Samstag, 4. Dezember, 20 Uhr
"Visionen von früher - Realitäten von heute - Visionen für morgen"

ein Diskurs über Kultur und Politik
Lothar Spät im Gespräch mit Edzard Reuter.

Für diesen besonderen Abend hatten die "Freunde des Literaturhaus Stuttgart e.V." die Förderer und Freunde unseres Literaturhauses Lothar Späth und Edzard Reuter als Gäste eingeladen. Es ging um die Visionen von früher und für morgen, mit denen das Verhältnis von Kultur und Politik untersucht wurde.

Wieland Backes begrüßten die Gäste und dankte den Freunden und Förderern für die Unterstützung des Literaturhauses. Florian Höllerer berichtete über die Veranstaltungen dieses Jahres und stellte einige Höhepunkte des kommenden Jahres vor.
Der Partyservice Weller und die Weinmanufaktur Untertürkheim
haben freundlicherweise
den Abend kulinarisch begleitet.
Die Beiträge der Reihe Betrifft: sind gerade in einer Ausgabe bei Suhrkamp erschienen: als Dorst, Hoppe, Kehlmann, Klein, Kling, Kronauer, Ortheil, Oswald, Rakusa, Walser, Zeh, 140 Seiten, ISBN : 3-518-12379-3, Edition Suhrkamp 2379.
 

Edzard Reuter hatte im Internet einen Text über Kultur und Kulturstiftungen von Lothar Späth gefunden, aus dem er einen Auszug vorlas und damit das Gespräch eröffnete:

Kulturstiftungen und Bürgerengagement       von Lothar Späth

"Kunst und Kultur inspirieren uns und fordern unsere Kreativität. Deshalb spielen sie eine zentrale Rolle in unserem Leben. Kunst ist oft unstrukturiert und chaotisch. Aber genau dieses Chaos ist es, das wir Menschen benötigen, um daraus jene Kreativität schöpfen zu können, die an der Schwelle zum dritten Jahrtausend immer wichtiger wird. Es zeigt sich nämlich immer deutlicher, dass Kreativität und Einfallsreichtum zum entscheidenden Erfolgsfaktor bei der Bewältigung zukünftiger Probleme werden.

Die modernen Technologien nehmen uns Menschen immer mehr Arbeiten im produktiven Bereich ab. Was die Menschen können, kann die Technik fast immer besser, denn die Hardware, also Apparate, Maschinen und Computer, sind längst schneller und präziser als der Mensch.

Wir Menschen müssen deshalb zunehmend erkennen, dass wir gegenüber der Technik nur einen entscheidenden Vorteil besitzen: Wir können Informationen bewerten! Wir können damit umgehen, vorausgesetzt wir sind in der Lage, komplexe Probleme zu strukturieren und darauf angemessen zu reagieren. Hier geht es darum, Wirkungszusammenhänge zu antizipieren. Dazu bedarf es Phantasie und Kreativität, Dispositionen, die man erlernen und trainieren muss. Das sind völlig neue Anforderungen, deren Auswirkungen sowohl weit in unser Bildungssystem als auch in unsere Kulturpolitik hineinreichen. ...." (1)

 Und dann die entscheidende letzte  Frage: "Lothar, bist Du eigentlich  schon Mitglied im Literaturhaus?"   Erfolgreiche
  Mitgliederwerbung.
Wieland Backes überreichte Lothar Späth den Band Campo santo von  W. G. Sebald, das die Eröffnungsrede enthält, die Sebald bei der Eröffnung des Literaturhauses am 18. November 2001 gehalten hatte. W. G. Sebald
Campo Santo

Carl Hanser Verlag, München 2003
ISBN 3446203567,
Gebunden, 260 Seiten.

(1) Lothar Späth, Kulturstiftungen und Bürgerengagement, in: Klaus Heid, Ruediger John:, TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft, Baden-Baden: - Verlag für kritische Ästhetik, 2003, ISBN 3-933809-46-0


Fotos: © Heiner Wittmann

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