Dienstag, 19. Juni 2001, 20 Uhr

Vor der Tür das Ende der Welt
- Lesung und Gespräch mit Tomas Venclova


Tomas Venclova ist einer der bedeutendsten Lyriker Litauens, der auch als Übersetzer, Publizist und Literaturkritiker hervortrat. Er hat an der Yale University den Lehrstuhl für russische Literatur inne. Venclova las aus seinem Gedichtband Vor der Tür das Ende der Welt (Rospo Verlag)und stellte ihn in Bezug zur litauischen Literatur. "Venclovas Lied beginnt dort, wo die Stimme sonst gewöhnlich abbricht, sich verausgabt hat und wo alle seelischen Kräfte erschöpft sind." (Joseph Brodsky)



Ort: Galerie Königsblau, Königstraße 28, 70173 Stuttgart




Montag, 11. Juni 2001, 20 Uhr

Die Privatisierung der Welt
- Lesung und Gespräch mit Frédéric Beigbeder:

Frédéric Beigbeder, zehn Jahre lang als Werbetexter in einer renommierten Agentur angestellt, las im Institut Français aus seinem neuen Roman, ein wildes Pamphlet gegen den Totalitarismus der Werbewelt.

Titel ist der Verkaufspreis: 99 Francs. Das Buch, das in Frankreich die Bestsellerlisten stürmte, ist nun in deutscher Übersetzung
erschienen, unter dem Titel Neununddreißigneunzig (Rowohlt Verlag). Öffentliche Unterstützung fand Beigbeder bei seinem Freund Michel Houellebecq, dessen Pamphlet La privatisation du monde der globalen Konsumrealität einen "Kampf auf Leben und Tod" ansagt.

 











Polnische Passagen

Karl Dedecius
Tina Stroheker

am Mittwoch, 16. Mai, um 20.00 Uhr
im Wilhelma Theater in Stuttgart

Eine Veranstaltung des Literaturhauses zusammen mit der
Robert-Bosch-Stiftung.


Tina Stroheker
las aus ihren Reiseaufzeichnungen
Polnisches Journal und diskutierte mit
Joachim Rogall (Robert Bosch Stiftung)
und ihrer Übersetzerin Anna Wziatek.

 

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Karl Dedecius

präsentierte die Dichtung von Czeslaw Milosz, Wislawa Szymborska, Zbigniew Herbert und Tadeusz Rózewicz.

Karl Dedecius, geboren 1921 in Lodz, ist der bedeutendste Mittler zwischen der deutschen und polnischen Literatur. 1979 wurde auf seine Initiative das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt gegründet, dessen erster Direktor er bis Ende 1998 war. Wegen seiner besonderen Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung ist er Träger vieler Auszeichnungen, u.a. des Friedenspreises des deutschen Buchhandels (1990) sowie des Viadrina Preises der Europa-Universität Frankfurt/Oder (1999). Dedecius gab die Polnische Bibliothek in fünfzig Bänden heraus, die seit 1982 im Suhrkamp Verlag erschienen ist, gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Er ist Verfasser zahlreicher Übersetzungen und wichtiger eigener Bücher. - Zuletzt erschien das zweisprachige Taschenbuch Polnische Passagen/Polskie pasaze (dtv), ein literarisch-chronistischer Bilderbogen über Polen.

Tina Stroheker, geboren 1948 in Ulm, lebt als Lyrikerin, Publizistin und Lehrerin in Eislingen. Sie war Stipendiatin der Villa Massimo in Rom und erhielt 1992 den Literaturpreis der Stadt Stuttgart. Stroheker, bekannt durch mehrere Gedichtbände, veröffentlichte 1998 das Buch Polnisches Journal, Aufzeichnungen von unterwegs, über das Andrzej Szczypiorski schrieb: "Tina Stroheker ist Dichterin, also wundert mich ihr Aufbegehren gegen Vorurteile nicht. Ich denke, daß sie nach Polen fuhr, um sich ihr eigenes Bild von einem Land zu machen, das frei von alten und neuen Klischees sein sollte. Für dieses Buch gebührt der Autorin die Dankbarkeit des Lesers - des deutschen wie des polnischen."
Anna Wziatek hat das Polnische Journal unter dem Titel Niemka jedzie do Polski ins Polnische übersetzt. Die junge Übersetzerin und Redakteurin erhielt 1998 den Förderpreis der Robert Bosch Stiftung für polnische Übersetzer deutscher Literatur. Autorin und Übersetzerin haben gemeinsam Lesereisen in Polen unternommen.

Farbfotos: Heiner Wittmann

Dienstag, 15. Mai, 19.00 Uhr
Claire Beyer Rauken

Lesung und Gespräch mit Claire Beyer
Moderation Uwe Kossack (SWR)

Eintritt: DM 12 / DM 9 (Kartenvorbestellung: 0711-1822391 /-95)

Das LITERATURHAUS STUTTGART
zu Gast in der Kunststiftung Baden-Württemberg
Gerokstraße 37, 70184 Stuttgart

Claire Beyer legt mit Rauken (Frankfurter Verlagsanstalt) ein beeindruckendes Prosadebüt vor. Die Geschichte des Mädchens Vroni, das in den frühen 50er Jahren in der deutschen Provinz heranwächst, macht in leisen Tönen ein Stück Nachkriegsgeschichte lebendig. Es geht um Menschen, die Krieg und Faschismus zwar physisch überlebt haben, deren Seelen dabei aber verkümmert sind. Vergeblich versucht Vroni die Flucht in die Phantasiewelt ihres Freundes Pierre, der Klavier spielt wie Mozart.

"Claire Beyer erzählt in ihrem Debütroman in dichten, beklemmenden Bildern ohne Kitsch und Wehleidigkeit ein todtrauriges Stück deutscher Geschichte. Das ist wie ein Schnitt mit dem scharfen Messer - es schmerzt zunächst nicht, aber es blutet sofort. [...] Mehr als 50 Jahre muss man wohl alt werden, um darüber endlich derart eindringlich schreiben zu können." (Elke Heidenreich in DER SPIEGEL).

Claire Beyer, geboren 1947, lebt in Markgröningen bei Ludwigsburg und arbeitet als Bankkauffrau. Sie hat ein Musical über Camille Claudel verfasst und Erzählungen, Kurzprosa und Gedichte in verschiedenen Anthologien veröffentlicht.

Eine Veranstaltung des Literaturhauses Stuttgart und der Stadtbücherei Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung:

Englische und amerikanische Dichtung

Mittwoch, 9. Mai 2001, 19 h 30
im Max-Bense-Saal der Stadtbücherei

Herausgeber und Übersetzer präsentiertn ausgewählte Gedichte einer zweisprachigen Anthologie englischer und amerikanischer Dichtung aus verschiedenen Jahrhunderten in Original und Übersetzung begleitet von musikalischen Zwischenstücken.

Die Anthologe wird von Werner von Koppenfels, Eva Hesse, Heinz Ickstadt, Friedhelm Kemp, Horst Meller, Manfred Pfister und Klaus Reichert herausgegeben. Über die Hälfte der Gedichte, die den geschichtlich gewachsenen Kanon ebenso wie seine neueren Erweiterungen vorstellen, wurde dafür neu, nicht selten erstmals übersetzt.

Die neue Anthologie englischer und amerikanischer Dichtung von den Anfängen bis zur Gegenwart in vier Bänden entstand in mehrjähriger Zusammenarbeit von nahmhaften Übersetzern, Anglisten und Amerikanisten.

Das Werk wurde durch die Robert-Bosch-Stiftung mitinitiiert und gefördert, nach dem Vorbild der 1990 erschienenen Anthologie französischer Lyrik.

Einführung
Bless Thee! Thou are translated.
Ein poetisches Desiderat nimmt Buchform an.
Prof. Dr. Werner von Koppenfels, Universität München

Rückblick 2001
Archiv A-Z

Fotos: © Heiner Wittmann

 
 

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