29.09.2009
bis
20.01.2010

THOMAS MANN IN STUTTGART

Ausstellung
Thomas Mann hält am 8. Mai 1955 in Stuttgart seine Rede zum 150. Todestag von Friedrich Schiller - kurz vor seinem 80. Geburtstag, am 12. August desselben Jahres stirbt er. Dieser Stuttgart-Aufenthalt des deutschen Nobelpreisträgers ist in vieler Hinsicht bedeutsam. Er erhält hier, im Hause des Ehrenpräsidenten der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Rudolf Pechel, die Urkunde zum Ehrenmitglied dieser repräsentativen bundesdeutschen Institution, nachdem er seit 1945 von Seiten der "inneren Emigration" heftig angefeindet worden war. Damit haben die führenden Kulturfunktionäre offiziell ihren Frieden mit dieser Symbolfigur gemacht; die Akademie hatte es auf ihrer ersten Tagung 1950 in Stuttgart unter vielen Austrittsdrohungen noch abgelehnt, sich mit dieser Frage überhaupt zu befassen.

Der erste Präsident der Akademie (1950-1952), Rudolf Pechel, Herausgeber der "Deutschen Rundschau", lebt in Stuttgart, ihr dritter Präsident von 1953 bis 1963, Hermann Kasack, ebenfalls. Auf dem Empfang im Hause Pechel in der Haußmannstraße 38 im Stuttgarter Osten am 9. Mai 1955 sind mit Pechel, Kasack und Thomas Mann führende und höchst unterschiedliche Vertreter des deutschen Geisteslebens präsent. Der Stuttgarter Fotograf Hannes Kilian hat den Verlauf dieses Empfangs, zu dem Größen der Stuttgarter Szene wie Josef Eberle (Stuttgarter Zeitung) und Fritz Eberhard (Süddeutscher Rundfunk) eingeladen waren, minuziös festgehalten. Diese Fotos (im Besitz des DLA Marbach) ermöglichen einen aufschlussreichen Einblick in die höhere Stuttgarter Gesellschaft und in das bundesdeutsche Kulturbürgertum Mitte der fünfziger Jahre - ihre Umgangsformen, ihre Rituale, ihre Ess- und Trinkgewohnheiten. Auch der Umgang mit Thomas Mann in Deutschland - Angst, Distanz und Ehrerbietung - wird hier atmosphärisch sehr deutlich.

Die kleine Ausstellung zeichnet Thomas Manns Stuttgarter Aufenthalt im einzelnen nach und entdeckt somit ein interessantes Stück Kulturgeschichte.

Kuratoren: Helmut Böttiger und Lutz Dittrich

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Mit Dank an das Deutsche Literaturarchiv Marbach, das Stuttgarter Haus der Geschichte sowie die Stiftung Bundespräsident Theodor-Heuss-Haus.

Mit freundlicher Unterstützung von:









Foto / Copyright: Rudolf Pechel, Hermann Kasack, Thomas Mann. Deutsches Literaturarchiv Marbach, Kunstsammlungen: Hannes Kilian, Stuttgart

Die Ausstellung ist vor und nach den Abendveranstaltungen oder nach telefonischer Anmeldung (0711 / 22 02 17 3) zu sehen.

Mittwoch, 10.02.2010, 20.00 Uhr
WORTLOS - HUGO CLAUS
Cees Nooteboom, Joachim Sartorius
Literaturhaus Brüssel zu Gast
Ausstellungseröffnung, Lesungen, Diskussion, kurze Filmsequenzen
Einführung: Sigrid Bousset
Die Ausstellung ist bis zum 16. April vor und nach den Abendveranstaltungen zu sehen. Nachdem letztes Frühjahr in Brüssel die W.G. Sebald-Ausstellung des Literaturhauses gezeigt wurde, ist nun das Internationale Literaturhaus Brüssel Passa Porta in Stuttgart zu Gast. Eröffnet wird eine Ausstellung mit dem in Deutschland kaum bekannten malerischen Werk von Hugo Claus. Die Bilder wurden gemeinsam mit Veerle Claus, der Witwe des im Jahre 2008 verstorbenen Schriftstellers, ausgewählt. Hugo Claus, 1929 in Antwerpen geboren, gilt als der bedeutendste belgische Autor der Nachkriegszeit. Sein Werk, zahlreiche Romane, Lyrikbände und Drehbücher, hat in der Weltliteratur einen festen Platz. Besondere Verbreitung fand der 1983 erschienene Familienroman Het verdriet van België (Der Kummer von Belgien). Zur Eröffnung der Ausstellung lesen zwei langjährige Freunde und Weggefährten Texte von und über Hugo Claus und führen ein Gespräch: Cees Nooteboom und Joachim Sartorius. Cees Nooteboom, einer der wichtigsten niederländischen Autoren der Gegenwart, wurde vor wenigen Monaten mit dem renommierten Prijs der Nederlandse Letteren ausgezeichnet. Letztes Jahr erschienen der Erzählungsband Nachts kommen die Füchse und die Essaysammlung Berlin 1989/2009. Auf Deutsch liegt Nootebooms umfangreiches Werk neu in einer neunbändigen Gesamtausgabe vor, die der Suhrkamp-Verlag seit 2003 (zum 70. Geburtstag von C. Nooteboom) veröffentlicht hat. Joachim Sartorius ist Lyriker und Übersetzer amerikanischer Literatur. Er veröffentlichte sechs Gedichtbände, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Zuletzt erschien der Gedichtband Hôtel des Étrangers sowie das Buch Die Prinzeninseln, »der hinreißende Bericht von der Betörung eines Dichters durch die Landschaft, das Licht und die Menschen dieser Inselwelt« (O. Pamuk). Bis 2000 war Joachim Sartorius Generalsekretär des Goethe-Instituts, seit 2001 ist er Intendant der Berliner Festspiele. Die Einführung des Abends übernimmt Sigrid Bousset (Passa Porta) In Zusammenarbeit mit Het Beschrijf im Internationalen Literaturhaus Brüssel (Passa Porta)

Mit Unterstützung der Flämischen Repräsentanz in Berlin und des Nederlands Literair Productie- en Vertalingenfonds (NLPVF)

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,-

Copyright / Fotos: Erna Sasse (Cees Nooteboom)
Berliner Festspiele (Joachim Sartorius)
Freitag, 12.02.2010, 20.00 Uhr
ERINNERN - GEGEN VERGESSEN, SCHWEIGEN, VERSCHWEIGEN
Erhard Eppler
Veranstaltungsreihe Architektur
Vortrag und Gespräch
Moderation: Roland Ostertag
Erhard Eppler spricht über das Erinnern und plädiert für ein Stuttgarter NS-Dokumentationszentrum im Hotel Silber: »Menschen vergessen viel. Sie können nicht all die Bilder im Gedächtnis behalten, die sie täglich sehen, nicht all die Menschen, denen sie begegnen, und sie vergessen glücklicherweise auch manchmal Ärger, den sie erlebt oder gar anderen bereitet haben. Bei einer Gesellschaft, einem Volk, wird bewusst, also politisch entschieden, was im Gedächtnis bleiben soll. Ein besonders düsteres Kapitel unsere Geschichte ist die Gestapo, die Geheime Staatspolizei, die Nachrichtendienst und Polizei in einem war und sich an kein Gesetz zu halten brauchte. Wo wäre die Erinnerung daran besser möglich als in dem Gebäude, wo die Gestapo politische Gegner verhört, misshandelt, gefoltert und ermordet hat?« Erhard Eppler, 1926 in Ulm geboren, ist in Schwäbisch Hall ausgewachsen, wo er seit 1991 wieder wohnt. 21 Jahre lang war er Parlamentarier, davon 15 Jahre im Bundestag, 6 Jahre im Landtag. Von 1968-74 war er als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit tätig. 20 Jahre lang arbeitete er im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags, zweimal als Kirchentagspräsident. Er ist Autor von einem knappen Dutzend Büchern, die sich meist mit politischen Grundsatzfragen beschäftigen, das letzte ein Wörterbuch zum öffentlichen Sprachgebrauch Der Politik auf Maul geschaut.

In Zusammenarbeit mit dem Architekturforum

Eintritt frei

Copyright/Fotos: privat
Montag, 15.02.2010, 19.00 Uhr
SITTING KÜCHENBULL
Vincent Klink, Patrick Bebelaar
Musikalische Lesung
»Brüder im Geiste, eine musikalische Lesung« nennt sich das Liveprogramm mit Vincent Klink (Stimme, Gesang, Bassflügelhorn) und Patrick Bebelaar (Klavier). Beide kennen sich seit vielen Jahren und präsentieren nun gemeinsam Vincent Klinks neu erschienenes Erinnerungsbuch Sitting Küchenbull. Gepfefferte Erinnerungen eines Kochs. »Lebensfreude pur transportiert diese kulinarische Kulturgeschichte der Bundesrepublik in Form autobiographischer Anekdoten aus den Lehrjahren von Vincent Klink, dem wortmächtigen Wirt der Stuttgarter Wielandshöhe. Suppenkasper und Erbsenzähler, Vielfraße und Großkotze, Nimmersatts und Hungerleider, Gierschlünde und Kostverächter sind die Hauptfiguren in Klinks barockem Kompendium - ein Buch, das Tonnen literarischen Junks aufwiegt.« (Denis Scheck im Deutschlandfunk)
Vincent Klink eröffnete 1974 in seinem Heimatort Schwäbisch Gmünd das Restaurant Postillion und betreibt seit 1991 sein Restaurant Wielandshöhe in Stuttgart. Zusammen mit Wiglaf Droste gibt er die literarisch-kulinarische Zeitschrift Häuptling Eigener Herd heraus. Patrick Bebelaar wurde im Jahr 2000 mit dem Jazzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Er wurde vor allem durch Crossover von Klassik, Straight-Jazz und der Musik anderer Kulturen bekannt. International konzertiert er von New York bis Bombay, von Stuttgart bis Kapstadt. Er komponierte im Auftrag der Internationalen Bachakademie und für das Deutsche Literaturarchiv.

In Zusammenarbeit mit dem Lions Club im Literaturhaus

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,-

Copyright / Foto: Berthold Steinhilber
Donnerstag, 18.02.2010, 19.00 Uhr
GERDA TARO - FREIHEIT FÄLLT NICHT VOM HIMMEL.
Irme Schaber, Joe Bauer, Stefan Hiss
19 Uhr: Filmvorführung: Spanish Earth von Joris Ivens
20 Uhr : Lesung und Gespräch, Stefan Hiss singt spanische Lieder
Begleitend zur Ausstellung Gerda Taro. Krieg im Fokus im Kunstmuseum (30.1.-16.5. 2010) erzählen, lesen und diskutieren Irme Schaber, die Biografin von Gerda Taro, und Joe Bauer, Kolumnist der Stuttgarter Nachrichten, über die Fotografin, die vor 100 Jahren Stuttgart zur Welt kam und aufwuchs und lange Zeit vergessen war. Sie klebte Plakate gegen Hitler und lebte von 1933 an im Pariser Exil, wo sie unter anderem Willy Brandt kennenlernte und zu fotografieren begann. Als 1936 der Spanische Bürgerkrieg ausbrach, ging sie mit ihrem Lebensgefährten und Kollegen Robert Capa nach Barcelona. Taro filmte und fotografierte an fast allen Schauplätzen dieses Krieges und erkannte, dass Zivilisten im Krieg noch mehr gefährdet sind als Soldaten. In Madrid lernte sie Ernest Hemingway, Pablo Neruda und André Malraux kennen. Westlich der spanischen Hauptstadt wurde die Fotografin im Juli 1937 bei einer Kriegsreportage tödlich verletzt. Gerda Taro war die erste Kriegsberichterstatterin, die bei ihrer Arbeit ums Leben kam. Die französische Kommunistische Partei bestellte bei dem Bildhauer Alberto Giacometti ein Grabmal für die Fotoreporterin. Tausende Menschen begleiteten den Leichenzug. Noch heute bewacht ein steinerner Falke Gerda Taros letzte Ruhestätte auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise.

In Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Stuttgart und dem Forum jüdischer Bildung und Kultur

Eintritt: Euro 8,-/6,-/4,-

Copyright / Fotos: ICP (Gerda Taro), Irme Schaber (privat), Wittmann (Joe Bauer)
Montag, 22.02.2010, 20.00 Uhr
BRENNT
Sudabeh Mohafez
Veranstaltungsreihe RadioArt Literaturhaus
Buchpremiere
Moderation: Uwe Kossack
Sendung auf SWR 2 am 13.4.2010, 22.05-23.00 Uhr
Sudabeh Mohafez liest zum ersten Mal aus ihrem neuen Roman brennt: Ihr Studio ist abgebrannt, sie selbst nur knapp mit dem Leben davongekommen. Immerhin hat sie Glück im Unglück, ist umgeben von guten Freunden. Warum verbessert sich ihr Zustand dennoch nicht? Warum irrt sie monatelang verstört und in Selbstgespräche vertieft durch Berlin, mit dem Fauchen, Rauschen und Prasseln des Feuers im Ohr? Wer ist der Isländer Hjartan, von dem die Stimmen in ihrem Kopf ständig sprechen? Was ist vor vier Jahren in Reykjavik geschehen? Sudabeh Mohafez wurde 1963 in Teheran geboren und lebt heute in Stuttgart. Sie ist die Tochter einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters. Seit 1979 lebt sie in Deutschland. Nach dem Studium der Musik, Anglistik und Erziehungswissenschaften war sie jahrelang Leiterin eines Frauenhauses. Der Erzählband Wüstenhimmel, Sternenland erschien 2004, im nächsten Jahr folgte der Roman Gespräch in Meeresnähe. 2006 erhielt sie den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Zuletzt wurden ihr 2007 die Poetikdozentur an der FH Wiesbaden und 2008 der MDR-Literaturpreis zugesprochen.

In Zusammenarbeit mit SWR 2

Eintritt: Euro 8,-/6,-/4,-

Copyright / Foto: H. Bauer
Mittwoch, 24.02.2010, 20.00 Uhr
DAS LEBEN DER WÜNSCHE
Thomas Glavinic
Lesung und Gespräch
Moderation: Eva Hosemann
Thomas Glavinic liest aus seinem Roman Das Leben der Wünsche: Der Unbekannte, der Jonas zwingt, sich neben ihm auf die Parkbank zu setzen, ist in Weiß gekleidet, schlecht rasiert und riecht nach Bier. Sein Angebot ist unerhört: »Ich erfülle ihnen drei Wünsche.« Jonas glaubt nicht an Märchen. Auf das Spiel lässt er sich trotzdem ein. Mit einer leisen Warnung geht der Mann davon: »Geben Sie Ihren Wünschen Zeit, sich zu entfalten.« In Jonas geregeltem Leben als Ehemann, Vater, Werbetexter und leidenschaftlichem außerehelichen Liebhaber kommt es immer öfter zu unerklärlichen Vorfällen. Sein zu klein geratener Sohn erfährt einen sichtlichen Wachstumsschub. Seine Aktienkurse steigen rasant. Mit Glück entgeht er einem Flugzeugabsturz. Und bei Nacht treibt die Schlaflosigkeit ihn langsam in unbegreifliche Situationen voll mysteriöser Zeichen. Doch dann liegt eines Abends seine Frau tot in der Badewanne. Weiß die Nacht etwa mehr von seinen Wünschen als er selbst?
Es moderiert Eva Hosemann, die für das Theater Rampe den Kriminalroman Der Kameramörder von Thomas Glavinic auf die Bühne bringt (Premiere am 12. Februar).

Im Rahmen der siebenten Wiener Woche
(www.wienerwoche.de)

Eintritt: Euro 8,-/6,-/4,-

Copyright / Foto: Thomas Pertramer
Donnerstag, 25.02.2010, 20.00 Uhr
ANNA KARENINA - TOLSTOI LIEST TOLSTOI
Rosemarie Tietze, Wladimir Tolstoi
Lesung und Gespräch
Anna Karenina ist eine wundervolle junge Frau. Sie scheint alles zu besitzen, was glücklich macht. Dann tritt der glanzvolle Offizier Graf Wronskij in ihr Leben, und sie opfert alles: den Mann, den Sohn, sogar die Achtung der Gesellschaft, in der sie lebt. Doch ihre bedingungslose Liebe scheitert und führt zu Eifersucht, Hass und Verzweiflung. Die Tragödie einer Frau wird bei Tolstoi zum unerbittlichen Porträt der adligen Gesellschaft im Russland des 19. Jahrhunderts. Zum Auftakt des Tolstoi-Gedenkjahres 2010 (Lew Tolstoi starb vor hundert Jahren, am 20. November 1910) veröffentlicht der Carl Hanser Verlag die erste Neuübersetzung seit rund einem halben Jahrhundert. Rosemarie Tietze, die ihre Übersetzungen immer wieder »zu einem Kunstwerk eigenen Ranges« (Begründung zum Voß-Preis) macht, hat dem berühmten Roman eine moderne Gestalt gegeben und es mit Nachwort und Kommentaren versehen.
Wladimir Tolstoi, Ururenkel des Dichters und heute Hausherr in Jasnaja Poljana, dem ehemaligen Landgut der Familie und jetzigen Museum, wird den russischen Text vortragen, und zusammen mit Rosemarie Tietze über Entstehungsgeschichte und Originalschauplätze des Romans berichten wie auch über das heutige Gesicht der Tolstoi-Stätten.

Eintritt: Euro 8,-/6,-/4,-

Copyright / Fotos: privat
Sonntag, 28.02.2010, 11.00 Uhr
ÖL
Lukas Bärfuss, Marietta Meguid, Lisa Wildmann
Veranstaltungsreihe Niedlichs Literarischer Salon
Szenische Lesung
Seit drei Jahren leben Eva und Herbert in einer Stadt namens Beryok am Rande der Taiga. Er hat von der Regierung eine Förderlizenz gekauft und ist auf der Suche nach Erdöl. Doch er findet nichts. Und sie wartet. »Und während dieses endlosen Wartens geschieht etwas mit Eva. Die Ungewissheit zermürbt sie, und ihre Liebe, und die Hoffnung, dass mit dem ersehnten Öl ihre Leiden eines Tages gelindert werden, erweist sich als Irrtum. Denn als Herbert tatsächlich ein Vorkommen entdeckt, befeuert dieses Öl zwar die Leidenschaften, doch die Verletzungen, die sie sich in der Fremde zufügten, verheilen nicht. Und die Schuld, die sie bei dieser Suche auf sich laden, wird nicht getilgt« (L. Bärfuss). Lukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun/Schweiz, zählt zu den erfolgreichsten Dramatikern der letzten Jahre. Mehrere seiner Stücke, etwa Der Bus, wurden vom Regisseur Stephan Kimmig erfolgreich uraufgeführt, so auch jetzt Öl am Deutschen Theater Berlin mit u.a. Nina Hoss, Margit Bendokat und Felix Goeser. Bärfuss Stücke werden in mehr als 25 Ländern gespielt. 2008 legte er mit Hundert Tage seinen ersten Roman vor.
Für dieses Buch, das im Literaturhaus Stuttgart vorgestellt wurde, erhielt er den Mara-Cassens-Preis, den Schillerpreis und den Remarque-Sonderpreis.

In Kooperation mit dem Schauspiel Stuttgart

Eintritt: Euro 7,- / 5,50
(Kartentelefon 0711 / 20 20 90)

Außer Haus!
Schauspielhaus Foyer, Oberer Schlossgarten 6
 
Mittwoch, 17.02.2010, 19.00 Uhr
LIEDER AUS ISLAND
Helga Rós Indriðadóttir, Guðrún Dalía Salómonsdóttir
Konzert
Seit jeher war Singen in Island eine sehr beliebte Art der Unterhaltung, weil andere Arten des Musizierens oft am Mangel an Musikinstrumenten scheiterte. In den letzten Jahrzehnten sind daher viele junge Isländerinnen und Isländer aufgebrochen, um im Ausland Musik zu studieren und auszuüben. Helga Rós Indriðadóttir, Sopran, studierte am Konservatorium in Reykjavík. Sie beendete ihr Studium 1992 als Musikpädagogin und 4 Jahre später mit dem Gesanglehrerdiplom und Solistendiplom. In der Liedklasse von Prof. Konrad Richter an der Stuttgarter Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst setzte sie ihre Ausbildung fort und schloss 1999 als Magister Artium für Operngesang ab. Noch während ihres Studiums hatte sie ein festes Engagement an der Staatsoper Stuttgart, wo sie seit ihrem ersten Auftritt als Freia in Wagners Rheingold acht Jahre lang sang. Ihre Rollen reichten von Euridice in Monteverdis Orfeo bis Woglinde in der Götterdämmerung. Bei der Aufführung der Lieder des bekannten isländischen Komponisten Jórunn Viðar wird sie begleitet von Guðrún Dalía Salómonsdóttir. Diese lernte bis 2003 am Konservatorium in Reykjavík und setzte anschließend ihr Pianostudium bei Wan Ing Ong an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart fort. 2007 schloss sie ihr Studium mit der Bestnote ab.

Veranstalter: DIS - Deutsch-Isländisches Kulturforum Stuttgart e.V.

Eintritt: Euro 5,-

Copyright / Fotos:Dalrós
 
Mittwoch, 10.02.2010, 23.10 Uhr
Pasolinis tolldreiste Geschichten
Frankreich 1971
Spielfilm von Pier Paolo Pasolini nach den Erzählungen The Canterbury Tales von Geoffrey Chaucer
Sonntag, 14.02.2010, 20.15 Uhr
Nobodys Fool - Auf Dauer unwiderstehlich
USA 1994
Spielfilm mit Paul Newman nach dem gleichnamigen Roman von Richard Russo
Freitag, 19.02.2010, 21.45 Uhr
Wallander: Die falsche Fährte
Fernsehfilm, Schweden/Großbritannien/Deutschland,
ARTE France/ARD 2008
Spannender Krimi mit Kenneth Branagh basierend auf dem gleichnamigen Roman des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell
Sonntag, 21.02.2010, 17.00 Uhr
Doris Dörrie
Dokumentation, Deutschland, ARTE/NDR 2009
Porträt der vielseitigen Regisseurin und Autorin
Montag, 22.02.2010, 20.15 Uhr
Sinn und Sinnlichkeit
Großbritannien/USA 1995
Unterhaltsamer Spielfilm mit Emma Thompson nach dem gleichnamigen Roman von Jane Austen
Montag, 22.02.2010, 22.25 Uhr
Frühlings Erwachen
Theater, Deutschland, ARTE/ZDF 2009
Theaterstück von Frank Wedekind in der Inszenierung von Nuran David Callis im Schauspiel Hannover
Mittwoch, 24.02.2010, 21.50 Uhr
Hotel Marysol
Frankreich, ARTE France 2003
Spielfilm basierend auf dem Roman Le Route de Midland von Arnaud Cathrine
Donnerstag, 25.02.2010, 22.20 Uhr
Twilight-Fieber
Dokumentation, Deutschland/Frankreich/USA,
ARTE/ZDF 2009
Freitag, 26.02.2010, 21.45 Uhr
Wallander: Die Brandmauer
Fernsehfilm, Schweden/Großbritannien/Deutschland,
ARTE France/ARD 2008
Spannender Krimi mit Kenneth Branagh basierend auf dem gleichnamigen Roman des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell


Weitere Infos www.arte.tv/literatur