsch wurden sie bei "manuskripte" veröffentlicht. Er war Herausgeber der internationalen Zeitschrift für Übersetzung "Asymptote" und veranstaltete Literaturevents in China. Zudem übersetzt er den amerikanischen Essayisten Eliot Weinberger ins Chinesische und die chinesischen Dichter Song Lin und Zhu Zhu wiederum ins Englische. Seine dreisprachige Anthologie der zeitgenössischen amerikanischen, chinesischen und deutschen Lyrik, die auf ein Gedicht C.D. Wrights reagiert, wird bei Matthes & Seitz Berlin im Frühling 2018 erscheinen. Er erhielt bereits zahlreiche Stipendien weltweit, u.a. war er 2015-2016 Bundeskanzlerstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Leipzig. In Zusammenarbeit mit der Akademie Schloss Solitude

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
11.45 Uhr
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Sissinghurst – Portrait eines Gartens von Vita Sackville-West & Harold Nicolson

Marit Beyer, Tina Walz

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Petra Bewer


1930 kaufte die Schriftstellerin Vita Sackville-West mit ihrem Ehemann Harold Nicolson die Ruine von Schloss Sissinghurst in Kent, um dort einen Garten entstehen zu lassen. Heute bewundern jährlich 160.000 Menschen ihr Lebenswerk: den Garten von Schloss Sissinghurst. Wie er entstand, nach welchen Gesichtspunkten Pflanzen ausgewählt wurden und wie der Garten das Portrait ihrer Ehe widerspiegelt, findet man in den Tagebüchern und Briefen, in den Gartenkolumnen von Vita Sackville-West und den Rundfunkbeiträgen von Harold Nicolson - minutiös beschrieben und in einem lockeren frischen Ton gehalten. Marit Beyer liest und Christina Walz spricht über die Arbeit als Hörbuchverlegerin und Sommergärten mit Petra Bewer. Der Diwan Hörbuchverlag ist Preisträger des baden-württembergischen Landespreis für literarisch ambitionierte kleinere Verlage 2016.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
12.30 Uhr
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Fortmachen

Nils Knoblich

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Sara Dahme


Nils Knoblich wurde 1984 in der ehemaligen DDR geboren. Im Sommer 1989 siedelten seine Eltern mit ihm und seiner Schwester in den Westen über. Als am 9. November 1989 die Mauer fällt, trifft dies seine Eltern völlig unvorbereitet. Das dokumentarisch-biografische Comicprojekt "Fortmachen" beginnt mit einer frühen Kindheitserinnerung. Nach einem Gespräch mit seinen Eltern über die Lebensumstände in der DDR wird ihm klar, dass seine Eltern in seinem Alter waren, als sie „fortmachten“. Er beschließt, seine Familie zu interviewen und nachzuforschen, warum seine Eltern ihre Heimat für immer verlassen wollten. Kurze Episoden, die in der Gegenwart und der Vergangenheit spielen, erzählen von ihren letzten Jahren in der DDR.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
13.15 Uhr
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Luftmusik - Über die Äolsharfe von Nathalie Wolff und Matthias Bumiller


Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Lesung: Chantal Busse, Johannes Lange


Wie klingt eine Äolsharfe? Nathalie Wolff und Matthias Bumiller beantworten diese Frage in einem großformatigen, außergewöhnlich gestalteten Buch. Aus dem umfangreichen, über Jahre hinweg gesammelten Material zur Windharfe aus der Literatur, der Musik und der Bildenden Kunst entstand ein amüsantes Kompendium zur Phänomenologie der Äolsharfe. Dem Buch beigefügt ist eine CD mit Windharfenklängen sowie Vertonungen von Gedichten über die Äolsharfe interpretiert von Györgyi Dombradi und Lambert Bumiller. Kurze Texte und Gedichte über die Äolsharfe tragen Chantal Busse und Johannes Lang vor, zu sehen und zu hören ist das Instrument am Stand der edition totale eclipse.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
13.45 Uhr
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Satire wider den Tabakmissbrauch - Satyra contra abusum tabaci von Jacob Balde

Alexander Winkler

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Powerpointpräsentation Lateinisch / Deutsch


Für passionierte Raucher und erklärte Nicht-Raucher Der Jesuit und Dichter Jacob Balde (1604-1668), europaweit als „neuer Horaz“ gefeiert, gerät 1655 mit seinem Ordensgeneral aneinander. Der Tabakkonsum, die „trockene Trunkenheit“, ist nicht nur bei Seeleuten, in Bierkellern und Spelunken weit verbreitet, sondern greift auch in den deutschen Jesuitenkollegien um sich. Ein Dekret aus Rom verbietet den Ordensleuten das Tabakrauchen in Gesellschaft und lässt nur noch Ausnahmegenehmigungen unter strengsten Auflagen zu. Der erfahrene Raucher Balde protestiert in Rom und erhält eine Abfuhr, führt aber bald darauf den Disput auf seine Weise fort: Er veröffentlicht die "Satyra contra abusum tabaci": 1045 Zeilen in lateinischen Hexametern, ein satirisches Feuerwerk, das alle damals bekannten Facetten des Tabakkonsums Revue passieren lässt. Alexander Winkler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Bonn, liest und kommentiert mit Folien die überraschend aktuelle Lektüre auf Lateinisch und Deutsch.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
14.00 Uhr
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Vor den 7 Bergen - Davon, wie Schneewittchens Enkel in die Berge wollen und alles schiefgeht

Mareike Engelke

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Workshop Bilderbuch machen (ab 6 Jahre)


Eigentlich wollen Mama, die sieben Kinder und der Hund nur eines - zu Oma in die Berge fahren. Denn dort liegt immer Schnee. Doch die Windpocken und eine hervorragende Apfelernte - unter anderem - machen die großartigen Ferienpläne zunichte. Gut, dass es Bo, den Eisverkäufer, gibt und die Kinder mit größtem Einfallsreichtum gesegnet sind. Fast schon märchenhaft. Wie die Bilder mit wilden Linien und witzigen Details ins Buch kamen und wie eine handgemachte Schrift entsteht, erklärt Mareike Engelke und malt mit Kindern, die Sehnsucht nach den Bergen oder dem Meer haben. Engelke arbeitet als freie Illustratorin für Magazine und Verlage, geht gerne auf Unsinnsuche und schätzt sich glücklich, eine Gärtnerenkelin, Katzenmutter und Lieblingstante zu sein. (Dauer ca. 1 Stunde)

Eintritt: Euro 5,-/Kinder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
14.00 Uhr
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Mit dem Skizzenbuch auf dem Sommermarkt

Nils Knoblich

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Livezeichnen


Der Stuttgarter Illustrator, Comicbuchautor und Trickfilmer Nils Knoblich schlendert mit seinem Skizzenbuch über den Sommermarkt und hält die schönsten Momente zeichnerisch fest.

 

Samstag
24.06.17
14.00 Uhr
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Leseohren aufgeklappt!

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung (ab 3 Jahre)


Das Stuttgarter Projekt “Leseohren aufgeklappt!” ist die größte Vorleseinitiative im deutschsprachigen Raum. Für das WETTERLEUCHTEN schicken die Leseohren ihre VorlesepatInnen vorbei, um allen jungen und junggebliebenen BesucherInnen vorzulesen und sie für das Buch zu begeistern. Weitere Geschichten folgen um 15.00 und 16.00 Uhr. Vor und nach der Lesung gibt es Poesie, Witze & Kurzgeschichten aus dem Bauladen der VorlesepatInnen kreuz und quer auf dem Sommermarkt.

Eintritt: Euro 5,-/Kinder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
14.30 Uhr
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33 Bogen und ein Teehaus

Mehrnousch Zaeri-Esfahani

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch (ab 12 Jahre), Moderation: Tilman Rau


Die kleine Mehrnousch, Tochter eines Chirurgen, erlebt mit ihren drei Geschwistern eine privilegierte Kindheit in der schönen Stadt Isfahan im Iran der 70er Jahre. Die Familie feiert wie die meisten die Vertreibung des Schahs als freudiges Ereignis - nicht ahnend, dass der neue Machthaber Ayatollah Chomeini in kürzester Zeit eine Willkürherrschaft errichten und sie aller Freiheit berauben wird. Als ihr 14jähriger Bruder Mehrdad in Gefahr ist, in den Krieg geschickt zu werden, flieht die Familie über Istanbul und Ostberlin nach Westdeutschland. Hier beginnt eine Odyssee durch viele Flüchtlingsheime, bis die Familie in Heidelberg endlich eine neue Heimat findet. Mehrnousch Zaeri-Esfahani, geboren 1974 in Isfahan/Iran, floh 1985 mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie wuchs in Heidelberg auf, studierte Sozialpädagogik in Freiburg und ist seit 1999 in der Flüchtlingsarbeit tätig.

Eintritt: Euro 5,-/Kinder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
15.15 Uhr
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Die Welt ist blau von Victoria Wolff


Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Lesung: Irene Baumann


"Ich fordere, daß die Welt blau ist: auch wenn sie grau scheint, muß sie blau sein!" Eine junge Frau fährt mit ihrem Geliebten 1933 in die Sommerfrische nach Ascona. Inmitten einer bunten Schar von Lebenskünstlern geraten die beiden im „beglückenden Nest“ am Lago Maggiore in Versuchung. Victoria Wolffs 1933 als Vorabdruck in der Neuen Zürcher Zeitung erschienener Roman ist inspiriert von den Begegnungen der Emigrantin im legendären Künstlerdorf am Monte Verità. Victoria Wolff wurde 1903 als Tochter eines jüdischen Lederfabrikanten in Heilbronn geboren. Sie verfasste Reportagen und Reiseerzählungen, bereiste als Reporterin halb Europa und das revolutionäre Russland. 1932 veröffentlichte sie einen biographischen Roman über George Sand; weitere Romane über die Lebenswelten moderner Frauen folgten. 1933 emigrierte sie und ließ sich im Künstlerort Ascona nieder, musste das Land jedoch 1939 wegen ihrer illegalen schriftstellerischen Tätigkeit verlassen. Über Nizza und Lissabon gelangte sie 1941 in die USA. 1992 starb sie in Los Angeles.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
15.15 Uhr
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Buchbinden

Peter Holland

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Workshop


Schon mal ein Buch selbst gemacht? Der Workshop bietet eine Einführung in verschiedene Techniken des Buchbindens; von einfachen Falt- und Schneidearbeiten bis hin zu Klammer-, Klebe- und Fadenheftungen. Peter Holland zeigt unterschiedliche Materialien und gibt Anregungen, zu experimentieren. Daneben gibt es Einblicke in die Arbeitsweise alternativer Verlagsprojekte. Für Erwachsene (AnfängerInnen & Fortgeschrittene), max. 10 TeilnehmerInnen, Dauer 2 Stunden. Anmeldung:

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
15.45 Uhr
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Bin ein Schreiberling

Peter Wawerzinek

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Manfred Heinfeldner


Das Schreiben wurde ihm nicht in die Wiege gelegt, wohl aber das Wundern und Grübeln darüber, was ihm das Leben an Erfahrungen bereit hielt - als mecklenburgisches Heimkind, als gefürchteter Plauderer, als Wanderdichter auf verbotenen Wohnungslesungen, als Geheimtipp, als Scheiternder, als triumphierender Champion. Über diese Erfahrungen, über die Selbsterfindung als Autor, über sein „Eintauchen“ in die alltäglichen Lebensweisen als Voraussetzung fürs Schreiben und über Momente, in denen das Schreiben zu einer anderen und sehr riskanten Form der Existenz wird - davon erzählt er anspruchsvoll und komisch in diesem Buch. Peter Wawerzinek, 1954 in Rostock geboren, lebte in Kinderheimen und wuchs an verschiedenen Orten Mecklenburgs auf. 1976 zog er nach Berlin und studierte an der Kunsthochschule Weißensee. 1994 erschien "Das Kind das ich war", 2010 "Rabenliebe", das mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
16.30 Uhr
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Der Tod backt einen Geburtstagskuchen

Hamed Abboud

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Florian Höllerer
Lesung: Patrick Suhm


Hamed Abboud stammt aus Syrien. Aleppo, die Stadt, in der er studiert hat, liegt in Trümmern, viele seiner Freunde und Kollegen wurden getötet. „Der Tod hat viele neue Freunde gefunden“, sagt Hamed Abboud. „Das muss der Tod feiern - und deshalb backt er einen Geburtstagskuchen.“ Mit seinen Texten schlägt Hamed Abboud eine Brücke zwischen Geburt und Tod, zwischen Krieg und Frieden, Leben und Sterben. Er erklärt, analysiert und abstrahiert, erweitert die Realität metaphorisch um eine neue Dimension, um der Ungeheuerlichkeit des Tötens etwas entgegensetzen zu können. Hamed Abboud wurde 1987 in Deir ez-Zor (Syrien) geboren. Seit 2005 tritt er bei öffentlichen Literaturveranstaltungen in Syrien, Ägypten und Deutschland, Österreich und der Schweiz auf und veröffentlicht regelmäßig Texte in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften in Syrien und im Mittleren Osten. 2015 erhielt Hamed Abboud das Jean-Jacques-Rousseau-Stipendium der Akademie Schloss Solitude Stuttgart. Hamed Abboud ist mit seinem Buch für den Internationalen Literaturpreis 2017 nominiert. In Zusammenarbeit mit der Akademie Schloss Solitude.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
17.15 Uhr
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Goldgefasste Finsternis von Arno Tauriinen


Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Lesung: Florian L. Arnold


Die ganze Welt ist ein einziges Theater und zu verdanken ist dies dem Theatergenius Lucius Onagre. Sein Meisterwerk "Basilisk" überzieht allmählich den ganzen Erdball, macht aus jeder Person einen Schauspieler oder Regisseur und aus jedem Ort eine Bühne. Was wird gespielt? Die alte Geschichte von Vater und Sohn: Gott und sein (einstiger) Lieblingssohn im ständigen Disput. Wie lässt sich Liebe erringen - und was bedeutet Liebe, wenn man unsterblich ist? Tauriinens Roman ist ein Füllhorn an eigenwilligen und gewitzten Einfällen. Er zitiert und paraphrasiert fröhlich aus der Literatur seit der Renaissance. Das Buch wirkt wie eine Fortschreibung von Bulgakows "Meister und Margarita", wobei auch eine klug eingesetzte Dosis von Franz Kafka und Georg Kreisler vorkommt. Arno Tauriinen, geboren 1967 in Wien, ist nachtaktiver Autor. Er sammelt Raubtierzähne und alte Bücher und lebt, wenn er nicht in Wien als Neurologe arbeitet, im Tirolischen.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
17.45 Uhr
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Poesie und Zivilisation

Sergio Raimondi

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Ulf Stolterfoht
Übersetzung: Timo Berger


Sergio Raimondi zählt zu den großen Erneuerern der argentinischen Lyrik. Sein Gedichtband "Poesía civil" nimmt ökonomische, ökologische, politische und gesellschaftliche sowie kulturelle Realitäten unter die Lupe, sucht diese auf lokale wie globale Risiken, Kontinuitäten und Brüche ab. Das Werk stellt eine Dichtung vor, in deren Verse Statistiken, Gesetzestexte und Verordnungen aus alter und neuer Zeit ebenso Eingang finden wie Industriekomplexe und Hafenanlagen. So wird den historischen Ursprüngen und der Entwicklung dessen nachgeforscht, was uns gegenwärtig betrifft, wobei Raimondi sein Augenmerk insbesondere auf die enge Verknüpfung von Natur und Kultur richtet. Sergio Raimondi ist Schriftsteller und Dozent für zeitgenössische Literatur an der Universidad Nacional del Sur. Er war Mitglied der Dichtergruppe Mateístas, die in den 1980er und -90er Jahren ihre und andere Gedichte verbreitete, indem sie diese in den Straßen von Bahía Blanca an öffentliche Wände schrieb. Der Stuttgarter Ulf Stolterfoht lebt in Berlin, ist Knappe der Lyrikknappschaft Schöneberg und betreibt den Lyrikverlag BRUETERICH PRESS. Timo Berger aus Stuttgart ist Autor und Übersetzer zeitgenössischer lateinamerikanischer Literatur. Er lebt als freier Journalist, Herausgeber und Kurator in Berlin. 2006 gründete er das lateinamerikanische Poesiefestival „Latinale“.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
18.30 Uhr
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So, und jetzt kommst du

Arno Frank

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Sandra Potsch


Eine ebenso tragische wie komische Familiengeschichte. Vater, Mutter und drei Kinder in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre. Der Autoverkäufer Jürgen und seine Frau Jutta sind verschuldet aber glücklich. Als auf einmal das „große Geld“ da ist, wandert die Familie fluchtartig nach Südfrankreich aus. Dort leben vor allem die drei Geschwister wie im Paradies, doch die Eltern benehmen sich immer seltsamer - bis ein Zufall enthüllt, dass der Vater ein Hochstapler ist. Er hat das Geld unterschlagen und bereits ausgegeben, als sich die Schlinge enger zieht. Im letzten Moment flieht die Familie vor dem Zugriff der Behörden und die Jagd durch Europa geht weiter. Es ist ein freier Fall auf Kosten der Kinder, bis es unweigerlich zum Aufprall kommt. Arno Frank, geboren 1971 in Kaiserslautern, ist Publizist und freier Journalist. Er schreibt u.a. für die taz, Die Zeit, Spiegel Online, Dummy, Fluter.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
19.15 Uhr
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Das Letzte

Dietlind Falk

Veranstaltungsreihen: zwischen/miete-spezial, Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Robert Willrich


Was tun, wenn man einen Knacks hat und nicht so ganz klarkommt mit der Welt? Richtig, man sucht sich ein paar andere Outcasts, gründet eine anarchistische WG - und hofft, dass einfach alles so bleibt, wie es ist. So versucht es zumindest die namenlose Erzählerin dieses Romans. Doch plötzlich muss sie das Leben ihrer Messiemutter regeln, obwohl sie nicht einmal in ihrem Kopf Ordnung halten kann. Gleichzeitig kommt ihr Leo immer näher, den sie liebt und doch auf Abstand halten will. Zwischen komischen Gefühlen, lange verschütteten Erinnerungen und alten Joghurtbechern muss sie auf einmal etwas tun, das sie bisher vermieden hat: Sie muss handeln. Dietlind Falk, Jahrgang 1985, ist im Ruhrgebiet aufgewachsen und studierte Literaturübersetzen an der Universität Düsseldorf. Derzeit promoviert sie am dortigen Institut für American Studies und arbeitet freiberuflich als Übersetzerin.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Samstag
24.06.17
20.00 Uhr
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Glanz und Schatten

Michael Fehr

Veranstaltungsreihen: Wetterleuchten, zwischen/miete-spezial

Lesung und Gespräch, Moderation: Elena Oehrlich


Nach der Kriminalgeschichte Simeliberg kommen Michael Fehrs Texte diesmal „im Schwarm“: In 18 Erzählungen führt der Autor virtuos vor, welch überwältigende Sprach- und Klangbilder eine Literatur hervorbringen kann, die kompositorische Prinzipien wie Repetition und Variation in unterschiedlicher Strenge anwendet. Im Zentrum der Erzählungen stehen Menschen, Tiere, Orte und Gegenstände, die eine Metamorphose erfahren. Ihrem Charakter, ihrem Bewusstsein, ihren Beziehungen oder ihrer physischen Gestalt widerfahren existenzielle Wandel: Ein Rebhuhn wird nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen, eine wilde Studentin fantasiert ihr zukünftiges Leben zwischen Ekstase und Ruhe und der Teufel langweilt sich auf der Welt. Michael Fehr, geboren 1982, aufgewachsen in Muri bei Bern. Er studierte am Schweizerischen Literaturinstitut und am Y Institut der Hochschule der Künste Bern. Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia.

Eintritt: Euro 5,-/Mitglieder frei (Tageskarte)

 

Dienstag
27.06.17
18.45 Uhr
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Exit Games Stuttgart

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Eingeschlossen in einem Raum helfen nur Taktik, Kombinationsgeschick und ein kühler Kopf, um dich gemeinsam mit deinen Mitstreitern daraus zu befreien. An unterschiedlichen Orten machen sich zwei Teams in den Exit Games daran, die Rätsel zu knacken und sich den Weg ins Freie zu bahnen: Im Escape Room „Blutrausch“ (ab 18 Jahren) durchsucht ein Team von Polizisten die Wohnung des Verdächtigen Michael von Grafenstein. Ist er für das wiederholte Verschwinden von Menschen aus der Nachbarschaft verantwortlich? Und was hat er mit ihnen vor? Im Team versuchen wir dem Verdächtigen das Handwerk zu legen. Dafür müssen Hinweise gesichtet, Fakten kombiniert und Beweise gesammelt werden - vor allem aber müssen wir die Wohnung so schnell wie möglich wieder verlassen, bevor der Verdächtige zurückkommt. BLUTRAUSCH (für 7 Personen) Zeit & Ort: 19.45 Uhr, Theodor-Heuss-Straße 12, Stuttgart Im Escape Room „Welt der Schatten“ sind alle Farben und Nuancen wie ausgelöscht. Es bleibt nur das völlige Weiß und die absolute Dunkelheit - eine Welt, in der sich die Dinge kaum voneinander unterscheiden lassen. Schaffen wir es, die Farben wieder dorthin zurückzubringen? Mit allen Sinnen müssen wir uns darin bewegen und die entsprechenden Hinweise in der farblosen Öde erkennen. Nur dem, der sich in Licht und Dunkelheit gleichermaßen zurechtfindet, kann diese Aufgabe gelingen. WELT DER SCHATTEN (für 8 Personen) Zeit & Ort: 18.45 Uhr, Dornhaldenstraße 7, Stuttgart

Eintritt: Euro 13,-

 

Dienstag
27.06.17
20.00 Uhr
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Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

Andrea Wulf, Neil MacGregor

Lesung und Gespräch, Moderation: Denis Scheck


"Keiner hat die Welt so gesehen wie er: Alexander von Humboldt. Ihm hat Andrea Wulf eine herrlich zu lesende, monumentale Biografie gewidmet." Denis Scheck Als Namensgeber für Straßen, Plätze, Preise, Gymnasien und Universitäten ist Alexander von Humboldt allseits bekannt. Mit ihrer preisgekrönten Biografie "Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur" stellt die Historikerin und Journalistin Andrea Wulf nun einen äußerst modernen Forscher und seine Erfindung der Natur, die er radikal neu dachte, ins Zentrum ihrer Erkundungsreise. Der Naturforscher und Universalgelehrte hat wie kaum ein anderer Wissenschaftler unser Verständnis von Natur als lebendigem Ganzen, als Kosmos, in dem vom Winzigsten bis zum Größten alles miteinander verbunden ist, geprägt. Wulf folgt den Spuren des begnadeten Netzwerkers und zeigt, dass unser heutiges Wissen um die Verwundbarkeit der Erde tief in Humboldts Überzeugungen verwurzelt ist. Mit ihr ins Gespräch kommt Neil MacGregor, ehemaliger Direktor des British Museum, leitender Gründungsintendant des Berliner Humboldt Forums. Große Bekanntheit erlangte MacGregor z.B. durch seine Radioserie "A History of the World in 100 Objects", auf Deutsch als Buch erschienen unter dem Titel "Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten" und ausgezeichnet als Wissensbuch des Jahres 2012. Ende 2014 realisierte er im British Museum in London die international gefeierte Ausstellung "Germany - memories of a nation", 2015 als Buch „Deutschland. Erinnerungen einer Nation“ erschienen. In Zusammenarbeit mit dem Humboldt Forum Berlin.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
30.06.17
20.00 Uhr
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Literatur und Schreibstrategien

Michael Stavaric, Hanspeter Ortner

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Lesung und Gespräch, Moderation: José F. A. Oliver


„Das Lesen selbst ist schon Aufbruch in eine unbekannte Welt.“ Michael Stavarič Nach sechs Jahren und insgesamt 30 Veranstaltungen endet mit dem heutigen Abend unsere Reihe „Literatur und ihre Vermittler“. Über Literatur und Schreibstrategien sprechen abschließend Michael Stavarič und Hanspeter Ortner, Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Innsbruck. Ausgangspunkt ist ein Essay, den Michael Stavarič eigens für diesen Abend verfasst hat und in dem er sich mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzt: Ist der Schreibprozess planbar? Kenne ich am Anfang schon das Ende? Kreiert der Stoff die Form oder umgekehrt? Michael Stavarič lebt als freier Schriftsteller, Übersetzer und Dozent in Wien. Für seine Arbeiten wurde er u.a. mit dem Adelbert von Chamisso Preis und dem Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet. Zuletzt erschienen von Michael Stavarič der vielbesprochene Roman „Gotland“. Die Arbeits- und Forschungsschwerpunkte von Prof. Dr. Hanspeter Ortner umfassen die Bereiche Schreibtheorie, Schreibunterricht und Verhaltenslinguistik. Mit "Schreiben und Denken" (2000) legte er ein Hauptwerk der Schreibforschung vor, das in neue Bereiche der von ihm mitbegründeten Disziplin der Verhaltenslinguistik vorstößt. Die Veranstaltungsreihe ist Teil einer zweijährigen Weiterbildung für Deutschlehrkräfte aus Baden-Württemberg, in Zusammenarbeit mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, gefördert durch die Robert Bosch Stiftung und die Breuninger Stiftung.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de