Vor der offiziellen Eröffnung des Literaturhauses fanden einige Vorveranstaltungen statt,
die hier dokumentiert werden.
 

Inzest
Lesung und Gespräch mit Christine Angot.
Montag, 7. Mai, 20 Uhr
Institut Français, Diemerhaldenstr. 11,
70184 Stuttgart
Eintritt: DM 12.-/9.-
(Kartenbestellung: Tel. 0711-239 25 19

Anlässlich der Veröffentlichung des Buches Inzest (Tropen Verlag) kam Christine Angot als erster Gast der von Institut Français und Literaturhaus veranstalteten Lesungsreihe "Intimität (Zum Verkauf)" nach Stuttgart.

Christine Angot ist eine der umstrittensten Autorinnen der französischen Gegenwartsliteratur. Seit Beginn Ihres Schreibens 1990 hat sie zehn Bücher veröffentlicht, in denen Sie mit Kraft und Singularität alle Verbote mißachtet und auf ungeahnte Wahrheiten stößt. In Inzest stellt sie wieder mit ihrem Stil, der sogar "ihr Körper, ihr Atem, ihr Schmerz, ihr Zorn - also ihr Leben" ist (Der Spiegel) die Frage der Beziehung zwischen dem Schriftsteller und der Wahrheit. "Drei Monate lang war ich homosexuell. Genauer, drei Monate lang, glaubte ich, dazu verurteilt zu sein. Mich hatte es tatsächlich erwischt, ich machte mir keine Illusionen. Der Test bestätigte es." (Inzest)
Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Institut Français de Stuttgart:


 

Trojanische Träume in Mecklenburg
Rolf Vollmann las aus
seinem neuen Essay über
Heinrich Schliemann.

Freitag 20. April, 20 Uhr
Theater tri-bühne, Eberhardstraße 61, 70173 Stuttgart
Eintritt: DM 18.-/12.- (Kartenbestellung:
Tel. 0711-2364610)


 

Der Lärm: eine Kampfschrift gegen die Geräusche unseres Lebens

Horst Brandstätter las aus seinem Essay über Theodor Lesssing.

Für den nötigen Lärm sorgt Martin Stortz am Klavier.




Samstag 21. April, 21 Uhr
Rogers Kiste, Hauptstätterstr. 35, 70173 Stuttgart


 


 Die Vergänglichkeit

Arnold Stadler las aus
seinem Essay über Johann Peter Hebel.


Dienstag 24. April, 20 Uhr
Galerie Königsblau, Königsstraße 28, 70173 Stuttgart


 

Das Literaturhaus Stuttgart und die Lange Nacht der Museen

Zehra Çirak und Jürgen Walter

Samstag, 31. März 2001
21 Uhr (Teil I), und 22 Uhr (Teil II)

im Mörike-Kabinett der Stadtbücherei

Höhenflug
eine audiovisuelle Performance von Zehra Çirak, der diesjährigen Chamisso-Preisträgerin, und dem Objektkünstler Jürgen Walter zum Thema "Der Mensch und sein Traum vom Fliegen".

Zu colour slides der Selbstflieger-Objekte von Jürgen Walter las Zehra Çirak ihre dazu entstandenen Gedichte, begleitet von musikalischen Klangflügeln und anderen Flugbildern.


 

Gao Xingjian
L iteratur-Nobelpreisträger 2000

3. März 2001, 11 Uhr
Ort: Max-Bense-Saal der Stadtbücherei

Lesung und Gespräch mit Gao Xingjian

Moderation: Irmy Schweiger, Sinologisches Seminar der Universität Heidelberg

Mit freundlicher Unterstützung der französischen Botschaft

Gao Xingjian, Schriftsteller, Regisseur, Übersetzer, und Maler, eröffnet der chinesischen Literatur mit seinen kritisch-avantgardistischen Werken neue Wege. Er lebt seit 1989 in Paris und gilt in seiner ehemaligen Heimat als »unerwünschte Person«. Im Dezember wurde ihm der Literatur-Nobelpreis verliehen.

Unser Fotoalbum

Die Veranstaltung bildet den Prolog zur Reihe Die Zukunft der Freiheit, die das Institut Français und das Literaturhaus Stuttgart gemeinsam planen.

Veranstalter:
Institut Français de Stuttgart, Stadtbücherei und Literaturhaus Stuttgart

Kartenvorbestellung: 0711-2392519 oder 0711-2165788



"Teufelsbrück" - ein Abend mit Brigitte Kronauer
am Mittwoch, 31. Januar 2001
in der Stadtbücherei im Wilhelmspalais, Stuttgart

Die Autorin, eine der großen Stilistinnen der Gegenwartsliteratur, las aus ihrem im Herbst erschienenen Roman, einem Werk über Einsamkeit, Intrigen, erotische Sehnsüchte, Verzauberung und deren Aufhebung durch Gewalt. Zentraler Ort für das amouröse Verwirrspiel ist eine exotisch anmutende Villa an der Elbe, in der die Bewohner zwischen Volieren, Schuhsammlungen und Bibliotheken ein ausschweifendes Leben führen, in das die Protagonistin einzutauchen versucht. Julia Schröder, Stuttgarter Zeitung, moderierte den Abend.

Unser Fotoalbum

Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit
der Stadtbücherei und dem Verlag Klett-Cotta.


Donnerstag, 23. November 2000, 20 Uhr

Lesung und Gespräch mit Eva Gritzmann, Thomas Hettche und
Mathias Politycki Moderation: Denis Scheck


Eine literarische Begegnung der besonderen Art!!  
Montag, 23.10. 2000
20 Uhr im SWR-Studiosaal


Veranstalter:
Bosch Areal e.V
Eine Veranstaltung zur Förderung des Literaturhauses Stuttgart in Kooperation mit der
SWR 2 Landeskulturredaktion

 

 

Manfred Rommel,
Stuttgarts Oberbürgermeister a.D.
Hip-Hop-Pionier Smudo
Büchner-
preisträger
Arnold Stadler

Moderation:
Wieland Backes

 
 

Assia Djebar (Algerien / Frankreich)
Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2000
Lesung und Gespräch
1. November 2000
Gustav-Siegle-Haus, Leonhardsplatz 28

Stuttgart Assia Djebar wird am 22. Oktober 2000 auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Sie erhält diese Auszeichnung für ihr Werk, mit dem sie "ein Zeichen der Hoffnung gesetzt hat für die demokratische Erneuerung Algeriens, für den inneren Frieden in ihrer Heimat und für die Verständigung zwischen den Kulturen." Assia Djebar wurde 1936 in Algerien geboren. Die Schriftstellerin, Historikerin und Filmemacherin gilt als die bedeutendste Schriftstellerin des Maghreb. Mit ihren Büchern, die den vielfältigen Wurzeln ihrer Kultur verpflichtet sind, leistet sie einen wichtigen Beitrag zu einem neuen Selbstbewußtsein der Frauen in der arabischen Welt.

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms der Mittelmeerkonferenz "Von Stuttgart nach Marseille".

Veranstalter: Forum der Kulturen Stuttgart e. V., Institut Français de Stuttgart,
Stiftung Geissstrasse Sieben und Literaturhaus Stuttgart

Donnerstag, 12. Oktober, 20 Uhr
Literatur und Reise
James Hamilton-Paterson, Lesung und Gespräch
Moderation: Hannes Hintermeier

Ort: Stadtbücherei, Wilhelmspalais, Konrad-Adenauer-Straße 2, 70173 Stuttgart

"Hamilton-Paterson hat den Funken, jenen dichterischen Blick, der für den Leser das Beschriebene wie von alleine leuchten läßt" mare- Die Zeitschrift der Meere

James Hamilton-Paterson, Literat, Sachbuchautor und Journalist ist selber ein Reisender und Abenteurer. 1941 in England geboren, verließ er nach dem Literaturstudium in Oxford sein Heimatland und begab sich auf Reisen. Er arbeitete als Sprachlehrer in Libyen, berichtete als Journalist aus Vietnam, Indochina und Lateinamerika. Seit etwa zwanzig Jahren lebt er als freier Schriftsteller in der Toskana und auf den Philippinen. Das Thema Reisen beschäftigt ihn nicht nur in seinen journalistischen Arbeiten, sondern stellt auch einen roten Faden durch sein literarisches Werk dar.

Seine besondere Leidenschaft gilt dem Wasser, das sieben Zehntel der Erdoberfläche bedeckt. Die meisten seiner Bücher sind daher dem Meer gewidmet. "Biographie der Meere" nennt die Kritik seine "Seestücke", ein zwischen Sachbuch und Belletristik changierender Essayband. In "Wasserspiele" erzählt Hamilton-Paterson von seinen Erfahrungen auf einer unbewohnten, winzigen und felsigen Insel in den Philippinen, die schließlich von der Tourismusindustrie entdeckt wird. "Drei Meilen tief" ist ein spannender Bericht von einer Expedition, die nach zwei gesunkenen U-Booten aus dem Zweiten Weltkrieg sucht. Beide haben Gold an Boot.

Auch sein gerade veröffentlichter Roman "Der Traum des Gerontius" beschreibt eine Reise: der britische Komponist Sir Edward Elgar, in einer Schaffens- uns Seinskrise, unternimmt eine Kreuzfahrt nach Brasilien, um unter anderem das berühmte Opernhaus in Manaus zu besichtigen.

"Hamilton-Paterson ist bis in die Fingerspitzen ein Künstler."
New York Times Book Review

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Literaturhausvereins Stuttgart, der Stadtbücherei Stuttgart und des Verlags Klett-Cotta.


Reihe "Grenzüberschreitungen":

Am Donnerstag, den 21. September 2000
präsentierte Sigrid Löffler die Zeitschrift "Literaturen"        

Insofern Literatur Spiegel ihrer Zeit ist, insofern ist das Gespräch über Literatur auch ein Gespräch über die Gegenwart. Dieser Anspruch der Literaturkritik durchzieht ihre Geschichte seit Lessing. Zusammen mit der Kritikerin Sigrid Löffler, Herausgeberin der neuen Zeitschrift "Literaturen" und dem Autor Burkhard Spinnen, sollen Rolle und Funktion heutiger Literaturkritik diskutiert werden.

   Stuttgarter Zeitung, 22.9.00

Moderation: Uwe Kossack.

Ort: Pressehaus Stuttgart  - Studio S  - Plieninger Str. 150 -  70567 Stuttgart




Donnerstag, 29. Juni 2000

Im Filmhaus Stuttgart Literatur/Film/Gespräch Sibylle Knauss, Ludwigsburg – Gespräch mit Lesung und Filmbeispielen                                                            

"Herr Grünlich pflegte warm zu frühstücken." Literarische Präzision tritt bei Thomas Mann als atmosphärisches Bild auf, das einen beliebigen Vorgang zu einem unverwechselbaren macht. Jeder Leser kann sich sofort etwas vorstellen – wie aber würde ein Filmregisseur diese Szene umsetzen?

Sibylle Knauss sprach mit dem Filmregisseur Christian Wagner über die unterschiedlichen Sprachen der Literatur und des Films und darüber, wie sich ein literarischer Text als Drehbuch zu einer Filmvorlage wandelt. Als Erzählerin, zuletzt erschienen die Romane "Die Missionarin" und "Die Nacht mit Paul", und als Professorin für Drehbuch an der Filmakademie Ludwigsburg kennt Sibylle Knauss das Handwerk des literarischen wie des filmischen Schreibens gleichermaßen.

Der Abend reflektierte Möglichkeiten und Schwierigkeiten einer Literaturverfilmung aus der Sicht eines Autors und eines Regisseurs.

 
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Samstag, 6. Mai 2000, 20.30 Uhr
In der Staatsgalerie Stuttgart: Lyrik-Kunstnacht

Anne Duden (London)
Birgit Kempker (Basel)
Brigitte Oleschinski (Berlin)

Manos Tsangaris (Köln)
Zhang Zao (Tübingen)

Fünf Autorinnen und Autoren der mittleren Generation machen die "KunstNacht" der Staatsgalerie zu einem Fest der Lyrik. Sie präsentieren Texte zwischen Wort und Bild, Wort und Klang, an den Grenzen der Sprache.

Birgit Kempker entwickelt seit langem eine ganz eigene Prägung akustischer Literatur, ein virtuoses Zusammenspiel von Sprache, Rhythmus und Musik.

Auch Manos Tsangaris forscht als Autor und Musiker dem Klang der Worte nach, seine Gedichte öffnen als "bewußtseins / erweiternde / besuche" unsere Wahrnehmung.

Anne Duden ist eine der wichtigen Stimmen der deutschen Lyrik. Mit poetischer Konzentration rückt sie eine in den Wörtern sich entfernende Welt nah an den eigenen Körper.

Als Erneuerin einer Form, "die wie keine andere Gefühl und Erkenntnis ineins setzt", ist in den letzten Jahren Brigitte Oleschinski hervorgetreten: "Gedichte gehen über Grenzen, von denen ich nicht weiß, ob ich sie überqueren kann."

Zhang Zao schließlich gilt als einer der wichtigen chinesischen Lyriker der Gegenwart. Seine Lieblingsdichter Rilke und Hölderlin im Original lesend wendet er sich der Sprache selbst zu: "Was auf die Erde fällt, ist ohne Anfang und Ende."

Ort: Staatsgalerie Stuttgart Urbanstr. 35 70182 Stuttgart


 

Montag, 17. April 2000, 19 Uhr
Im Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart "Esoterik à la Wodka"
Jurij Mamlejew (Moskau) – Lesung und Gespräch
Moderation: Prof. Georg Witte, Berlin

Jurij Mamlejew (geb. 1931) zählt zu den radikalen Avantgardisten der russischen Literaturszene. Bereits in den 60er Jahren diskutierte er bei illegalen Treffen mit Künstlern, Schriftstellern und Mystikern über indische Philosophie, Theosophie, Surrealismus und Psychoanalyse und wurde zum geistigen Vater zahlreicher Autoren der sowjetischen Untergrund-Szene. 1974 emigrierte er in die Vereinigten Staaten, seit 1992 wohnt er wieder in Moskau.

Mamlejew wirft in seinen Romanen wie "Der Mörder aus dem Nichts" oder "Die letzte Komödie" (Residenz Verlag, Salzburg) ein Licht auf die dunkle, vernunftabgewandte Seite der menschlichen Seele. Die Sowjetunion war für ihn eine "geschlossene Abteilung"; entsprechend wird der Schrecken mit all seinen Tabuüberschreitungen in Mamlejews Texten Alltag.

Die Einladung Jurij Mamlejews erfolgt vor dem Hintergrund der ifa-Ausstellung "Neues Moskau. Kunst aus Moskau und St. Petersburg".

Im Gespräch mit Prof. Georg Witte (Humboldt-Universität, Berlin) wurden die Möglichkeiten der Produktion von Literatur und Kunst in der ehemaligen Sowjetunion und im heutigen Rußland diskutiert.

Ort: Institut für Auslandsbeziehungen Galerie, Charlottenplatz 17
70173 Stuttgart


James Salter:Autorenlesung war am 28. April 1999.
Dr. Arnulf Conradi, Verleger von James Salter und Geschäftsführer des Berlin Verlags, führte in das Werk des Autors ein. Die deutsche Übersetzung des Textes wurden von dem Berliner Schauspieler Christian Brückner vorgetragen.
Stuttgarter Zeitung vom 30.4.99.


05. Mai 1999:
Karen Duve - Lesung

Einführung: Dr. Werner Irro, Akademie Solitude
Mit dem »Regenroman«, der soeben im Eichborn Verlag erschienen ist, hat die junge Hamburger Autorin Karin Duve ihren ersten grossen literarischen Text vorgelegt. Der Roman ist wie das Moor, in dem er spielt: erbarmungslos und wunderschön, doppelbödig, unberechenbar und voller schillernder Details. Pünktlich zur Leipziger Buchmesse diente das Buch dazu, einen Trend auszurufen und zu fragen: Volker Hage im Spiegel: »Wird die deutsche Literatur am Ende des Jahrhunderts doch noch munter ? «Karin Duve jedenfalls sei »eine Erzählerin, die sich etwas traut und neugierig auf die Welt ist.«
Bereits 1995 hatte Karen Duve sich mit der Erzählung »Im tiefen Schnee ein stilles Heim« auf sich aufmerksam gemacht. Zwei Jahre später gab sie das grosse »Lexikon der Tiere« heraus, im Herbst 1997 erschien während ihres Stipendiums in der Akademie Schloss Solitude das Comic-Buch »Bruno Orso fliegt ins Weltall« zu dem sie den Text beisteuerte.



7. Mai 1999
Gesprächsrunde »Literatur in der Öffentlichkeit«

Dr. Lerke v. Saalfeld, Freie Journalistin (Moderation)
Dr. Maria Gazzetti, Literaturhaus Frankfurt
Dr. Michael Kienzle, Universität Stuttgart, Bündnis 90/Die Grünen
Ulrich Frank-Planitz, ehem. Deutsche Verlagsanstalt, Vorstand Literaturhausverein
Jörg Menno Harms, Hewlett Packard

Die Teilnehmer dieser Podiumsdiskussion haben unterschiedlichste Sichtweisen auf Literatur. Es wird darum gehen, wie Literatur erlebbar werden kann - etwa in einem Literaturhaus. Was versprechen sich verschiedene gesellschaftliche Gruppen davon? Was heißt das für das kulturelle Selbstverständnis einer Stadt? Oder für den Wirtschaftsstandort Stuttgart? Und welche Probleme können sich ergeben? Auch dem Bosch-Areal, auf dem das Stuttgarter Literaturhaus entstehen soll, wird ein historischer Blick gewidmet.


Rückblick 2001
Archiv A-Z

Fotos: © Heiner Wittmann

 
 

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