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Montag, 11. Juni 2001, 20 Uhr
Die
Privatisierung der Welt
- Lesung und Gespräch mit Frédéric Beigbeder:
Frédéric Beigbeder, zehn Jahre lang als Werbetexter in einer
renommierten Agentur angestellt, las im Institut Français aus seinem neuen
Roman, ein wildes Pamphlet gegen den Totalitarismus der Werbewelt.
Titel ist der Verkaufspreis: 99 Francs. Das Buch, das in Frankreich die
Bestsellerlisten stürmte, ist nun in deutscher Übersetzung
erschienen,
unter dem Titel Neununddreißigneunzig (Rowohlt Verlag). Öffentliche
Unterstützung fand Beigbeder bei seinem Freund Michel Houellebecq, dessen
Pamphlet La privatisation du monde der globalen Konsumrealität einen
" Kampf
auf Leben und Tod" ansagt.

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Polnische Passagen
Karl Dedecius
Tina Stroheker
am Mittwoch, 16. Mai, um 20.00 Uhr
im Wilhelma Theater in Stuttgart
Eine Veranstaltung des Literaturhauses zusammen mit der
Robert-Bosch-Stiftung.
Tina
Stroheker
las aus ihren Reiseaufzeichnungen
Polnisches Journal und diskutierte mit
Joachim Rogall (Robert Bosch Stiftung)
und ihrer Übersetzerin Anna Wziatek.

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Karl Dedecius
präsentierte die Dichtung von Czeslaw Milosz, Wislawa Szymborska, Zbigniew
Herbert und Tadeusz Rózewicz.
Karl Dedecius, geboren 1921 in Lodz, ist der bedeutendste Mittler zwischen
der deutschen und polnischen Literatur. 1979 wurde auf seine Initiative das Deutsche
Polen-Institut in Darmstadt gegründet, dessen erster Direktor er bis
Ende 1998 war. Wegen seiner besonderen Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung
ist er Träger vieler Auszeichnungen, u.a. des Friedenspreises des deutschen
Buchhandels (1990) sowie des Viadrina Preises der Europa-Universität Frankfurt/Oder
(1999). Dedecius gab die Polnische Bibliothek in fünfzig Bänden
heraus, die seit 1982 im Suhrkamp Verlag erschienen ist, gefördert von der
Robert Bosch Stiftung. Er ist Verfasser zahlreicher Übersetzungen und wichtiger
eigener Bücher. - Zuletzt erschien das zweisprachige Taschenbuch Polnische
Passagen/Polskie pasaze (dtv), ein literarisch-chronistischer Bilderbogen
über Polen.
 Tina
Stroheker, geboren 1948 in Ulm, lebt als Lyrikerin, Publizistin und Lehrerin
in Eislingen. Sie war Stipendiatin der Villa Massimo in Rom und erhielt 1992 den
Literaturpreis der Stadt Stuttgart. Stroheker, bekannt durch mehrere Gedichtbände,
veröffentlichte 1998 das Buch Polnisches Journal, Aufzeichnungen von unterwegs,
über das Andrzej Szczypiorski schrieb: "Tina Stroheker ist Dichterin,
also wundert mich ihr Aufbegehren gegen Vorurteile nicht. Ich denke, daß
sie nach Polen fuhr, um sich ihr eigenes Bild von einem Land zu machen, das frei
von alten und neuen Klischees sein sollte. Für dieses Buch gebührt der
Autorin die Dankbarkeit des Lesers - des deutschen wie des polnischen."
Anna Wziatek hat das Polnische Journal unter dem Titel Niemka jedzie
do Polski ins Polnische übersetzt. Die junge Übersetzerin und Redakteurin
erhielt 1998 den Förderpreis der Robert Bosch Stiftung für polnische
Übersetzer deutscher Literatur. Autorin und Übersetzerin haben gemeinsam
Lesereisen in Polen unternommen.
Farbfotos: Heiner Wittmann
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Dienstag, 15. Mai, 19.00 Uhr
Claire Beyer Rauken
Lesung und Gespräch mit Claire Beyer
Moderation Uwe Kossack (SWR)
Eintritt: DM 12 / DM 9 (Kartenvorbestellung: 0711-1822391 /-95)
Das LITERATURHAUS STUTTGART
zu Gast in der Kunststiftung Baden-Württemberg
Gerokstraße 37, 70184 Stuttgart
Claire Beyer legt mit Rauken (Frankfurter Verlagsanstalt) ein beeindruckendes
Prosadebüt vor. Die Geschichte des Mädchens Vroni, das in den frühen
50er Jahren in der deutschen Provinz heranwächst, macht in leisen Tönen
ein Stück Nachkriegsgeschichte lebendig. Es geht um Menschen, die Krieg und
Faschismus zwar physisch überlebt haben, deren Seelen dabei aber verkümmert
sind. Vergeblich versucht Vroni die Flucht in die Phantasiewelt ihres Freundes
Pierre, der Klavier spielt wie Mozart.
"Claire Beyer erzählt in ihrem Debütroman in dichten, beklemmenden
Bildern ohne Kitsch und Wehleidigkeit ein todtrauriges Stück deutscher Geschichte.
Das ist wie ein Schnitt mit dem scharfen Messer - es schmerzt zunächst nicht,
aber es blutet sofort. [...] Mehr als 50 Jahre muss man wohl alt werden, um darüber
endlich derart eindringlich schreiben zu können." (Elke Heidenreich
in DER SPIEGEL).
Claire Beyer, geboren 1947, lebt in Markgröningen bei Ludwigsburg und arbeitet
als Bankkauffrau. Sie hat ein Musical über Camille Claudel verfasst und Erzählungen,
Kurzprosa und Gedichte in verschiedenen Anthologien veröffentlicht.
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Eine Veranstaltung des Literaturhauses Stuttgart und der Stadtbücherei
Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung:
Englische und amerikanische
Dichtung
Mittwoch, 9. Mai 2001, 19 h 30
im Max-Bense-Saal der Stadtbücherei
Herausgeber und Übersetzer präsentiertn ausgewählte Gedichte einer
zweisprachigen Anthologie englischer und amerikanischer Dichtung aus verschiedenen
Jahrhunderten in Original und Übersetzung begleitet von musikalischen Zwischenstücken.
Die Anthologe wird von Werner von Koppenfels, Eva Hesse, Heinz Ickstadt, Friedhelm
Kemp, Horst Meller, Manfred Pfister und Klaus Reichert herausgegeben. Über
die Hälfte der Gedichte, die den geschichtlich gewachsenen Kanon ebenso wie
seine neueren Erweiterungen vorstellen, wurde dafür neu, nicht selten erstmals
übersetzt.
Die neue Anthologie englischer und amerikanischer Dichtung von den Anfängen
bis zur Gegenwart in vier Bänden entstand in mehrjähriger Zusammenarbeit
von nahmhaften Übersetzern, Anglisten und Amerikanisten.
Das Werk wurde durch die Robert-Bosch-Stiftung mitinitiiert und gefördert,
nach dem Vorbild der 1990 erschienenen Anthologie französischer Lyrik.
Einführung
Bless Thee! Thou are translated.
Ein poetisches Desiderat nimmt Buchform an.
Prof. Dr. Werner von Koppenfels, Universität München
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Rückblick
2001
Archiv
A-Z
Fotos: © Heiner Wittmann
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